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Ostkreis Schüler bringt Kreuzplatz auf Vordermann
Landkreis Ostkreis Schüler bringt Kreuzplatz auf Vordermann
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13:55 29.07.2020
Marvin Feldpausch hat die Hand an dem Torpfosten, den er unter anderem repariert hat. Quelle: Michael Rinde
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Mardorf

Das Elternhaus von Marvin Feldpausch steht nur wenige Meter vom Wegkreuz entfernt, das die Anwohner „Hugos Dorfplatz“ nennen, wie seine Mutter Silke Feldpausch erzählt. Im Februar fasste der 17-Jährige den Entschluss, sich um das Wegkreuz, besonders um Zaun und Pfeiler, selbst zu kümmern. Denn die Anlage war in einem schlechten Zustand. Das Holz des Zaunes war verwittert, die Steinstützen dreckig. Ein Pfosten des Tores war beschädigt. Schlecht stand es auch um die Ruhebänke und Mülleimer aus Holz.

Über einen Nachbarn, der beim Bauamt der Stadt Amöneburg arbeitet, nahm Marvin Feldpausch Kontakt zur Stadtverwaltung auf. Schnell erhielt er die Erlaubnis, dass er sich um die Anlage kümmern darf. Die Stadt sagte zu, die Materialkosten zu übernehmen. „Ich interessiere mich für handwerkliche Arbeit und ich wollte gerne etwas tun“, sagt er jetzt, einige Monate später, im Gespräch mit der OP. Dass er durch die Corona-Krise und die Schulschließung plötzlich mehr Zeit haben sollte als gedacht, ahnte im Februar noch keiner.

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Der Schüler demontierte den Holzzaun, schliff die Bretter ab und strich sie neu. Genauso verfuhr er mit den Bänken und den Mülleimern. Auch die Metallteile strich er wieder in ihrer ursprünglichen schwarzen Farbe, natürlich nach entsprechender Vorbehandlung. Beim beschädigten Torpfosten waren Steinarbeiten nötig. Dabei habe ihn dann sein Vater unterstützt und ihm gezeigt, wie er beispielsweise den richtigen Mörtel anrühren musste. Für einen Laien ist nicht zu erkennen, dass der Torpfosten repariert wurde. Zug um Zug wurde dank Marvin Feldpauschs Arbeit die Anlage rund um das Wegkreuz wieder schön. Dahinter stecken viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit des jungen Schülers: 164 Stunden sind bisher zusammengekommen.

Die Stadt Amöneburg reinigte zwischenzeitlich auch das eigentliche Wegkreuz. Marvin Feldpausch übernahm es mit fachlicher Hilfe von Inge Eismann-Nolte, dort noch die Jahreszahl des Kreuzes, das Jahr 1899, sauber nachzuziehen.

Dass sich Anwohner um „Hugos Dorfplatz“ kümmern, besonders um das Mähen, hat offenbar Tradition, wie Silke Feldpausch der OP berichtet. Früher sei das noch häufiger passiert. Ihr Sohn hat von den Nachbarn viele positive Rückmeldungen für seine Arbeit bekommen. Er selbst interessiert sich für eine Patenschaft für die Anlage und hat sich deshalb an die Stadtverwaltung gewandt. Noch wartet er auf eine Rückmeldung. Aufhören will der 17-Jährige aber noch nicht. In nächster Zeit will er sich um ein Plexiglasschild kümmern, auf dem es Informationen rund um das Wegkreuz und seine Geschichte geben soll. Die Infos will er jetzt erst einmal recherchieren.

Von Michael Rinde