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Ostkreis Patienten zeigen immer schwerere Symptome
Landkreis Ostkreis Patienten zeigen immer schwerere Symptome
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13:34 27.10.2020
Weiterhin ist nur ein Wohnbereich von dem Corona-Ausbruch im Haus Elisabeth betroffen. Quelle: Thorsten Richter
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Kirchhain

Die Situation im Evangelischen Altenzentrum Haus Elisabeth in Kirchhain bleibt nach dem Corona-Ausbruch vor mehr als einer Woche hochgradig angespannt. Fakt ist im Moment, dass aktuell 25 Bewohnerinnen und Bewohner sich mit dem Corona-Virus infiziert haben.

Das sind zwei mehr als zuletzt Ende vergangener Woche vermeldet, als allerdings noch nicht alle Testergebnisse vorlagen. Die Zahl der infizierten Mitarbeiter liegt mittlerweile bei zwölf, ist also seit vergangener Woche ebenfalls noch einmal angestiegen. Das Haus Elisabeth hatte zu Beginn des Ausbruchs 88 Bewohner und verfügt über 120 Mitarbeiter. In der vergangenen Woche war eine hochbetagte Bewohnerin des Altenzentrums gestorben. Sie war positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Besorgniserregend ist offenbar, dass immer mehr Erkrankte immer schwerere Krankheitssymptome aufweisen. Stand Montag (26. Oktober) sind derzeit sechs Bewohner im Krankenhaus, in der vergangenen Woche war es lediglich einer. „Wir stellen fest, dass die Krankheitssymptome zunehmen“, sagt Björn Borgmann, Pflegedienstleiter der Einrichtung, auf Nachfrage dieser Zeitung.

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Lediglich ein Wohnbereich ist betroffen

Positiv aus Sicht des Altenzentrums und seines Betreibers: Nach wie vor ist lediglich einer der zwei Wohnbereiche von den Infektionen mit dem Corona-Virus betroffen. Dieser Wohnbereich ließ sich gleich zu Beginn des Ausbruches vom anderen abtrennen. Sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Wohnbereiches halten sich seit mehr als einer Woche in ihren Zimmern auf und nehmen dort auch ihr Essen ein. Besonders für die Menschen mit demenziellen Erkrankungen sei das eine Herausforderung, da sie die Situation nicht einsortieren können, erklärt Christiane Gahr, Sprecherin des Einrichtungsbetreibers Evangelische Altenhilfe Hofgeismar. „Im Moment leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Herkulesarbeit“, erklärt Björn Borgmann zur Belastung für das Pflegepersonal im Haus Elisabeth.

Das Gesundheitsamt des Landkreises begleitet den Ausbruch im Haus Elisabeth. Derzeit werde eine zweite Testrunde der Bewohner vorgenommen, erklärt Kreissprecher Stephan Schienbein gegenüber dieser Zeitung. Eine Bewertung der Gesamtsituation im Haus Elisabeth sei schwierig. „Es handelt sich dort um eben genau jene Gruppe, die wir besonders schützen müssen“, unterstreicht Schienbein.

Besuche sind im Altenzentrum nur noch in absoluten Ausnahme und mit ausdrücklicher Erlaubnis der Leitung möglich. Alle Bewohner werden derzeit mehrmals täglich genau untersucht, berichtet Pflegedienstleiter Borgmann.

von Michael Rinde