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Ostkreis Stadtallendorf stellt Haushalt online
Landkreis Ostkreis Stadtallendorf stellt Haushalt online
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16:04 17.06.2021
Sarah Wieber und Christian Somogyi stellten den interaktiven Haushalt vor.
Sarah Wieber und Christian Somogyi stellten den interaktiven Haushalt vor. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

„Da geht schon einiges“, sagt Bürgermeister Christian Somogyi über die Online-Angebote der Stadt Stadtallendorf und verweist auf den Punkt „Online Services“ (unter Bürgerservice in der Rubrik „Rathaus & Politik“). Dort können Bürger beispielsweise Mängel melden, Nebenwohnungen an- oder abmelden, Geburtsurkunden anfordern oder Sperrmüll anmelden.

Besonders stolz ist der Rathauschef nun jedoch darauf, dass die Stadt den Haushaltsplan online bietet – entweder in einer webbasierten Form oder als PDF. „Die Menschen haben nun die Möglichkeit, sich – ohne ins Rathaus kommen zu müssen – darüber zu informieren, was die Stadt mit dem Geld macht, wo es überhaupt herkommt und wo Investitionsschwerpunkte liegen.

Mehr Transparenz beim Haushalt

Schon in der Vergangenheit konnten sich Bürger einen Einblick in den „Fahrplan der Verwaltung“ verschaffen, mussten sich dafür jedoch einen Ausdruck des mehrere Hundert Seiten schweren Finanzwerkes abholen. Oft sei dieses Angebot nicht wahrgenommen worden, berichtet Somogyi. Er hege aber die Hoffnung, dass sich dies mit dem neuen Angebot ändert und die Bürger den nächsten Schritt Richtung größere Transparenz auch nutzen.

„Vielleicht will man wissen, was in einem bestimmten Stadtteil investiert wird oder was die Stadt die Kinderbetreuung kostet“, sagt der Bürgermeister, weist in diesem Zusammenhang auf das Defizit von 5,3 Millionen Euro hin, das durch die Kinderbetreuung entsteht, und ergänzt: „Das kann sich nun jeder selber anschauen. Ich hoffe, dass wir mehr Bürger erreichen und schaffen, dass diese sich mit dem Haushalt und den Zahlen auseinandersetzen.“

Haushalt kommt mit Benutzerhandbuch

Er berichtete, dass Sarah Wieber, die stellvertretende Fachdienstleiterin Finanzen, den Haushalt in den vergangenen Jahren so aufgearbeitet habe, dass online alles nachvollziehbar sei. Sie verwies darauf, dass es auch ein Benutzerhandbuch gebe. Somogyi plant, auch noch eine Übersicht über einzelne Schlagworte, die bei der Lektüre des Haushalts essentiell sind, erklären zu lassen – ein Angebot, das sich im Lauf der Jahre und nach Feedback der User kontinuierlich verbessern lasse.

Neben dem eigentlichen Finanzwerk stehen auch die Haushaltsrede Somogyis und die Wirtschaftsberichte der Eigenbetriebe online. Die Punkte sind so weit aufgedröselt, dass sich das Ergebnis 2019, die Ansätze 2020 und 2021 sowie die Planungen für die Zeit bis 2024 nachvollziehen lassen.

Für Somogyi „ein wichtiger Schritt“

„Man kann sich bis auf Sachkontenebene durchklicken“, betont Wieber, verweist auf Grafiken rund um die Entwicklung von Erträgen und Aufwänden und betont: „Das ist intuitiv gestaltet.“ Im Finanzhaushalt findet sich entsprechend auch ein Überblick über das Investitionsprogramm. Zahlreiche Produktbeschreibungen sind dabei auch in einem PDF hinterlegt.

„Wir reden immer viel über Digitalisierung von Rathäusern. Das ist ein wichtiger Schritt“, freut sich Somogyi, der davon ausgeht, dass es auch Feedback geben wird. „Wir setzen uns gerne mit kreativen Vorschlägen für Investitionen oder Einsparmöglichkeiten auseinander“, resümiert er und ergänzt mit einem Lachen: „Auf die Idee, die Steuern anzuheben, sind wir auch schon gekommen – aber den Ansatz wollen wir nicht weiterverfolgen.“

Von Florian Lerchbacher

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