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Ostkreis Eine Pause für neue Impulse
Landkreis Ostkreis Eine Pause für neue Impulse
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09:58 01.08.2021
Beide freuen sich auf das halbe Jahr Auszeit: Svenja und Dr. Gerhard Neumann.
Beide freuen sich auf das halbe Jahr Auszeit: Svenja und Dr. Gerhard Neumann. Quelle: Foto: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Es ist eine Pause, ein Ausstieg auf Zeit, den das Pfarrer-Ehepaar Svenja und Dr. Gerhard Neumann nun vor sich haben. Ein halbes Jahr lang lassen sie ihre Arbeit, die ihnen beiden ungebrochen wichtig ist, jetzt ruhen. Pfarrerin Neumann arbeitet seit 2016 in Stadtallendorf in der Kirchengemeinde Herrenwald, der auch die Gemeindeteile Neustadt und Speckswinkel angehören. Ihr Mann ist Studienleiter am Religionspädagogischen Institut der Evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck (EKKW) in Marburg.

Beide freuen sich auf ein „halbes“ Sabbatical, ein halbes Jahr Pause. Und sie sind glücklich darüber, dass ihr gemeinsamer Arbeitgeber, die EKKW, ihnen das gemeinsam ermöglicht, keine Selbstverständlichkeit bei einem Sabbatjahr, einem geplanten Ausstieg auf Zeit. „Sabbatjahr“, der Ausdruck allein zeigt schon, worum es geht. Die Ruhezeit. Der Sabbat ist im jüdischen Glauben der Ruhetag, der siebte Tag einer Woche, Beginn ist am Freitagabend mit dem Sonnenuntergang.

Eigentlich wollten Svenja und Gerhard Neumann mindestens zwei Monate in Schottland verbringen und dort arbeiten. Ihr Ziel war die kleine Insel Iona mit einer gleichnamigen ökumenischen Community. Doch die Pandemie führte zu einer Absage. Jetzt zieht es beide zunächst nach Südfrankreich, mit dem Wohnwagen. Ein festes Ziel gibt es noch nicht, nur den Vorsatz, sich einfach einmal treiben zu lassen. Schon vor ihrem „Sabbatical“ empfehlen beide auch anderen, sich mit dem Gedanken einer befristeten Auszeit zumindest mal zu beschäftigen.

Denn beide haben als Seelsorger eine anstrengende Lebensphase hinter sich und sind sich gewiss, dass es jetzt mehr braucht als die üblichen Jahresurlaube. Zugleich gibt es Einschnitte im Familienleben, nachdem die Kinder allesamt das Haus verlassen haben.

Außerdem hoffen sie auf neue Impulse. „Und sei es auch nur durch genügend Zeit, etwas zu lesen“, sagt Svenja Neumann. Eine solche Auszeit brauche aber auch ein wenig Mut, man müsse sich schließlich auch eingestehen, dass man ersetzbar sei und die Arbeit auch ohne einen selbst weitergehen könne. „Für uns wird es eine Pause ohne schlechtes Gefühl“, sagt die Stadtallendorfer Pfarrerin.

Ihre Vertretung in der Kirchengemeinde ist jedenfalls geregelt. Neben den übrigen Seelsorgern der Gemeinde vertreten sie Pfarrerin Katrin Rouven aus Wetter und Pfarrer Dierk Bruenning aus Schweinsberg. Am 1. März endet die Pause der beiden Neumanns dann. „Ich bin sicher, dass uns die Auszeit auch neue Ideen bringen wird“, sagt Gerhard Neumann. So hätten alle etwas davon, das Ehepaar wie auch Gemeindemitglieder und EKKW.

Von Michael Rinde