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Ostkreis Von den Einschränkungen merkt niemand etwas
Landkreis Ostkreis Von den Einschränkungen merkt niemand etwas
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17:59 03.08.2020
Sabine Wagner-Barth (links) und Brigitte Wittekindt ziehen täglich im Rauschenberger Schwimmbad ihre Bahnen. Quelle: Florian Lerchbacher
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Rauschenberg

Die Corona-Vorschriften und das Rauschenberger Freibad? Lassen sich problemlos unter einen Hut bringen!

Einschränkungen verspüren die Gäste eigentlich keine – außer vielleicht, dass selbst Menschen, die seit vielen Jahren gemeinsam ihre Bahnen ziehen, beim Schwimmen auf anderthalb Meter Abstand achten müssen.

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Tun sie das nicht, weist Schwimmmeisterin Silke Hackfurth sie mit ihrer fröhlichen Art auf das „Fehlverhalten“ hin – und schon herrscht wieder Ordnung.

Am Eingang bekommt jeder Gast des idyllischen Freibades einen Zettel in die Hand gedrückt, welche Sonderregeln aufgrund der Corona-Pandemie gelten. Logisch: Schon an der Kasse gilt es, anderthalb Meter Abstand zu halten. Für diejenigen, die auch nach knapp fünf Monaten noch nicht einschätzen können, wieweit sie sich vom Vordermann entfernt halten müssen, sind Markierungen am Boden angebracht.

Drei Kabinen sind geöffnet

Bei Toiletten und Umkleiden hat sich die Stadt entschlossen, jeweils nur eine von drei Kabinen zu öffnen. So ist gesichert, dass sich auch im unbeobachteten Bereich niemand zu nahe kommen kann.

Das Schwimmbecken ist derweil in zwei oder drei Bereiche unterteilt. Während die Frühschwimmer aktiv sind, halbieren die Rauschenberger das Becken, damit möglichst viele Menschen ungestört die 25 Meter langen Bahnen ziehen können. Wollen Kinder oder Nichtschwimmer ein wenig planschen, wird eine Hälfte noch einmal halbiert, damit auch diesem Wunsch nachgekommen werden kann.

Das Sprungbrett ist geschlossen – allerdings darf die Badeaufsicht nach eigenem Ermessen entscheiden, ob sie es öffnet. Das ist dann abhängig vom Andrang. „Morgens kommen zwei ältere Herren, die gerne ein paarmal springen. Das ermöglichen wir dann natürlich“, sagt Hackfurth. 60 Schwimmer dürfen theoretisch gleichzeitig ins große Becken, das Planschbecken können maximal acht Kinder auf einmal nutzen.

Badegäste achten aufeinander

Herrscht größerer Betrieb, achten die Aufsichtspersonen auch darauf, dass der Beckenbereich nur über das dem Eingang zugewandte Durchschreitebecken betreten und über das andere wieder verlassen wird: „Aber eigentlich müssen wir nie eingreifen: Die Leute sind sehr vorsichtig und rücksichtsvoll. Sie achten gut aufeinander“, sagt Kassierer Lukas Weygand und ergänzt: „Eigentlich dachten wir, sie rennen uns die Bude ein – aber es läuft alles sehr gesittet, und so viele Gäste sind es dann doch nicht.“ 400 Personen dürfen theoretisch trotz der Corona-Einschränkungen auf das Gelände – 231 war in diesem Jahr die höchste Besucherzahl.

sDer Spitzenwert bezieht sich allerdings nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt. Die 231 Gäste verzeichnete die Stadt über den Tag verteilt. Entsprechend ist es auch nicht nötig, Bändchen oder Ähnliches zu verteilen, um einen Überblick über die Zahl der Badegäste zu halten. Eine einfache Strichliste an der Kasse reicht völlig aus. „Es ist einfach ein schönes Miteinander“, resümiert Hackfurth und spricht den Besuchern ein großes Lob aus, wie gut sie sich mit den Einschränkungen arrangieren.

Einschränkungen sind kein Problem

Diese geben das Lob aber auch zurück: „Das Rauschenberger Freibad ist einfach wunderbar. Das Wasser ist toll und das Personal sehr freundlich“, stellt eine regelmäßige Besucherin heraus, die nach eigenen Angaben an sieben Tage die Woche zu Gast ist. Die Einschränkungen seien klein Problem: „Beim Schwimmen merkt man nichts, beim Duschen sprechen wir uns ab – eigentlich bekommt man gar nichts von den Einschränkungen mit.“

Ähnlich sieht das Sabine Wagner-Barth, die an manchen Tagen sogar sowohl morgens als auch abends ihre Bahnen zieht: „Morgens läuft es völlig problemlos. Später ist es manchmal etwas voller, aber da schwimmen wir dann eben hintereinander – und zwar im Kreis. So können wir brav den notwendigen Abstand einhalten. Mit ein bisschen Absprache geht alles.“

Checkliste Freibad Rauschenberg

Maximal mögliche Personenzah l auf dem Gelände aktuell: 400.

Bei „Normalbetrieb“ ohne Corona-Einschränkungen: Bei Normalbetrieb sind grundsätzlich mehr Personen zulässig, aber die Anzahl von 400 Personen, die gleichzeitig das Freibad besuchen, wurde nur selten erreicht.

Maximal mögliche Zahl der Schwimmer  aktuell: 65.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 19.30 Uhr; Samstag, Sonn- und Feiertag von 10 bis 19 Uhr.

Preis Einzelkarte: Kinder bis 6 Jahre: kostenlos; 6 bis 13 Jahre: 2 Euro; 14 bis 17 Jahre: 2,50 Euro; ab 18 Jahre: 3,50 Euro.

Gesamtgröße der Liegefläche: Das gesamte Gelände ist rund 8.000 Quadratmeter groß, zieht man die Gebäude- und Hangflächen ab, verbleiben noch rund 4.o00 Quadratmeter Liege- und Freizeitfläche.

Kiosk vorhanden/geöffnet? Ein Kiosk ist vorhanden und auch geöffnet.

Begrenzung der Öffnungszeiten: Keine Begrenzung der Öffnungszeiten für Besucher. Keine zeitliche Beschränkung beim Kauf eines Tickets.

Kursangebote: In diesem Jahr finden keine Kurse statt. Ansonsten bieten die Stadt Schwimmkurse und Wassergymnastik an.

Weitere Freizeitmöglichkeiten/Sportangebote: Auf den großen Freiflächen können selbst mitgebrachte Spiele gespielt werden, zum Beispiel Federball.

Eingesetzte Mitarbeiter im Freibad: Die Stadt setzt derzeit vier Personen für die Badeaufsicht ein, drei für den Kassenbereich und zwei für den Kiosk.

Jahres- oder Saisonkarten? Es gibt Jahreskarten sowie Familienkarten und zusätzlich Zehner-Karten.

Ermäßigungen: Für Studenten, Schwerbehinderte (ab 50% G.d.B.) sowie Bezieher von ALG II (mit den entsprechenden Nachweisen).

Von Florian Lerchbacher

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