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Ostkreis Sanierung kann im Herbst 2020 beginnen
Landkreis Ostkreis Sanierung kann im Herbst 2020 beginnen
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00:18 18.05.2019
Es ist angerichtet: Michael Theis vom Bauamt (von links) und Bürgermeister Olaf Hausmann freuen sich auf eine gute Saison. Die von Herbert Langelage (vorn) gemessenen Wasserwerte sind okay. Quelle: Matthias Mayer
Kirchhain

Die bange Frage hat demnächst ausgedient. Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) sagte beim Ortstermin mit dieser Zeitung im Vorfeld der für Mittwoch geplanten Saisoneröffnung, dass nach der Saison 2020 mit den Sanierungsarbeiten an der Schwimmbad-Technik und an dem 50-Meter-Becken begonnen werden könnte. Voraussetzung dafür sei die Zustimmung des Parla­ments, das sein Placet für den Ausbau des Bades schon einmal gegeben hatte. Allerdings für ein Bad-Konzept, das Richtung Spaßbad tendiert. Und das lässt sich wegen mangelnder Förderung nicht realisieren.

Für Kinder ist der Freibadbesuch gratis

Das Freibad ist  - sobald der Wasserrohrbruch behoben ist -  witterungsunabhängig von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise bleiben stabil. Kinder bis zehn Jahre bezahlen keinen Eintritt. Für Erwachsene (55 Euro) und Jugendliche (11 bis 17 Jahre) (29 Euro) gibt es Saisonkarten. Für Gruppenkarten (zwei bis sechs Personen) zahlen Erwachsene 40 Euro und Jugendliche von 11 bis 17 Jahren 15 Euro. Einzeltickets kosten für Erwachsene 3,50 Euro und für Jugendliche 2,50 Euro. Der Feierabendtarif (ab 18 Uhr) schlägt mit 1,50 Euro für Erwachsene und ­einen Euro für Jugendliche zu Buche.

„Wir haben am Samstag mit dem Saisonkarten-Verkauf angefangen. Es gingen 60 bis 70 Tickets über den Tresen“, berichtete Olaf Hausmann. Im Bad wurde am Montag noch gearbeitet. Mitarbeiter des Bauhofs waren damit beschäftigt, den Rasen des Landschaftsparks zu mähen. Die ­eigentlichen Arbeiten waren­ schon zuvor erledigt worden. „Wir haben Glück gehabt. Wir sind mit den üblichen Schäden davongekommen“, sagte Michael Theis vom Bauamt. Wobei das „Übliche“ kein billiger Spaß sei, schränkte der Fachdienstleiter Infrastrukturelles Gebäudemanagement ein.

Die Platten rund um das Becken mussten allesamt geprüft und die Übergänge zu den Fliesen neu verfugt werden. Wegen der geringen Wassertiefe drohten Fliesen sich über den Winter im Planschbecken, in den Durchschreitebecken und im oberen Teil des Beckens zu lösen. Letztlich müsse jede einzelne Fliese kontrolliert werden, beschrieb Michael Theis das Procedere, das ihn seit 20 Jahren begleitet. Etwas aus der Reihe tanzte der kleine Sturmschaden im Bad. Ein Ast stürzte auf einen Pfosten, der das Sonnensegel am Planschbecken hält. Der verbogene Pfosten wurde ausgetauscht.

Gewissermaßen Chef im Bad ist Herbert Langelage, der seit einigen Jahren im Auftrag der Stadt für ein externes Unternehmen die Badeaufsicht und die Aufsicht über die Schwimmbadtechnik innehat.

„An normalen Tagen sind stets zwei Schwimmmeister zugegen, weil sich das Becken durch den Sprungteil nicht von einem Standpunkt komplett einsehen lässt. Ist der Andrang groß, stockt Herbert Lange­lage das Personal auf“, erläuterte ­Michael Theis das System.

Auch die Marburger schätzen das Freibad

Das Bad ist beliebt – auch bei Sportlern. Herbert Langelage berichtete von einer Anfrage der Philipps-Universität für Triathlon-Training. „Das ist der Vorteil eines 50-Meter-Beckens. Wir haben auch viele Badegäste aus Marburg“, würdigte Olaf Hausmann einen Vorzug des Freibades. Dazu kommen die Ruhe und die Abgeschiedenheit zwischen den großen Bäumen und der Spielbereich für die Kinder.

„Für mich ist das Freibad ein wichtiges Projekt, das wir als Wohnstadt aus meiner Sicht unbedingt für die Bürger erhalten müssen“, positionierte sich der Bürgermeister.

Kein Umbau zum Spaßbad

Die reinen Schwimmer werden frohlocken: Kirchhain bekommt vorerst kein Spaßbad mit Steg, Engstellen, Kletterwand und Erlebnisbereich. Die schönen Pläne aus dem Jahr 2016 lassen sich nicht realisieren. Das teilte Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) im Gespräch mit der OP mit.

Wie diese Zeitung berichtete, setzte sich die Stadt Kirchhain für die Umsetzung des ehrgeizigen Projekts auf ein dreigliedriges Förderkonzept:

  • Den Landkreis Marburg-Biedenkopf.
  • Das SWIM-Förderprogramm des Landes Hessen für die hessischen Bäder.
  • Das Bundesprogramm zur Förderung von Sportstätten.

„Wir haben Förderanträge­ beim Landkreis, beim Land Hessen und beim Bund gestellt. Beim Landkreis stehen wir auf Platz eins der Liste“, sagte der Bürgermeister und Kämmerer. Das SWIM-Programm des Landes fördere 30 Prozent eines Projektes, maximal eine ­Million Euro. Die Chancen der Stadt stünden gut. In das Bundesprogramm sei Kirchhain nicht reingekommen. Das Programm sei dreizehnfach überzeichnet gewesen. Aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf sei nur Bad Endbach mit einem Sporthallen-Projekt erfolgreich gewesen.

„Wir müssen nun sehen, was wir auf dieser finanziellen Basis tun können“, räumte Olaf Hausmann ein. Das Ende 2016 beschlossene Ursprungskonzept müsse aus seiner Sicht überarbeitet werden, zumal das SWIM-Programm nur Sportbäder fördere. Er werde den Kirchhainer Parlamentariern für den am 24. Juni endenden ­Sitzungszug vorschlagen, das Becken samt Schwimmbadtechnik 1:1 zu sanieren.

Michael Theis teilte mit, dass an den Ausschreibungen der Architektenleistungen auf dieser Grundlage bereits gearbeitet werde. Ab wann mit den Bauarbeiten an dem in die Jahre gekommenen Bad begonnen werden könnten, entscheide allein die Politik.

Läuft alles nach Plan, kann mit den Arbeiten im Freibad nach der Saison 2020 begonnen werden, so der Bürgermeister. Er schätzt, dass es wegen der Bauarbeiten im Jahr 2021 keinen Freibad-Betrieb geben wird.

Das wird es aber noch nicht gewesen sein. Olaf Hausmann denkt an einen zweiten Bauabschnitt, der Teile des ­Ursprungskonzepts aufnimmt. Umkleidetrakt, Sanitär- und Kassenanlage und die Gebäudetechnik sollen erneuert werden. Und wenn das Geld reicht, soll es auch eine Bespaßung am Becken geben.

von Matthias Mayer