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Ostkreis Gefährlicher Weg zu Burger und Fritten
Landkreis Ostkreis Gefährlicher Weg zu Burger und Fritten
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08:01 08.07.2019
Die Kreisstraße 14 verläuft oberhalb der neuen Burger-King-Filiale.  Quelle: Michael Rinde
Kirchhain

Einen Fußweg gibt es entlang der Kreisstraße zwischen dem Ortsschild Kirchhain und der noch jungen Abzweigung in das Gewerbegebiet Ost nicht. Seit Eröffnung der „Burger-King“-Filiale sind allerdings Fußgänger bei Dunkelheit auf den Fahrbahnrändern unterwegs, auf dem Weg zum oder auf dem Weg zurück vom Schnellrestaurant. Es hat schon erste gefährliche Begegnungen zwischen Autofahrern und nächtlichen Fußgängern in den zurückliegenden Monaten gegeben. Das bestätigt neben der Stadt Kirchhain auch die Polizei auf Anfrage der OP. Der Polizeistation in Stadtallendorf lägen auch entsprechende Erkenntnisse vor, erklärt Polizeisprecher Jürgen Schlick. Sie stehe mit der Stadt Kirchhain im Dialog über das Thema.

Bisher ist es bei mancher Schrecksekunde für Autofahrer und Fußgänger geblieben, Unfälle hat es glücklicherweise nicht gegeben. Damit das so bleibt, will die Stadt Kirchhain handeln, das die Polizei auch für gerechtfertigt hält. Auf Teilen der Kreisstraße ist eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern bisher erlaubt.

"In den Steinen" wird gesperrt

Die Straßenverkehrsbehörde, sprich Bürgermeister Olaf Hausmann, wird jetzt die Straße „In den Steinen“ für den Autoverkehr sperren. Sie zweigt an einem Autohaus am Rande des Ortsschildes ab und kann durch die Sperrung als sicherer Fußweg Richtung Gewerbegebiet genutzt werden. Anwohner erhalten laut einer Mitteilung der Stadt Kirchhain eine Ausnahmegenehmigung. Radfahrer wie auch Landwirte dürfen die Straße weiterhin benutzen.

Das Durchfahrverbot für andere Fahrzeuge soll durch die Mitarbeiter der städtischen Ordnungsbehörde wie sicher auch durch die Polizei durchgesetzt werden. Bürgermeister Hausmann hofft, dass die Fußgänger diese Fußwegeverbindung nun auch entsprechend nutzen auf dem Weg zu Pommes frites und Burger.

Aber es gibt noch eine weitere Sanktion, um den Schutz von Fußgängern, die trotzdem auf der Kreisstraße unterwegs sind, zu verbessern. So wird in Kürze ein Tempolimit von 50 Stundenkilometern zwischen dem Ortsschild Kirchhain und der Abzweigung zur Sonnenallee im Gewerbegebiet gelten. Auch dieses Tempolimit soll entsprechend kontrolliert werden.

Die Situation an der Kreisstraße 14 war zuletzt auch Thema im Kirchhainer Stadtparlament. Dort hatte die CDU-Fraktion beantragt, die Einrichtung eines eigenen Fuß- und Radweges neben der Kreisstraße zu prüfen. Zuständig wäre formal die Behörde Hessen Mobil, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Bürgermeister Hausmann kündigte in der Debatte die gerade beschriebenen ersten Schritte der Stadt an, um die Situation zu entschärfen.

Bürgermeister hält CDU-Antrag für obsolet

Olaf Hausmann hält den Prüfantrag der CDU angesichts der bereits ­getroffenen Vorkehrungen für „obsolet“.

Anders sieht das Uwe Pöppler, Fraktionsvorsitzender der CDU. Er hält die Prüfung eines solchen Fußgängerweges trotzdem für wichtig. „Denn vor allem Jugendliche werden immer den schnellsten Weg nehmen“, argumentierte er.

Die Stadt hat auch Kontakt mit dem Betreiber des Schnellrestaurants aufgenommen. Der will die Pläne der Stadt für eine Straßensperrung und das Tempolimit unterstützen, so die Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Zugleich will er Besucher wie Mitarbeiter auf die Gefahren solcher nächtlichen Spaziergänge entlang der Kreisstraße 14 hinweisen und entsprechende Broschüren verteilen lassen. Über den CDU-Antrag zum Fußwegbau wird ab August in den Fachausschüssen weiter beraten.

von Michael Rinde