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Ostkreis Ein Stadtplan von Kindern für Kinder
Landkreis Ostkreis Ein Stadtplan von Kindern für Kinder
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15:17 28.01.2022
Die Begeisterung der Südschul-Kinder war groß, als sie den Kinder-Stadtplan persönlich von Christian Somogyi, Markus Hirth und Sebastian Habura überbracht bekamen.
Die Begeisterung der Südschul-Kinder war groß, als sie den Kinder-Stadtplan persönlich von Christian Somogyi, Markus Hirth und Sebastian Habura überbracht bekamen. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

„Von Kindern für Kinder“ lautet das Motto eines Stadtplanes, den die Stadt Stadtallendorf in seiner zweiten überarbeiteten Auflage gerade herausgegeben hat – und der durchaus auch Erwachsenen eine gute Orientierung über die Kernstadt bietet. Denn wer wissen will, wo sich beispielsweise das Rathaus, eine Eisdiele, ein Spielwarengeschäft, ein Supermarkt oder ein Spielplatz befindet, der wird auf dem neuen Stadtplan fündig. Besonderes Schmankerl: Einige der Orte sind mit einem Smiley gekennzeichnet. Das sind die Plätze, die sich bei den an der Gestaltung beteiligten Kindern besonders großer Beliebtheit erfreuen.

Und es waren nicht gerade wenige Jungen und Mädchen, die sich in das Projekt einbrachten, wie Stadtjugendpfleger Sebastian Habura hervorhebt. Alle Dritt- und Viertklässler waren aufgerufen worden, sich zu beteiligt. Insgesamt repräsentiere die Karte also die Meinung von rund 160 Kindern.

„Hier findet ihr alle Infos, die man als Kind in Stadtallendorf braucht“, sagte Markus Hirth, der Projektleiter der „Sozialen Stadt“, als er die ersten Kinderkarten an Schülerinnen und Schüler der Südschule verteilte: „Und in der Legende wird erklärt, was die Zeichen auf der Karten bedeuten“, ergänzte er, woraufhin Bürgermeister Christian Somogyi sagte: „Geht das mal alles durch. Und wenn ihr irgendwo Fehler findet, dann meldet euch bei uns.“

Doch nicht nur in diesem Zusammenhang ist Feedback erwünscht. Die Kinder waren bei der Erstellung aufgerufen, auch Orte (mit einem traurigen Smiley) zu markieren, die ihnen nicht gefallen oder an denen sie sich unwohl fühlen. Vor zwei Jahren sei die Stadt so auf einige Stellen in ihrem Gebiet aufmerksam gemacht worden und habe sich bemüht, die Situation dort zu verbessern, berichtet Hirth. Das sei ja auch eines der Grundprinzipien der „Sozialen Stadt“: Die jeweiligen Bewohner sind Experten für ihre Gebiete. Daher sei ihre Meinung besonders gefragt: „Sie sollen uns sagen, was gut oder was schlecht ist – und was sie brauchen oder sich wünschen würden.“ Das ermögliche es, sie einzubinden und bei der Weiterentwicklung ihrer Heimat mitzunehmen, so Hirth. „Niedrigschwellige Partizipation“, wirft Habura als Fachterminus ein.

Daher war es auch nötig, eine zweite Auflage der Kinderkarte herauszugeben: Zum einen, weil es Veränderungen im Stadtgebiet und bei der Qualität so manchen Ortes gab. Zum anderen aber auch, weil nun eben andere Kinder als noch vor zwei Jahren gefragt sind. „Die jeweilige Generation soll sich in der Karte ja auch wiederfinden“, sagt Hirth und spricht ebenso wie Habura der städtischen Mitarbeiterin Zofia Szafarczyk großes Lob aus, die sich um die grafische und kindergerechte Gestaltung verdient gemacht habe. Für den Stadtjugendpfleger ist in diesem Zusammenhang auch noch wichtig, dass die Karte so gut gelungen und eben so kindgerecht sei, dass sie auch im Sozialkundeunterricht der Grundschulen viel und gerne genutzt werde.

Den Kinder-Stadtplan gibt es beispielsweise im Rathaus, im Projektbüro der „Sozialen Stadt“ im Südstadtkiosk oder im Jugendzentrum. Zudem liefert die Verwaltung sie auch an die Grundschulen im Kernstadtgebiet.

Von Florian Lerchbacher