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Ostkreis Die Preis-Rallye ist nicht zu stoppen
Landkreis Ostkreis Die Preis-Rallye ist nicht zu stoppen
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18:00 15.11.2019
Die Sanierung des Langensteiner Dorfgemeinschaftshauses fügt sich in die Reihe der städtischen Bauvorhaben ein, die den veranschlagten Kostenrahmen deutlich überschreiten. In Langenstein sind es 160.000 Euro. Quelle: Matthias Mayer
Kirchhain

Der Fachmann hatte die genauen Zahlen aus ­Wiesbaden mitgebracht, die es zur Einbringung des Etats noch nicht gab. Die realen Zahlen bringen eine gewisse Ver­schiebung mit sich: Die Stadt Kirchhain profitiert von wachsenden Zahlen aus den Schlüsselzuweisungen des Landes in Höhe von 663.046 Euro, stagniert aber bei ihrem Einkommensteueranteil.

Ein Trend, der auch in Nachbarkommunen erkennbar ist. Bürgermeister und Kämmerer Olaf Hausmann (SPD) erwartet, dass der Haushalt noch verbessert werden kann. Anlass für diese Annahme sei die für den Donnerstag, 14. November, geplante Einbringung des Kreishaushalts im Kreistag.

Der Bürgermeister bat das unter Vorsitz von Uwe Pöppler (CDU) tagende Gremium, zunächst mit den jetzigen Haushaltszahlen zu leben. Die neuen Zahlen aus dem Kreishaus würden bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung eingepflegt. Dagegen gab es keinen Widerspruch.

Bürgermeister versucht alle Ortsteile zu berücksichtigen

Bauamtsleiter Volker Dornseif musste Nachfinanzierungen für zwei Bauvorhaben ankündigen. Die Sanitäranlagen im Dorfgemeinschaftshaus Langenstein seien mit 30.000 Euro veranschlagt worden. Daraus seien nach der Ausschreibung 80.000 Euro geworden. Die Stadt ­müsse 160.000 Euro nachschießen.

Ähnlich sei die Situation um das Feuerwehrhaus Sindersfeld, das auch einen Gemeinschaftsraum beherbergt. Hier liege der Mehrbedarf bei 130.000 Euro. Vorgestellt wurden die Mittelanwendungen aus den Stadtteilen für den Haushaltsplan 2020. Bürgermeister Olaf Hausmann teilte mit, dass die Stadt versucht habe, alle Ortsteile zu berücksichtigen.

  • Anzefahr: Die Sanierung des Kriegerdenkmals hinter der Kirche wird mit einem Kostenaufwand in Höhe von 5.000 Euro umgesetzt. Die vom Ortsbeirat angemeldeten vier anderen Projekte wurden nicht berücksichtigt.
  • Betziesdorf: Die Stadt genehmigt im laufenden und dem folgenden Haushaltsjahr insgesamt 50.000 Euro für Planungen und Bauvorhaben am Multifunktionalen Haus (Alte Schule).

Schönbachs Wünsche werden erfüllt

Zudem wird das ehemalige Volksbank-Gebäude für 50.000 Euro erworben, gestreckt auf fünf Jahresraten à 10.000 Euro. Das Gebäude wird der benachbarten Feuerwehr zugeschlagen, deren Unterbringung nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen genügt. Im ehemaligen Volksbank-Gebäude kann die Wehr einen Schwarz-Weiß-Raum sowie einen Schulungsraum einrichten.

Für eine Lautsprecheranlage in der Friedhofskapelle stellt die Stadt maximal 3.000 Euro bereit. Außerdem gibt es einen städtischen Zuschuss für Pflanz- und Unterhaltungsarbeiten. Sechs weitere Anmeldungen des Ortsbeirats wurden nicht berücksichtigt.

  • Burgholz: Der höchstgelegene Stadtteil Kirchhains bekommt für die Erneuerung des Friedhofparkplatzes höchstens 3.000 Euro. Für die Stromversorgung der Schutzhütte werden 10.000 Euro bereitgestellt. Zwei Anmeldungen des Ortsbeirats konnten nicht berücksichtigt werden.
  • Emsdorf: Die Stadt gibt 2.000 Euro für die Einrichtung eines Rasengrabfeldes. Drei weitere Vorhaben des Ortsbeirats blieben unberücksichtigt.
  • Großseelheim: Kirchhains größter Außenstadtteil wird für den Ausbau der Straßenbeleuchtung berücksichtigt. Die sechs weiteren Anmeldungen fanden keine Berücksichtigung.
  • Himmelsberg: Der Friedhofszaun wird ertüchtigt. Zwei weitere Anmeldungen des Ortsbeirats ließen sich im kleinsten Stadtteil nicht verwirklichen.
  • Kleinseelheim: Die Stadt liefert das Material für den Bau eines Bürgersteigs vor dem Anwesen Großseelheimer Straße 25. Bedingung: Es müssen sich Ehrenamtliche finden, die die Arbeiten erledigen. Ein weiteres Projekt fand keine Zustimmung.
  • Langenstein: Die zehn Anmeldungen des Ortsbeirats zum Haushalt 2020 fanden allesamt keine Berücksichtigung.
  • Niederwald: Der Wunsch des Ortsbeirats nach Austausch der Geschirrspülanlage und des Kühlschranks im Gemeinschaftshaus wurde erfüllt. Vier weitere Wünsche ließen sich noch nicht realisieren.
  • Schönbach: Für die Gestaltung der Ortsmitte muss ein Hang abgefangen und mit einer Sandsteinmauer stabilisiert werden. Kosten: 15.000 Euro. Die Friedhofshalle bekommt einen neuen Anstrich und rundherum Drainagekies. Dafür werden 5.000 Euro benötigt. Es wurden alle Wünsche berücksichtigt.
  • Sindersfeld: Die vier Anmeldungen des Ortsbeirats blieben unberücksichtigt.
  • Stausebach: Um die Not mit der Notdurft ist es im Stausebacher Feuerwehrhaus besonders schlimm bestellt. Die Stadt renoviert die Toiletten und die Bushaltestelle. Ein weiterer Wunsch kann vielleicht noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Eine Anmeldung wurde nicht berücksichtigt. (Bericht folgt)

von Matthias Mayer