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Ostkreis Bahn startet Umbau erst im nächsten Herbst
Landkreis Ostkreis Bahn startet Umbau erst im nächsten Herbst
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12:58 13.12.2020
Der Hauptbahnsteig des Kirchhainer Bahnhofes wird voraussichtlich ab Herbst 2022 umgebaut. Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter
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Kirchhain

Es ist eines der ganz großen Zukunftsprojekte in der Kirchhainer Innenstadt: der barrierefreie Umbau des Kirchhainer Bahnhofes am Ende der Fußgängerzone. Beide Bahnsteige werden dazu umgebaut und erhöht, von bisher 38 auf 55 Zentimeter (die OP berichtete), also auf die aktuelle Standardhöhe für deutsche Regionalbahnhöfe. Allerdings beginnen die Arbeiten nicht, wie bisher immer erwartet, im Frühjahr 2021, sondern erst im Oktober 2021. Das erklärte Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) im Gespräch mit der OP. Zum Auftakt saniert die Bahn AG den äußeren Bahnsteig. Wie die Bahn der OP auf Nachfrage mitteilt, hätten umfangreiche Planungen die Beantragung neuer Sperrpausen für die Main-Weser-Bahn nötig gemacht. Sperrpausen sind die Zeiträume, während derer die Bahnstrecke für Bauarbeiten gesperrt werden muss. Sie haben in aller Regel einen erheblichen Vorlauf, was wie in diesem Fall zu Verzögerungen bei Planungen führen kann.

Erst im Herbst 2022 ist dann der mittlere Bahnsteig samt dem Umbau der Unterführung und dem Einbau von Aufzügen an der Reihe. Es zeichnet sich also schon ab, dass der Kirchhainer Bahnhof insgesamt länger Baustelle sein könnte als erwartet. Das sieht auch Hausmann so. Mitte Januar werde es das nächste Abstimmungsgespräch mit der Bahn geben, da werde das ein Thema sein.

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Hausmann kann sich allerdings nicht vorstellen, dass es bei den Bauarbeiten eine längere Pause geben wird. „Das führt zu erneuten Baustelleneinrichtungen, was Aufwand und Kosten bedeuten könnte“, sagt er. Bei den Kosten ist die Stadt Kirchhain als zahlender Partner der Bahn allerdings ohnehin auf der sicheren Seite. Ihr Anteil ist auf exakt zwei Millionen Euro gedeckelt. Insgesamt geht es beim Bahnhof Kirchhain um einen Betrag von 9,8 Millionen Euro, so die bisher letzten bekannten Zahlen.

Wie sich die veränderte Zeitplanung und deren Details noch auf die Zahlungstermine auswirken werden, ist indessen noch nicht klar. Die Stadt habe der Bahn bereits einen Zahlungsplan zukommen lassen, so Hausmann. Klar ist, dass Kirchhain den Betrag von zwei Millionen Euro nicht auf einen Schlag wird aufbringen müssen. Das kommt der Stadt jetzt besonders entgegen, weil sie gleich drei Großprojekte mit ihren eingeschränkten Zahlungsmitteln wird stemmen müssen.

Neben dem Bahnhof sind das die Freibadsanierung und der Bau einer neuen Kindertagesstätte neben dem Hallenbad. Den Kita-Neubau wird Kirchhain dabei auf zwei Abschnitte aufteilen, falls das Stadtparlament in seiner Sitzung am 14. Dezember dem Vorschlag des Magistrates folgt. Die Bahn selbst sieht in der Aufteilung auf zwei Bauabschnitte keine Nachteile für Fahrgäste und Anwohner. „Die Arbeiten wurden lediglich entzerrt“, so eine Sprecherin des Unternehmens. Da der Hausbahnsteig am Park-and-Ride-Parkplatz völlig unabhängig vom Mittelbahnsteig sei, bot sich dies als eine gute Gelegenheit an, das Projekt zu entzerren.

Aus Sicht der Bahn hat dies den Vorteil, dass in der zweiten Bauphase eben jener Hausbahnsteig schon komplett und uneingeschränkt zur Verfügung stehen werde. Im Frühjahr 2023, so das erklärte Ziel, soll der Kirchhainer Bahnhof dann umgebaut und die Großbaustelle erledigt sein.

Noch einmal wird der Kirchhainer Bahnhof irgendwann in der Zukunft Baustelle werden. Dann, wenn denn die Bahnsteige doch noch auf 75 Zentimeter Höhe bundeseinheitlich ausgebaut werden. Dabei geht es nach dem jetzigen Stand aber um einen Starttermin in Jahrzehnten. Die Stadt Kirchhain werde dann nicht erneut zur Kasse gebeten, betont Bürgermeister Hausmann. Derzeit werde zwischen Bund und Land eine sogenannte Migrationsvereinbarung geschlossen. „Aber damit haben wir finanziell nichts zu tun“, so Hausmann. Es bleibe bei der einmaligen Zahlung von zwei Millionen Euro.

Von Michael Rinde