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Ostkreis Rauschenberg macht Schule
Landkreis Ostkreis Rauschenberg macht Schule
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14:00 16.11.2021
250000 Euro plant Kämmerer Michael Emmerich für die Sanierung der alten Schule Rauschenberg ein - als erste Rate.
250000 Euro plant Kämmerer Michael Emmerich für die Sanierung der alten Schule Rauschenberg ein - als erste Rate. Quelle: Florian Lerchbacher
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Rauschenberg

„Für Rauschenberg ist dieses Ergebnis nicht selbstverständlich“, sagt Bürgermeister Michael Emmerich mit Blick auf den Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2022, der mit einem Plus von rund 63 000 Euro einen kleinen Überschuss aufweist – seit dem Jahr 2019 zum vierten Mal in Folge. Allerdings muss die Stadt, um verschiedene Investitionen zu tätigen, einen Kredit in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro aufnehmen. „Das halte ich aber für legitim, denn wir stärken die Infrastruktur, und es steht ja dann auch Vermögen dahinter“, erklärt der Kämmerer und verweist darauf, dass beispielsweise bei der Erstellung von Neubaugebieten später Geld zurück in die Kasse fließt. Derzeit hat die Stadt 8,5 Millionen Euro an Krediten, jährlich stottert sie rund eine halbe Million Euro ab.

Apropos Millionenbeträge: Das Volumen von Einnahmen und Ausgaben liegt inzwischen bei über 10 Millionen Euro und damit eine halbe Million Euro höher als im Vorjahr. Bei den Ausgaben hänge das vor allem mit den Planungen des Radweges Albshausen-Josbach (140 000 Euro) und Personalkosten zusammen: So werden beispielsweise zwei Bauhofstellen wieder besetzt und es kommen 60 Stunden für pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten hinzu, um die Vorgaben des Landes zu erfüllen.

Emmerich freut sich insgesamt über einen „stabilen Haushalt“ und insbesondere darüber, dass die Gewerbesteuereinnahmen um rund 110 000 Euro auf 1,23 Millionen Euro steigen. „Alles, was über einer Million Euro liegt, ist für uns top“, erklärt er und stellt heraus, dass alleine gut 100 000 Euro über Windräder, zwei Genossenschaften und drei Biogasanlagen in die Kassen gespült werden. Die Initiativen rund um erneuerbare Energien im Stadtgebiet seien also nicht nur gut für das Klima, sondern auch für die Steuereinnahmen. „Das ist also fast wie ein Sechser im Lotto für uns.“ Bei den Ausgaben hebt er zwei Punkte hervor: Angesichts von 50 Jahren Städtepartnerschaft mit Middelkerke-Westende plane Rauschenberg für Anfang August 2022 ein Festwochenende, das in Verbindung mit dem Heidelbeertanz stattfinden soll. Außerdem liege ein Fokus auf der Planung des erwähnten Radweges, die 2023 fertiggestellt werden soll, damit es 2024 an die Umsetzung gehen kann.

In Sachen Investitionen stechen drei Punkte heraus, für die jeweils 250 000 Euro eingeplant sind: Zunächst sind Mittel für die Sanierung der alten Schule Rauschenberg vorgesehen – ein historisches Gebäude, in dem unter anderem das Rote Kreuz und der Jugendclub untergebracht sind, bei dem allerdings in den 80er-Jahren erhebliche Fehler bei der Sanierung gemacht wurden, so Emmerich. Außen sei beispielsweise Lack statt Lasur auf die Balken aufgetragen worden, was ebenso ein Atmen des Holzes verhindere wie die Rigipsplatten im Inneren des Hauses. Wahrscheinlich muss das Gebäude außen komplett saniert, das Dach neu eingedeckt und die Fenster erneuert werden. Die Viertelmillion sei wahrscheinlich nur der Anfang, sagt Emmerich, der aber auch davon ausgeht, noch Fördermittel einwerben zu können.

Bauland oder Familienzentrum?

Ebenfalls eine Viertelmillion ist für den Kauf von Land in Schwabendorf eingeplant, um dort ein Neubaugebiet zu schaffen. Das Geld könnte aber auch anders verwendet werden, erklärt Emmerich und verweist auf die Pläne der Sparkasse, beim Rewe-Markt neu zu bauen, wodurch das Gebäude in der Innenstadt frei wird. Er könne sich gut vorstellen, dass die Stadt dieses erwirbt und dort ein Familienzentrum einrichtet, fügt der Rathauschef hinzu – der aber auch davon ausgeht, dass der Kaufpreis höher als 250 000 Euro liegen könnte.

„Erschließung Straße des Baugebietes Bracht-Siedlung“ ist ein weiteres Projekt, das mit einer Viertelmillion Euro eingeplant ist. Jeweils 100 000 Euro sind noch für den bereits laufenden Bau des Feuerwehrgerätehauses Albshausen und für die Sanierung der langen und derzeit gesperrten Treppen an der Berliner Straße und der Bahnhofstraße in der Kernstadt eingeplant. Mit je 75 000 Euro werden der Endausbau der Straße des Baugebietes Leimfeld (Schwabendorf) und der Bau eines Gehweges von der Berliner Straße zum Neubaugebiet Rauschenberg zu Buche schlagen. 144 000 Euro sind für Anteile an der Nahwärmegenossenschaft Bracht vorgesehen, wobei nur vier Anteile wirklich an die Stadt gehen und die übrigen 20 für die neuen Häuser vorgesehen sind, die dann die künftigen Eigentümer übernehmen müssen.

50 000 Euro fließen in eine Feuerlöschzisterne in Josbach, da in der oberen Ortslage der Wasserdruck im Notfall nicht ausreicht, sowie in ein Projekt, das schon lange in Rauschenberg gewünscht ist: Oberhalb der Kreissporthalle baut die Stadt ein Beachvolleyballfeld – für das es auch Fördermittel von der Region Burgwald geben soll.

Von Florian Lerchbacher

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