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Ostkreis Stadt Kirchhain macht es nun doch selbst
Landkreis Ostkreis Stadt Kirchhain macht es nun doch selbst
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17:00 06.12.2020
Im Januar 2022 sollen die ersten Gruppen in den Neubau einziehen können. Quelle: Symbolfoto: Uwe Anspach/dpa
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Kirchhain

Im Sozialausschuss stellte die Verwaltung nun ihre aktualisierten Pläne vor, die einige Änderungen enthalten. Klar scheint demnach, dass der geplante Kindergarten-Neubau auf einem Grundstück neben dem Hallenbad anders aussehen wird als einst beabsichtigt. Vorgesehen ist jetzt eine Modulbauweise und ein Bau in zwei Abschnitten von jeweils zwei Gruppen. Jede Gruppe umfasst dabei 25 Plätze.

Lange Zeit gab es Gespräche mit dem DRK über die Trägerschaft. Doch das Thema scheint nun gänzlich vom Tisch zu sein. Jetzt will der Magistrat, dass die Stadt Kirchhain den neuen Kindergarten selbst betreiben wird. Wirtschaftliche Gründe haben dafür den Ausschlag gegeben, wie aus einer Präsentation in der Sitzung klar hervorging.

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Drei Großvorhaben in drei Jahren

Unter dem Strich, so eine Gegenüberstellung der Kosten von eigener Trägerschaft und Trägerschaft durch das DRK, ist das Betreiben der Kita durch die Stadt um 282 078 Euro günstiger. Im Januar 2022 sollen die ersten beiden Gruppen in den Neubau einziehen können. Dass nicht in einem Abschnitt gleich vier Gruppen gebaut werden, ist auch den städtischen Finanzen geschuldet.

Ein Punkt im Konzept der Verwaltung, das in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Fraktionen beraten wurde, ist die Zukunft des Kindergartens Steinweg. Die Stadt ist Mieter der Kirche, der Mietvertrag läuft 2023 aus und verlängert sich ohne Kündigung bis 2028. Dann, so sieht es das Konzept vor, will die Stadt so weit sein, dass sie auf das Gebäude verzichten kann. An diesem späten Termin gab es im Ausschuss allerdings Kritik von FDP und Bündnis 90/Die Grünen.

Man sei sich seit Jahren einig gewesen, dass man das Gebäude aufgrund des Zustandes möglichst früh abgeben wolle, so Dr. Christian Lohbeck (FDP) und Ulrich Balzer (B 90/Die Grünen) unisono. Lob gab es dagegen für die Entscheidung, nun selbst Träger einer neuen Kindertagesstätte zu werden, auch wenn beide Fraktionen den festgelegten Standort weiterhin ablehnen. Doch Lohbeck wollte beispielsweise genauer wissen, was mit dem Begriff Modulbauweise gemeint ist. „Ist das eine gehobene Containerlösung?“, fragte er Richtung Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD). Das wohl nicht. Doch die baulichen Details stünden noch nicht fest, es gehe um abschnittsweises Bauen.

Lohbeck warb eindringlich dafür, auch über alternative Finanzierungswege nachzudenken. So baue die Sparkasse beispielsweise im Hinterland Feuerwehrgerätehäuser.

Das Thema Geld spielt ohnehin eine große Rolle in den nächsten Jahren. Denn Kirchhain will drei Großvorhaben in drei Jahren stemmen: den Bahnhofsumbau, die Freibadsanierung und den Bau einer neuen Kindertagesstätte. Darauf wies Bürgermeister Hausmann hin. Das erfordere ohnehin eine sehr genaue Planung und durchdachte Finanzierung. Für den Kitaneubau gibt es bereits Förderanträge. Beim Bahnhofsumbau sind die städtischen Kosten auf zwei Millionen Euro begrenzt. Das Thema Kita-Neubau wird die Stadtverordneten nun am 14. Dezember in ihrer nächsten Sitzung beschäftigen. Dann soll eine Entscheidung über den abschnittsweisen Bau fallen. Zunächst wird sie im Haupt- und Finanzausschuss am 8. Dezember ab 18.30 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses beraten.

Von Michael Rinde

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