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Ostkreis Stadt steckt Geld in den Nachwuchs
Landkreis Ostkreis Stadt steckt Geld in den Nachwuchs
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15:58 02.02.2021
Die Stadtverordneten haben mit ihrem Beschluss den Weg frei gemacht, damit bald nicht nur Spielzeug-Bauarbeiter am und im Kindergarten St. Martin tätig sein können.
Die Stadtverordneten haben mit ihrem Beschluss den Weg frei gemacht, damit bald nicht nur Spielzeug-Bauarbeiter am und im Kindergarten St. Martin tätig sein können. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Gleich mehrere richtungsweisende Entscheidungen in Sachen Kindergärten trafen Stadtallendorfs Stadtverordnete in ihrer vergangenen Sitzung: Sie segneten einstimmig und ohne Diskussionen die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens St. Martin Stadtallendorf, die Erweiterung der Einrichtung in Hatzbach und einen teilweisen Verzicht auf Gebühren ab.

Bereits im Jahr 2019 hatte die Verwaltung nach einer Erhebung festgestellt, dass durch die Ausweisung neuer Baugebiete ein Zuwachs der Bevölkerung zu erwarten ist, daraus eine größere Nachfrage nach Betreuungsplätzen resultieren wird – und somit Handlungsbedarf besteht. Ein Gutachter nahm daraufhin die Einrichtung „St. Martin“ unter die Lupe und arbeitete heraus, dass das Gebäude an einigen Stellen stark renovierungsbedürftig ist und eine neue Heizungsanlage braucht. Außerdem schlug er vor, die Wohnung des Hausmeisters aus dem Keller in einen Anbau zu verlegen.

Die Stadt legte infolgedessen fest, dass unter anderem die Türen und Elektroinstallationen erneuert, Wandflächen und Bodenbeläge neu gestaltet und die Sanitärräume überarbeitet werden sollen. Außerdem ist ein Anbau geplant, in den eine weitere Gruppe samt Wasch- und Abstellraum und Garderobe sowie ein Technikraum kommen. Rund 65 Quadratmeter Nutzfläche gewinnt die Einrichtung dadurch. Die Anzahl der Betreuungsplätze richtet sich nach dem Altersschlüssel. „Der Anbau wird flexibel aufgestellt, sodass bei einer U-3-Einteilung der Kinder ein Schlafraum abgetrennt werden kann oder für eine Gruppe mit altersgemischten Kindern andernfalls auch als großer Gruppenraum nutzbar ist“, heißt es in der Vorlage. Die Kosten schätzt die Stadt auf 1,5 Millionen Euro – ein Antrag auf Förderung über ein Landesinvestitionsprogramm ist gestellt.

Für den Kindergarten in Hatzbach ist ein Anbau mit einer Nutzfläche von rund 95 Quadratmetern vorgesehen. „Der über den gemeinsamen Windfang gekoppelte Anbau stellt keinen Eingriff in den Bestand und nur einen sehr geringen Verlust der Belichtungsflächen der vorhandenen Räumlichkeiten dar“, stellt Bürgermeister Christian Somogyi im Antrag heraus. In den Anbau sollen auch ein Sanitärbereich, ein Abstellraum und eine Garderobe sowie ein Abstellplatz für Kinderwagen kommen. Auch dort ist noch nicht klar, wie die Altersstruktur der neuen Gruppe aussehen wird.

Vorgesehen ist außerdem, die Ölheizung durch eine Luft-Wärme-Pumpe zu ersetzen. Die Stadt hat vor, auf dem Dach des Bürgerhauses eine Photovoltaikanlage zu installieren und damit die Stromversorgung zu gewährleisten. Die Kosten schätzt die Kommune auf 500 000 Euro – auch dafür hat sie einen Förderantrag gestellt.

Als Letztes segneten die Stadtverordneten noch einen von ihnen überarbeiteten Antrag des Magistrats auf einen teilweisen Verzicht auf die Kita-Gebühren ab. Auslöser ist der aktuelle Lockdown. Eltern, die ihr Kind nur an fünf Betreuungstagen im Monat in die Einrichtungen schickten, bekommen die Gebühren komplett erlassen (dies soll ab dem 1. Januar 2021 gelten). Für Kinder, die 6 bis 14 Betreuungstage zur Betreuung kamen, werden 50 Prozent der Gebühren fällig. Ab 15 in Anspruch genommenen Betreuungstagen werden die Gebühren nicht ausgesetzt, auch nicht teilweise. Die Stadt fordert die kirchlichen und andere Träger auf, ihr es gleichzutun. Die Regelungen sollen für den aktuellen Lockdown und für eventuelle weitere Lockdown-Phasen gelten.

Seit Beginn des Lockdowns Mitte Dezember 2020 wird Eltern empfohlen, ihre Kinder zuhause zu betreuen. „Ein Großteil der Eltern hält sich daran“, teilt Bürgermeister Somogyi mit. Das will die Stadt nun quasi honorieren – bisher lief die Gebührenerhebung nämlich „normal weiter“.

Von Florian Lerchbacher

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