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Ostkreis Daumen hoch – trotz einiger Kritikpunkte
Landkreis Ostkreis Daumen hoch – trotz einiger Kritikpunkte
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14:00 04.03.2021
Die Stadt möchte die Infrastruktur für Radfahrer verbessern.
Die Stadt möchte die Infrastruktur für Radfahrer verbessern. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Beeindruckt waren sie alle von der Analyse der Situation für Radfahrer in Stadtallendorf – dennoch fielen die Reaktionen der Stadtverordneten unterschiedlich aus.

Werner Hesse (SPD) wunderte sich zum Beispiel, dass Tempo 30 für Straßen vorgeschlagen werde – für die die Stadt schon vergeblich die Reduzierung der Maximalgeschwindigkeit beantragt hatte. „Ja, der Handlungsspielraum ist begrenzt“, entgegnete Planerin Andrea Fromberg und verriet ihren Geheimtipp: Bürger sollten wegen Lärmbelästigung klagen.

Klaus Ryoborsch (CDU) kritisierte den Ansatz, Parkplätze zu streichen und mahnte, Anwohner dürfe man doch nicht den Stellplatz wegnehmen. Fromberg kommentierte, an dieser Stelle werde reflexartig ans Gewohnheitsrecht gedacht. „Man muss eben Prioritäten setzen – und das trifft oft die parkenden Kfz.“

Winand Koch (FDP) glaubt, die Stadt komme nicht in den in Aussicht gestellten Genuss von 80 Prozent an Fördermitteln und warnte, dass die Umgestaltung von B 454 und der Ausbau der A 49 anstünden – und mithin die Verkehrsbelastung in der Stadt steigen werde. Da könne Stadtallendorf nicht auch noch eine weitere Baustelle gebrauchen. Hesse sagte dazu, gerade wenn die Verkehrsbelastung im Stadtgebiet größer würde, würden die Menschen vermehrt Ausweichmöglichkeiten suchen und aufs Rad steigen.

Dr. Tobias Koch (FDP) kritisierte derweil die Stadt für ihr Vorgehen. Er finde das Projekt prinzipiell gut, das angewandte „Hauruckverfahren“ erwecke bei ihm jedoch den Eindruck, dass ein Beschluss durchgepeitscht werden soll. Er ärgerte sich, mit Informationen überhäuft worden zu sein, aber keine Chance intensiv darüber nachzudenken zu bekommen. Er fragte auch noch einmal, warum überhaupt ein Beschluss gefasst werden müsse – und verließ gemeinsam mit seiner Schwester während der Abstimmung die Stadthalle, ohne eine Stimme abzugeben.

Bürgermeister Christian Somogyi erklärte noch einmal, dass nix durchgepeitscht werden solle und er auch das Parlament nicht habe überfordern wollen. Stattdessen wolle er lediglich ein Signal haben, ob die Verwaltung einzelne Vorschläge für die Verbesserung des Radverkehrs angehen solle. Das bekam er dann auch von den Stadtverordneten, die einstimmig den Beschluss absegneten. Im Frühsommer sollen sie dann einige Ansätze aus dem Konzept unterbreitet bekommen und darüber entscheiden, ob sie diese umgesetzt sehen wollen oder nicht. Dann jedoch wird die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung eine andere sein – in zehn Tagen ist schließlich Wahl.

Von Florian Lerchbacher

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