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Ostkreis Gute Pflege erhält den Friedensstein
Landkreis Ostkreis Gute Pflege erhält den Friedensstein
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14:00 14.09.2020
Der Friedensstein in Amöneburg ist restauriert. Quelle: Michael Rinde
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Amöneburg

Es ist ein besonderes Denkmal, das im Hof vor dem Haus von Elisabeth Schmitt-Nau und Winfried Nau steht. Der Friedensstein entstand nach dem siebenjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Ein über Jahrhunderte bestehendes Symbol, das die vormaligen Kriegsgegner an der Brücker Mühle einst schufen. Entstanden ist der Friedensstein im Jahr 1767. Am Freitag war ein besonderer Tag für das Ehepaar Nau. Nach wochenlangen Restaurierungsarbeiten steht der Stein nun wieder „in alter Schönheit“, nicht in „neuem Glanz“, wie Dr. Bernhard Buchstab vom Landesamt für Denkmalpflege in Marburg gleich hervorhob. Es war eine schonende Restaurierung, die Schäden beseitigte. Schließlich besteht der Stein, auch das hat sich bei den Arbeiten noch einmal gezeigt, aus zwei Steinarten.

Die Basis bildet sehr harter Sandstein, was dem Denkmal natürlich zugutekommt. Der Stein der Reliefs ist weicher. An den Reliefs gab es auch die größten Schäden für die beiden Fachleute zu beseitigen. Aber Caspar-David Fischer von der Steinhütte Marburg GbR bleibt bei seiner ersten Einschätzung. Die ständige Pflege habe dem Stein gutgetan. Dass die regelmäßige Restaurierung eines solchen Denkmals auf privatem Grund und Boden keine Selbstverständlichkeit ist, unterstrich auch der oberste Denkmalpfleger des Landkreises. Wenn rechtzeitig gehandelt werde, lasse sich vieles verhindern. Dem Friedensstein hatte vor allem eindringendes Wasser zu schaffen gemacht. Jetzt sind alle Fugen wieder dicht, das Fundament ist stabilisiert.

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Naus sind stolz auf das Denkmal auf dem Hof

Winfried Nau hat recherchiert und im Staatsarchiv einen Hinweis auf eine erste Sanierung gefunden. Die fand offenbar im Jahr 1892 statt. „Die königlich-preußische Regierung hat dafür 60 Mark gezahlt“, sagt Nau. Eine weitere Restaurierung ist für das Jahr 1978 dokumentiert, die hat Nau bereits für seinen Vater begleitet. Und 2002 ließ das Ehepaar schon einmal am Friedensstein arbeiten. Jetzt war es wieder soweit, zumal Amöneburg nächstes Jahr die 1300-Jahr-Feier feiert.

Rund 12. 000 Euro kosteten die aktuellen Arbeiten. Dafür gab es verschiedene Zuschüsse von der Denkmalpflege, von der Stadt, dem Landkreis, aber auch vom Heimat- und Verkehrsverein oder dem Verein Amöneburg 13Hundert. Das Ehepaar Nau ist stolz auf dieses Denkmal auf dem Hof. Deshalb war es für die beiden auch kein Thema, wieder darin zu investieren. „Andere haben vielleicht ein Boot auf dem Hof, wir unseren Friedensstein. Beides kostet Geld“, sagt der Amöneburger. Und der Friedensstein soll auch in Zukunft für die Öffentlichkeit sichtbar bleiben. „Unser Hoftor steht offen“, sagt Elisabeth Schmitt-Nau.

von Michael Rinde