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Ostkreis Stadt nimmt sich der Schüler an
Landkreis Ostkreis Stadt nimmt sich der Schüler an
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13:58 26.02.2021
Jonathan Möschet (von links), Fatlinda Avdija sowie Emma und Greta Wiener gehören zum Nachhilfepool und kümmern sich um die Hausaufgabenbetreuung
Jonathan Möschet (von links), Fatlinda Avdija sowie Emma und Greta Wiener gehören zum Nachhilfepool und kümmern sich um die Hausaufgabenbetreuung Quelle: Florian Lerchbacher
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Rauschenberg

Die Stadt Rauschenberg geht ganz neue Wege: Um die Schüler aus dem Stadtgebiet zu unterstützen, bietet die Jugendpflege um Stefan Ullrich in Kooperation mit dem Familienzentrum um Simone Berwanger zumindest für den Monat März eine Hausaufgabenbetreuung an. Wahrnehmen können diese alle Schüler der Klassen 7 bis 9, die keinen Präsenzunterricht an ihren Schulen haben.

„Wir sehen eine Notwendigkeit, die Schüler zu unterstützen“, erklärt Bürgermeister Michael Emmerich den ungewöhnlichen Schritt der Kommune. Er persönliche habe beispielsweise bei Bekannten und Verwandten mitbekommen, dass der Corona-bedingte Online-Unterricht nicht überall so laufe, wie Eltern, Lehrer, Schüler, Politiker usw. sich dies vorstellten. Oftmals fehle der direkte Draht der Schüler zu den Lehrern: Sie bekämen zwar Aufgaben gestellt, hätten dann aber nicht die Möglichkeit, direkt nachzufragen.

Eltern können nicht immer helfen

Und Eltern könnten auch nicht immer einspringen und/oder bei Hausaufgaben helfen. „Ich sehe das bei meinem Sohn. Seine Fragen in Mathe kann ich auch nicht beantworten“, sagt er und antwortet auf den scherzhaften Hinweis, dass ein Kämmerer sich mit Zahlen und Rechnungsarten aber besser auskennen müsse: „Mit Prozent- und Zinsrechnung klappt das ja auch. Aber mit der Mathematik, von der wir hier sprechen, habe ich es nicht so.“

Doch zurück zum Ernst der Angelegenheit: Die Schüler haben teilweise Schwierigkeiten mit den Aufgaben, manchmal scheitert der Online-Unterricht beziehungsweise die -Kommunikation schlicht an der Technik. Einige Schüler böten sich schlicht nicht die notwendigen Voraussetzungen, um Aufgaben online zu erledigen. Aus diesem Grund will die Stadtjugendpflege ihre Tablets für das Erledigen digitaler Hausaufgaben zur Verfügung stellen. „Je nach Anmeldesituation wird das Angebot in verschiedenen Bürgerhäuser stattfinden, denn alle diese Einrichtungen sind mit WLAN ausgestattet“, ergänzt Emmerich.

Betreuung an zwei Tagen in der Woche

Außerdem steht Ullrich und Berwanger ein „Pool“ Ehrenamtler zur Verfügung, die den Schülern im Bedarfsfall auch noch Nachhilfeunterricht geben können – dazu gehören vornehmlich ehemalige Lehrer und Studenten. Die Betreuung soll an zwei Tagen in der Woche jeweils von 15 bis 17 Uhr angeboten werden.

Die Hausaufgabenbetreuung ist zunächst für den Monat März vorgesehen. Die Finanzierung des Angebots müsse noch „abschließend geklärt werden“, so Emmerich.

Gebühren werden erstattet

Apropos Nachwuchsbetreuung: Der Magistrat hat jüngst beschlossen, dass die Eltern, deren Kinder eine Kindertagesstätte im Stadtgebiet im Januar und/oder Februar nicht besucht haben, neben dem Essensgeld auch die gezahlten Gebühren zurückerhalten. Das gilt allerdings ausschließlich für Kinder, die den gesamten Monat über der Einrichtung fern geblieben sind.

Hintergrund ist, dass das Land Hessen eine Empfehlung ausgesprochen hatte, dass Eltern ihre Kinder nur bei unbedingter Notwendigkeit in die Kindertagesstätten schicken sollten – auch wenn die Einrichtungen die ganze Zeit über geöffnet hatten. „Einige Eltern haben ihre Kinder deshalb in den vergangenen Wochen zuhause betreut. Da sie der Empfehlung des Landes nachgekommen sind, sollten sie die gezahlten Gebühren zurückerhalten“, sagt Emmerich und berichtet, dass das Land angekündigt habe, den Kommunen für den Gebührenausfall eine Pauschale in bisher unbekannter Höhe zukommen zu lassen.

Von Florian Lerchbacher

25.02.2021
25.02.2021