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Ostkreis Eine Hilfe für die Markthändler
Landkreis Ostkreis Eine Hilfe für die Markthändler
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17:28 20.09.2020
Patrizia und Robert Römer sind mit ihrem Stand schon seit Wochen in der Innenstadt präsent.
Patrizia und Robert Römer sind mit ihrem Stand schon seit Wochen in der Innenstadt präsent. Quelle: Florian Lerchbacher
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Kirchhain

Märkte gibt es in diesem Jahr in Kirchhain keine mehr, Schuld ist die Corona-Pandemie. Neujahrsmarkt, Martinsmarkt, Adventsmarkt Großseelheim sind allesamt abgesagt. Doch die Stadt Kirchhain will gemeinsam mit dem Verkehrsverein die Markthändler keinesfalls ganz im Regen stehen lassen. Deshalb heißt es nächste Woche Donnerstag und Freitag „Ab in die Stadt“. Unter diesem Titel läuft das Konzept, das sich die Beteiligten ausgedacht haben.

Und das passiert: Verteilt durch die Innenstadt stehen zum Auftakt am 24. und 25. September etwa 15 Marktstände und ein Kinderkarussell. Es ist ausdrücklich kein Markt, den die Beteiligten auf die Beine stellen wollen. Geplant ist, dass die Händler ihre Waren in Kirchhain jeweils am letzten Donnerstag und Freitag eines Monats präsentieren werden.

Robert Römer, der Betreiber der Mandelbrennerei, die seit Wochen immer wieder in der Fußgängerzone steht und für den Verkehrsverein schon viele Veranstaltungen organisiert hat, knüpfte Kontakte zu den Kollegen und stieß dort auf große Freude und Resonanz, wie er der OP am Freitag berichtete. „Sie sind alle sehr froh, dass sie kommen können“, betont er. Mancher der Händler wird eine weitere Anreise in Kauf nehmen, um in Kirchhain dabei sein zu können und dafür auch in der Region übernachten.

Bürgermeister Olaf Hausmann macht klar, warum die Stadt diese Aktion auf den Weg gebracht hat: „Wir machen aus der Not eine Tugend und starten eine Offensive für unsere Gewerbetreibenden, Vereine, Märkte und Schausteller. Wir geben unseren Schaustellern, die teilweise seit Jahrzehnten nach Kirchhain kommen, etwas zurück.“

Das sieht auch Hannelore Wachtel, die Vorsitzende des Verkehrsvereines, so. Viele der Markthändler säßen durch die Absagen von Märkten und Festen auf ihren Produkten und fürchteten um ihre Existenz. Gleichzeitig sieht Wachtel aber auch die Chance, durch die Marktstände die Fußgängerzone zu beleben und einen Impuls für den Einzelhandel zu setzen. Deshalb gibt es an den Tagen, an denen es „Ab in die Stadt“ heißen wird, auch Rabattaktionen verschiedener Händler. Und wer die „Kirchhain Card“ besitzt, der kann an diesen Tagen doppelt punkten. Kunden profitieren also mehrfach von ihrem Besuch in der Innenstadt.

Robert Römer sieht den Auftakt in der nächsten Woche auch ein wenig als eine „Generalprobe“. Denn in dieser Form, weit weg von jedem Markt im klassischen Sinne, hat es so etwas in der Region auch noch nicht gegeben. „In Bayern ist das in den Städten schon Alltag, bei uns ist es Neuland“, sagt er. Bei den Bayern sind die Erfahrungen mit verteilten Marktständen als Ergänzung offenbar gut. Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass das Konzept auch in Kirchhain ankommt. Alle Stände sind dabei so verteilt, dass es keine Menschenansammlungen geben soll. Es gelten die bekannten Abstands- und Hygieneregeln.

„Wir dürfen nicht vergessen werden“, freut sich Römer für Markthändler wie Schausteller. Viele Kinder dürften sich auch darauf freuen, hebt Römer hervor, mal wieder Karussell fahren zu können. Aus vielen Gesprächen mit Kirchhainern wisse er, dass manche der Händler schon erwartet werden. Es soll bei allen Einschränkungen ein breites Warenangebot geben: Gardinen, Staubsaugerbeutel, Crepes, Bekleidung, Unterwäsche, Mützen, gebrannte Mandeln und Zuckerwatte, Glückwunschkarten und Lederwaren beispielsweise.

Für die Vorweihnachtszeit plant die Stadt Kirchhain eine weitere Aktion: Vom 30. November bis 23. Dezember sollen zusätzlich bis zu zehn Weihnachtsmarkthütten aufgestellt werden. Sie verteilen sich dann ebenfalls durch die Innenstadt und sind vor allem für Gewerbetreibende, Vereine, Kindertagesstätten oder Direktvermarktern. Diese Hütten sollen von donnerstags bis samstags öffnen.

Wer Interesse an einer solchen Hütte hat, kann sich an Kerstin Ebert, Telefonnummer 0 64 22 / 80 81 24, E-Mail k.ebert@kirchhain.de oder an Manuela Weber, Telefonnummer 0 64 22 / 80 81 58, E-Mail m.weber@kirchhain.de wenden.

Von Michael Rinde