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Ostkreis Stadtallendorf blüht wieder auf
Landkreis Ostkreis Stadtallendorf blüht wieder auf
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16:58 08.05.2021
Werner Gemmecker (links), Bürgermeister Christian Somogyi und Udo Groos vom Bauhof übergaben die gesammelten Spenden an Waltraud Dorn von der Kindertafel Stadtallendorf.
Werner Gemmecker (links), Bürgermeister Christian Somogyi und Udo Groos vom Bauhof übergaben die gesammelten Spenden an Waltraud Dorn von der Kindertafel Stadtallendorf. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Es ist soweit: Ab sofort kann jeder Hobbygärtner, aber auch jeder Balkonbesitzer mit einem kleinen Tütchen voller Samenkörner wieder etwas für die heimische Insektenwelt tun, vor allem für die Bienen.

Es gibt die Samentütchen mit der Aufschrift „Stadtallendorf blüht“ wieder bei den beteiligten Firmen Seehof, Kreißl, Bierwirth und Kannenberg und an der Rathauspforte sowie am Wertstoffhof in Stadtallendorf. Wieder haben die Beteiligten, die Stadt Stadtallendorf und der Imkerverein Kirchhain und Umgebung, sich für die „Mössinger Mischung“ entschieden. Die Tütchen sind kostenfrei erhältlich, allerdings freuen sich die Initiatoren der Aktion wieder über kleine Spenden für einen guten Zweck.

Interesse stieg stetig

Je nachdem reicht die kleine Tüte für einen Quadratmeter Wildblumenfläche aus. Die Samen lassen sich auch in einen größeren Kübel oder Blumenkasten setzen. Sehr zur Freude von Bürgermeister Christian Somogyi und Werner Gemmecker, dem Vorsitzenden des Imkervereins, ist das Interesse an den kleinen Tütchen mit dem sprießenden Inhalt in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Was einst bei einem Fest der Georg-Büchner-Schule seinen Anfang nahm, ist in Stadtallendorf inzwischen eine beliebte Aktion.

Die Stadt und ihr Bauhofteam sind aber nach wie vor auch selbst aktiv in Sachen Hilfe für Insekten und Blühpflanzen. Aktuell gibt es 14 Blühwiesen im Stadtgebiet. Mittlerweile sind drei davon mit insektenfreundlichen Staudenpflanzen bestückt. Außerdem gibt es auch eine Kräuterwiese, wie Udo Groos vom Gärtnerteam des Bauhofes erklärt. Der Imkerverein unterstützt auch Privatleute, die in größerem Umfang Blühwiesen schaffen wollen. Ab einer Fläche von mindestens einem Hektar zahlt der Verein einen kleinen Zuschuss zu den Kosten für die Samen.

Ein Anreiz

„Da können 200 bis 300 Euro zusammenkommen, da möchten wir einen Anreiz bieten“, sagt Gemmecker. Das hat der Verein beispielsweise im Raum Kirchhain schon getan. Stadtallendorfs Bürgermeister will diese Idee weiter fördern und auch in Stadtallendorf große Blühwiesen schaffen. „Wenn es Privatleute gibt, die so etwas planen, helfen wir in jedem Fall bei der Sponsorensuche“, sagt er zu.

Wie erwähnt, werben die Organisatoren bei der Ausgabe der kleinen Samentütchen um Spenden, im vergangenen Jahr für die Stadtallendorfer Kindertafel. Gemmecker und Somogyi überraschten mit dem Erlös von mehr als 1.000 Euro nun Waltraud Dorn und ihr Helferteam bei einem Ausgabetermin.

Geld geht an Kindertafel

Sie übergaben einen etwa zwei Kilo schweren Sack mit Geld an die Kindertafel, die dies wie immer als Hilfe für die Kleinen verwenden wird, auch für die Deckung der Kosten für Miete und Unterhaltung der nötigen Fahrzeuge. Dorn war die Freude anzusehen und anzuhören. „Das ist eine wunderbare Überraschung, das hatten wir nicht eingeplant“, freute sie sich. Dass sich die Spendensumme am Ende auf mehr als 1.000 Euro beläuft, ist auch der Initiative „Kinder und Sport“ zu verdanken. Die gab ihrerseits noch einmal 270 Euro hinzu.

 

Tipps vom Fachmann

Die Aussaat der Mischung ist von April bis Juni möglich. Wer jetzt aussät, sollte den Boden allerdings noch abdecken, weil Bodenfröste möglich sind, rät Udo Groos vom Gärtnerteam der Stadt. Welchen Fehler sollten Hobbygärtner unbedingt vermeiden? „Bitte auf keinen Fall düngen, dann ,explodieren‘ die Pflanzen“, rät der Stadtallendorfer Experte. Wer lange etwas von seinen Wildblumen haben möchte, der sollte die Wiese im Juni mähen. Aber bitte nicht zu tief, Groos rät zu einer Schnitthöhe von etwa 20 Zentimetern. Danach treiben die Blumen noch einmal nach. Fachleute nennen das Schröpfschnitt. Und im Herbst? „Dann sollte man das Verblühte stehen lassen, Insekten legen dort Eier ab“, sagt Groos. 

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