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Ostkreis Eine riesige Aufgabe für Rauschenberg
Landkreis Ostkreis Eine riesige Aufgabe für Rauschenberg
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16:00 29.12.2021
Leistet einen Beitrag zum Klimaschutz: Das Nahwärmekraftwerk in Rauschenberg.
Leistet einen Beitrag zum Klimaschutz: Das Nahwärmekraftwerk in Rauschenberg. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Rauschenberg

Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden – so steht es im Klimaschutzgesetz. „Das ist nicht mehr so lange hin“, verdeutlichte im Rauschenberger Stadtparlament Diplom-Ingenieur Armin Raatz den Stadtverordneten. Der Geschäftsführer der Klima- und Energieeffizienz-Agentur (KEEA) gab einen Überblick über das Klimaschutzkonzept, mit dem die Stadt Rauschenberg im Verbund mit den Ostkreis-Kommunen Amöneburg, Kirchhain, Neustadt und Wohratal ihre Klimaziele erreichen will.

In einigen Bereichen ist die Stadt Rauschenberg schon gut aufgestellt, wie aus der Präsentation des Experten hervorging. So erzeugt sie bereits mehr erneuerbare Energie, als in der Stadt benötigt wird. Viel zu tun ist dagegen noch im Bereich Wohnen. Wohngebäude sind laut Raatz für etwa 60 Prozent des Energiebedarfs und des klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich. Um den CO2-Ausstoß in diesem Bereich auf null zu drücken, sind laut Raatz mehrere Maßnahmen notwendig: Durch die energetische Sanierung von Gebäuden kann schon etwa die Hälfte der notwendigen Energie eingespart werden, hinzu kommen effizientere Heizungen und der Umstieg auf erneuerbare Energie.

Klima-Manager gefragt 

„Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, müssen pro Jahr vier Prozent aller Gebäude saniert werden“, rechnete Raatz vor. „Das ist eine riesige Aufgabe.“ Für die energetische Sanierung gebe es Fördermittel, doch die Fördermittelstruktur sei „unübersichtlich wie ein Dschungel“. Deshalb sei es gut, wenn jemand vor Ort sei, der sich auskenne und auch Bürgerinnen und Bürger beraten könne.

Das sollen zwei Klima-Manager für die fünf Kommunen leisten. Sie sollen ein kommunales Energiemanagement einführen, Energieberatung anbieten, Projekte wie die Sanierung der alten Schule in Rauschenberg und das Solardorf Bracht fachkundig begleiten. Beide sollen in einer Stabsstelle in Kirchhain angesiedelt sein. Die Gesamtkosten für Personal und Sachmittel betragen laut Raatz rund 170 000 Euro für zunächst zwei Jahre, die Hälfte davon können aus Fördermitteln finanziert werden. Rauschenberg hätte einen Anteil von 11 000 Euro selbst zu bezahlen.

„Der wichtigste Punkt ist, dass wir Klimaneutralität bis 2045 erreichen“, sagte Bürgermeister Michael Emmerich, „und dass wir auch für den Bürger gucken, wo gibt es Förderprogramme“. Er kündigte an, dass die Stadtverordneten für die Februar-Sitzung eine Vorlage für einen Beschluss über das Klimakonzept erhalten werden.

Weitere Themen aus dem Stadtparlament

Rauschenberg hat vom Hessischen Digitalministerium einen Förderbescheid über rund 66 000 Euro für die Einführung der elektronischen Akte bewilligt bekommen. Das teilte Bürgermeister Michael Emmerich in der Stadtverordnetenversammlung mit. Die Stadt will in den kommenden zwei Jahren die Verwaltungsabläufe digitalisieren – sowohl innerhalb der Verwaltung als auch durch digitale Angebote für Bürgerinnen und Bürger.

Rauschenberg will mit Kirchhain, Neustadt und Wohratal einen Ordnungsbehörden-Bezirk gründen. Eine entsprechende Vorlage des Magistrats beschlossen die Stadtverordneten einstimmig. Die Städte werden bei der Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs zusammenarbeiten, etwa bei der Kontrolle von Parkverboten und Geschwindigkeitsbeschränkungen. Eine solche Zusammenarbeit gab es bereits mit Kirchhain und Wohratal, nun kommt Neustadt hinzu, so Bürgermeister Emmerich.

Auf Antrag der FBL forderte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat auf, nach weiteren Gewerbeflächen für die Erweiterungsbestrebungen ortsansässiger Unternehmen Ausschau zu halten.

Von Stefan Dietrich

29.12.2021
28.12.2021