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Ostkreis Sieben infizierte Heimbewohner bisher verstorben
Landkreis Ostkreis Sieben infizierte Heimbewohner bisher verstorben
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20:22 05.11.2020
Bisher starben vier Bewohner des Evangelischen Altenhilfezentrums Haus Elisabeth in Kirchhain an oder in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Quelle: Thorsten Richter
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Kirchhain

In zwei großen Altenpflegeeinrichtungen in Kirchhain und Marburg kämpfen Mitarbeiter, Gesundheitsbehörde und Mediziner seit Wochen mit den Folgen eines Corona-Ausbruches (die OP berichtete mehrfach). Traurige Zwischenbilanz: Im Kirchhainer Evangelischen Altenzentrum Haus Elisabeth sind bisher vier Menschen an oder in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Diese Zahl nannte gestern auch die Kreisverwaltung gegenüber der Oberhessischen Presse. Hinzu kommen drei Verstorbene im Zusammenhang mit Covid-19 im Evangelischen Altenhilfe- und Pflegezentrum Elisabethenhof in Marburg. Kreisweit verstarben seit Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr insgesamt zehn Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Aktuell leben 81 Bewohner im Haus Elisabeth und 71 im Elisabethenhof.

Infizierte Bewohner auf dem Weg der Besserung

Allerdings gibt es auch positive Nachrichten aus dem Haus Elisabeth: „Die meisten infizierten Bewohner befinden sich auf dem Weg der Besserung“, sagt Christiane Gahr, Sprecherin des Betreibers Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen in Hofgeismar. Zwei Erkrankte befinden sich allerdings nach wie vor in einem ernsteren Zustand. Nach den jüngsten Testreihen gibt es in der Kirchhainer Einrichtung 23 Infizierte.

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Eine positive Entwicklung zeichnet sich auch beim Personal ab. Dort gelten zwölf Mitarbeiter als infiziert, insgesamt sind 20 in Quarantäne. Bei acht endet die Quarantäne. „Sobald sie negativ getestet sind, werden sie wieder arbeiten“, sagt Gahr. Sie werden dringend gebraucht. Seit dem Ausbruch arbeiten die verbliebenen Mitarbeiter an der Belastungsgrenze, Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma unterstützen. „Wir sind dankbar für jede helfende Hand aus der Umgebung“, sagt auch Christel Herz, die Leiterin des Hauses Elisabeth.

Zwei Bewohner des Hauses Elisabeth verstarben im Krankenhaus, zwei weitere im Heim. „Niemand in unserer Einrichtung stirbt einsam und allein“, sagt Christiane Gahr. Es habe eine Abschiedsmöglichkeit für die Angehörigen wie auch für die Mitarbeiter gegeben, natürlich in entsprechendem Vollschutz, also mit Anzug und Schutzmasken.

Im Marburger Elisabethenhof wartet Leiter Roland Teuber auf die aktuellen Testergebnisse. Zuletzt galten 21 Bewohner und neun Mitarbeiter dort als infiziert, weitere 13 Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne.

Begrenzung auf einen Wohnbereich

In beiden betroffenen Einrichtungen hat sich das Infektionsgeschehen auf einen von jeweils zwei Wohnbereichen begrenzen lassen. Darüber ist auch das Gesundheitsamt erleichtert. Die schnelle Reaktion auf die ersten Fälle habe sich in diesem Punkt ausgezahlt. „Die Ereignisse zeigen leider eindrucksvoll, wie sich ein Ausbruch in einer solchen Einrichtung unmittelbar auswirkt“, sagt Kreissprecher Stephan Schienbein. Bei beiden Altenpflegeeinrichtungen waren die Infektionswege klar nachvollziehbar.

Angesprochen auf Testkapazitäten und Schnelltests formuliert Christiane Gahr als Sprecherin von Gesundbrunnen eine klare Hoffnung: „Auch mit Blick auf die Testlabore hoffen wir, dass die erneuten Einschränkungen schnell eine positive Wirkung zeigen, damit auch in Zukunft bei den Tests alles schnell und reibungslos verläuft.“

Inzwischen seien auch die ersten Schnelltests eingetroffen. Noch fehle es aber an einer rechtlichen Grundlage für den Umgang damit, sagt Gahr. Schnelltests, so die Hoffnung, sollen in Zukunft noch schnellere Reaktionen auf das Infektionsgeschehen ermöglichen.

Von Michael Rinde

05.11.2020
05.11.2020