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Ostkreis Spatenstich für Millionenprojekt in Stadtallendorf
Landkreis Ostkreis Spatenstich für Millionenprojekt in Stadtallendorf
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16:00 07.12.2021
So soll der dreigeschossige Neubau der Sparkasse in Stadtallendorf nach seiner Fertigstellung im Spätsommer 2023 aussehen.
So soll der dreigeschossige Neubau der Sparkasse in Stadtallendorf nach seiner Fertigstellung im Spätsommer 2023 aussehen. Quelle: Sparkasse
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Stadtallendorf

Spatenstich am Nikolaustag – der konnte natürlich nicht erfolgen, bevor der bärtige Geselle kleine Weihnachts-Leckereien verteilt hatte. Bereits 2017 hatte die Sparkasse das markante Grundstück direkt am Einkaufszentrumskreisel in der Nähe des Aufbauplatzes gekauft (die OP berichtete). Umso größer war die Freude bei Sparkassen-Vorstandsvorsitzendem Andreas Bartsch, dass nun der symbolische Spatenstich erfolgen konnte, „bevor nach einigen Vorarbeiten im kommenden Februar endlich die Bagger rollen und man dann auch richtig was sehen kann“, so Bartsch.

Rund 3 000 Quadratmeter Fläche hat die Sparkasse zur Verfügung. „Wir wollen unsere beiden Standorte Niederkleiner Straße und Bahnhofstraße hier zusammenführen. Denn wer die Gebäude kennt, der weiß, sie sind in die Jahre gekommen – und haben mit dem, was wir als Sparkasse unter modernem Banking und Geschäften verstehen, eigentlich wenig zu tun.“ Die Mitarbeiter würden sich „neuere und modernere Arbeitsplätze“ wünschen – und Bartsch ist überzeugt: „Auch ein nicht ganz kleiner Teil der Kunden freut sich darauf, ein neues Gebäude zu haben.“ Und das lässt sich das Kreditinstitut rund 15 Millionen Euro kosten.

„Der Standort Stadtallendorf ist für uns extrem wichtig“, betonte Bartsch. Das neue Beratungs-Center werde nach der Hauptstelle in Marburg die Größte im Landkreis sein, „wir haben weit mehr als 200 Millionen Euro an Kundeneinlagen, mehr als 200 Millionen Euro an Krediten und mehr als 50 Millionen Euro an Wertpapiergeschäft hier in Stadtallendorf und wachsen hier weiter“, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Mitarbeiter durften bei Gestaltung mitreden

Rund 40 Arbeitsplätze werden in dem neuen Center realisiert. Soweit möglich würden Gewerke von heimischen Unternehmen ausgeführt. So seien die bisher vergebenen Planungen für Statik, Elektroplanung, Heizung, Klima, Lüftung, Brandschutz und Außenanlagen alle an Unternehmen aus dem Landkreis gegangen. Und: Auch die Mitarbeiter durften mitreden. „Wir haben Workshops zur Gestaltung des Gebäudes innen vorgenommen – damit die Mitarbeiter auch sagen können: ,Das sind unsere Arbeitsplätze’. Denn sie wissen am besten, wie sie arbeiten wollen.“

Im Obersten der drei Geschosse werde ein Veranstaltungs- und Konferenzbereich entstehen, der nicht nur für Fortbildungen oder für Kundenveranstaltungen genutzt werden könne – sondern auch von den Kunden selbst. Zudem werde es einen großzügigen SB-Bereich und eine groß dimensionierte Schließfach-Anlage geben. Gebaut wird barrierefrei, auf das Dach kommt eine Photovoltaik-Anlage, vor das Gebäude Elektro-Tankstellen. Insgesamt strebe man die Goldstatus-Zertifizierung der „Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen“ an.

Banking hat sich stark verändert

Bartsch ging auch noch einmal auf die häufig geäußerte Kritik an der Sparkasse wegen Filialschließungen ein. „Ich kann die immer nachvollziehen. Aber eines kann man unserer Sparkasse nicht nachsagen: Dass sie nicht in den Landkreis investiert.“ Doch müsse man Banking heute ein Stück weit anders verstehen, „als man das vor 10 oder 15 Jahren verstanden hat. Denn die Standorte, die wir heute schließen, sind einfach nicht mehr zukunftsfähig. Sie sind nicht modern – weder für die Kunden noch für die Mitarbeiter.“

Für Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) steht fest: „Das neue Beratungs-Center stellt eine Verbesserung und Modernisierung des Dienstleistungs-Angebots dar.“ Andere Banken würden die Stadt, die sich als das „industrielle Herz des Landkreises“ versteht, verlassen, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die Schließung der Commerzbank-Filiale. Da sei es schön, „dass sich die Sparkasse klar und deutlich zu diesem Standort bekennt“. Mit den öffentlich nutzbaren Räumen im Obergeschoss werde die Stadt eine sinnvolle Erweiterung des Angebots erfahren. Insgesamt werde die Investition „unsere Stellung als Mittelzentrum weiter stärken“, zudem werde die bisher brachliegende Fläche durch den Bau enorm aufgewertet.

Für den Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow (CDU) rutscht die Sparkasse mit ihrem Neubau „noch etwas näher an die Wirtschaft ran. Es kommt zum Ausdruck: Die Sparkasse ist für die heimische Industrie ein guter Partner – und natürlich auch für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt“. Stadtallendorf biete dynamisches Wachstum, ein dynamisches Zusammenwachsen unterschiedlichster Kulturen – „da freuen wir uns, dass das Geldinstitut der Region sich hier mit einer solchen Investition zur Stadt bekennt“.

Von Andreas Schmidt

07.12.2021
05.12.2021