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Ostkreis Kurioses Radwegeprojekt
Landkreis Ostkreis Kurioses Radwegeprojekt
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09:58 21.08.2020
Michael Emmerich (links) und Heiko Dawedeit zeigen den Plan mit den möglichen Streckenführungen für den Radwege-Lückenschluss bei Halsdorf. Foto: Florian Lerchbacher
Michael Emmerich (links) und Heiko Dawedeit zeigen den Plan mit den möglichen Streckenführungen für den Radwege-Lückenschluss bei Halsdorf. Quelle: Florian Lerchbacher
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Rauschenberg

„Wie binden wir die anderen Orte an? Diese Frage stellen wir uns seit Jahrzehnten“, sagt Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich in Anspielung auf den Radweg 6, der, wie sein Wohrataler Amtskollege Heiko Dawedeit betont, Gemünden mit Kirchhain verbindet und dabei über Wohratal und an Rauschenberg vorbeiführt.

Radfahrern aus Josbach und Albshausen war aber damit nicht geholfen, entsprechend gab es eine viele Jahre dauernde Suche nach Lösungsmöglichkeiten, die nun endet.

Zwar lege das Land derzeit die Priorität auf Schnellradwege für Berufspendler und kleine ländliche Radwege stünden hinten an, moniert Emmerich, doch nun gebe es dank des Einsatzes von ihm und dem ersten Stadtrat Manfred Günther eben Bundes- und Landesgelder.

Aber nicht einfach so. Nein. Die Rauschenberger mussten sich gegenüber Hessen Mobil verpflichten, sich um die Planung und die Umsetzung des Radwegebaus selber zu kümmern. Ein Ansatz, der für die Stadt interessant klang.

„Es ist eine tolle Sache“

Die ersten Planungen gibt es auch schon: Von Albshausen soll der Radweg direkt entlang der Bundesstraße zum Kreisel zwischen Halsdorf und Ernsthausen führen. Von Josbach soll die Strecke dorthin über bereits bestehende Wirtschaftswege weitergehen.

Die Federführung über das Projekt hat die Stadt Rauschenberg, doch die Gemeinde Wohratal muss immer ihr Einverständnis mit den Plänen erklären. „Das ist ein hervorragendes Projekt, schließlich gehen ganz viele Kinder aus Josbach und Albshausen bei uns in Halsdorf in die Schule. Die Strecke ist also nicht nur für den Freizeitverkehr wichtig“, lobt Dawedeit (und wünscht sich sogar noch eine Fortführung der Strecke von Albshausen nach Bracht und dann bis Schönstadt).

„Es ist eine tolle Sache, denn seit vielen Jahrzehnten sprechen wir darüber, dass die Anbindung nötig ist und wir den Radweg nach Halsdorf dringend brauchen“, wirft Emmerich ein und ergänzt: „Jetzt können wir in die Planung einsteigen.“

Geschätzte Kosten haben „ordentliche Dimension“

Allerdings müssen zunächst noch die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung Rauschenberg und der Gemeindevertreterversammlung Wohratal dem Ansatz, das Projekt Radweg einfach alleine und mit fremden Mitteln umzusetzen, zustimmen.

Die Strecke ist rund sechs Kilometer lang, entsprechend sehen Emmerich und Dawedeit die Kosten für die Erstellung des Radweges „mit einem vernünftigen Untergrund bei rund 3,5 bis 4,5 Millionen Euro“. „Das ist zwar nur eine Schätzung, aber eben auch eine ordentliche Dimension“, sagt Rauschenbergs Rathauschef, der einen großen Aufwand auf seine Mitarbeiter zukommen sieht – der sich aber lohnen werde.

Für den Bau müssen Stadt und Gemeinde allerdings noch Baugrund erwerben. Die Stadt bekommt eine Pauschale für die Planungen: „Ich hätte aber auch kein Problem mit einem Eigenanteil gehabt, denn der Radweg bringt unseren Bürgern etwas und bedeutet für die Region einen großen Fortschritt“, sagt Emmerich und ist sich mit Dawedeit einig, dass eine „Förderquote“ von 100 Prozent eine „tolle Sache“ sei.

Den beiden Parlamenten wollen die Bürgermeister den Konzeptansatz in ihren September-Sitzungen vorlegen, die für Rauschenberg am 21. September und für Wohratal am 28. September vorgesehen sind.

Von Florian Lerchbacher

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