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Ostkreis Mehrzweckhalle wird Testzentrum
Landkreis Ostkreis Mehrzweckhalle wird Testzentrum
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08:00 10.03.2021
In der Mehrzweckhalle können sich Stadtallendorfer ab Montag auf Corona testen lassen – mit Tests, die Bürgermeister Christian Somogyi und Mitarbeiterin Marianne Bulach hier präsentieren.
In der Mehrzweckhalle können sich Stadtallendorfer ab Montag auf Corona testen lassen – mit Tests, die Bürgermeister Christian Somogyi und Mitarbeiterin Marianne Bulach hier präsentieren. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Ein Hotspot sei Stadtallendorf nicht, dennoch machten ihm die steigenden Zahlen und die geringer werdende Bereitschaft der Menschen, sich an die Corona-Regeln zu halten, große Sorgen, sagt Bürgermeister Christian Somogyi. Eine Meinung, die viele mit ihm teilen: Am Montag beschlossen die Magistratsmitglieder einstimmig, dass die Stadt in der Mehrzweckhalle hinterm Rathaus ein Testzentrum einrichten wird.

Lange sei Stadtallendorf bei den Corona-Zahlen „gut unterwegs“ gewesen, betont Somogyi und erinnert an Inzidenzwerte, die im Januar um die 50 lagen (und im Februar sogar mal bei knapp unter 10). Inzwischen seien die Zahlen jedoch stark gestiegen: Es gebe 84 aktive Fälle und der Inzidenzwert sei bei etwa 100 angekommen – und das trotz der Lockdown-Regeln, die bis Montag ihre Gültigkeit hatten. Problem seien also die privaten Zusammenkünfte mit Bekannten, Freunden und Verwandten – und schwierig werde es insbesondere dann, wenn Menschen sich im familiären Umfeld aufgrund einer Infizierung eigentlich isolieren müssten. Er habe zwar vielerorts dafür geworben, dass sich wieder stärker an die Vorsichtsmaßnahmen gehalten werde – aber das reiche offenbar nicht.

Deshalb will die Stadt ihren Bürgern und allen, die in Stadtallendorf arbeiten, die Möglichkeit geben, sich auf Corona testen zu lassen – ohne große Bürokratie. Daher trifft die Verwaltung derzeit die Vorbereitungen, dass die Menschen ab der kommenden Woche das kostenlose Angebot in Anspruch nehmen können. Ohne Anmeldung ist es möglich, montags zwischen 9 und 11 Uhr und donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr von medizinischem Fachpersonal einen sogenannten Schnelltest machen zu lassen. Pro Stunde soll es möglich sein, rund 40 Menschen zu testen, sagt Somogyi, der mit der Verwaltung das Deutsche Rote Kreuz Stadtallendorf um Bereitschaftsleiter Stefan Sturm für eine Kooperation gewonnen hat. Dessen Team werde sich ums Testen und die Dokumentation kümmern.

Die organisatorische Leitung des Angebots hat Reiner Bremer inne. Kollege Christoph Grimmel ist derzeit damit beschäftigt, die Aufbauarbeiten zu koordinieren. „Die Pläne sind gezeichnet, jetzt wird aufgebaut“, sagt er. Vorgesehen sei, allem voran zwei Kabinen und zwei Wartebereiche einzurichten, wofür die Stadt auf Stellwände aus dem Fundus der Stadthalle zurückgreift. Die Menschen würden genug Platz geboten bekommen, verspricht er und stellt heraus, dass auf das Hygienekonzept des DRK zurückgegriffen werde. „Es hat sich bewährt – und wir werden es noch anpassen und verfeinern“, kündigt Bremer an. Desinfektionsmittel wird bereitstehen. Bürger sind angehalten, sich an die AHA-Regeln zu halten und schon auf dem Parkplatz Maske zu tragen: „Ganz so wie im Einzelhandel“, sagt Somogyi.

Rund 15 Minuten dauert es, bis ein Testergebnis vorliegt. Diese Zeit soll genutzt werden, um nochmal Aufklärungsarbeit zu leisten und die Menschen zu gewinnen, als Multiplikatoren zu wirken und in ihrem Umfeld anschließend für das Einhalten von Vorschriften zu gewinnen, so der Rathauschef. Falls ein Test positiv ausfallen werde, will die Stadt gegebenenfalls als Lotse fungieren und den Betroffenen Ärzte vermitteln.

Offiziell anerkanntes Testzentrum ist die Stadtallendorfer Einrichtung nicht – könnte es aber noch werden, so Somogyi. Sie hätten die Verunsicherung bei den Menschen gespürt und würden sich bereits seit zwei Wochen mit dem Gedanken auseinandersetzen, ein solches Angebot zu machen, fügt Bremer hinzu. Die Stadt wolle nicht warten, bis auf Landes- und Bundesebene die bürokratischen Hürden genommen seien.

Die Stadt Stadtallendorf hat zunächst 5 000 Schnelltests besorgt, könne aber bei Bedarf auch schnell für Nachschub sorgen, betont der Bürgermeister, der hofft, dass möglichst viele Bürger das Angebot in Anspruch nehmen – insbesondere, da es kostenlos ist: „Fünf Euro pro Test sind für viele eine große Hürde.“ Er hoffe, dass so der ein oder andere Infizierte, der wahrscheinlich gar nichts von seiner Infektion wisse, herausgefiltert werden könne.

Ein erster Probelauf des Testzentrums ist für Samstag geplant: Dann will die Stadt ihren Wahlhelfern die Möglichkeit bieten, sich zwischen 17.30 und 20 Uhr testen zu lassen.

Das Angebot ist kostenlos und ohne Voranmeldung nutzbar. Sollten sich größere Gruppen testen lassen wollen – zum Beispiel die Mitarbeiter von Firmen – bittet die Stadt um vorherige Anmeldung bei der städtischen Corona-Hotline unter 0 64 28 / 707-330.

Von Florian Lerchbacher