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Ostkreis Rauschenberg investiert in die Wasserversorgung
Landkreis Ostkreis Rauschenberg investiert in die Wasserversorgung
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12:00 28.12.2020
Das Neue und der Neue: Michael Kirschke (von rechts), der neue Mitarbeiter in der Wasserversorgung, präsentiert gemeinsam mit Uwe Hartmann und Michael Emmerich das neue Elektroauto der Abteilung.
Das Neue und der Neue: Michael Kirschke (von rechts), der neue Mitarbeiter in der Wasserversorgung, präsentiert gemeinsam mit Uwe Hartmann und Michael Emmerich das neue Elektroauto der Abteilung. Quelle: Florian Lerchbacher
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Rauschenberg

800 000 Euro wird die Stadt Rauschenberg in die Wasserversorgung stecken. Das meiste davon fließt in einen neuen Hochbehälter für Albshausen, der aus Polyethylen besteht – also wie jener in Josbach, für den sich die Kommune vor einigen Jahren nach vielen Monaten der Diskussion entschieden hatte. Aber: Das Material habe sich bewährt, daher werde nun ein ähnlicher Behälter für Albshausen besorgt, erklärt Bürgermeister Michael Emmerich.

Weitere Mittel sind eingeplant für ein Leitsystem, das es den Mitarbeitern ermöglicht, auch aus der Ferne Fehler an Pumpen oder Hochbehältern zu erkennen und zu beheben. Für Josbach und Albshausen gibt es dieses System bereits, nun sollen die anderen Stadtteile folgen – daher spricht der Rathauschef scherzhaft von einem „Leitsystem light“. Als Drittes sind Investitionen in die Erneuerung von Wasserleitungen in Bracht vorgesehen.

Michael Kirschke besetzt eine freie Stelle

Doch auch jetzt gibt es schon Neues zu vermelden: Nachdem zwei Mitarbeiter die Stadt verließen, ist zumindest eine Stelle wieder neu besetzt, sodass Uwe Hartmann nicht mehr alleine auf weiter Flur ist. Ihm steht nun Michael Kirschke (47) zur Seite – ein gebürtiger Brachter, der betont, dass Wasser sein Metier sei und durch die Arbeit mit dem Element sein Berufswunsch in Erfüllung gegangen sei.

Rund 20 Jahre hatte er als Gas-Wasser-Installateur für ein Unternehmen im Heizungsbau gearbeitet. Dann habe er etwas Neues machen wollen. Einige Fortbildungen später waren alle Kriterien erfüllt, um in der Wasserversorgung seiner Heimatstadt zu arbeiten. Ein Brachter passe ganz hervorragend dorthin, betont sein Vorgesetzter – das Dorf sei schließlich ein „Wasserloch“.

Dort gibt es eine Quelle, mit der sich die ganze Kommune speisen ließe – nur etwa 10 bis 15 Prozent des Wassers, das von alleine an die Oberfläche kommt, wird genutzt. Der Rest fließt ins „Rote Wasser“. Die notwendigen Leitungen zu legen, die Wasserversorgung umzustellen und die Quelle zu nutzen, sei aber finanziell nicht darstellbar, wie der Bürgermeister erklärt. Und so bleibt es dabei, dass jeder Ort seine eigene Wasserversorgung hat.

Zwei Mitarbeiter, zwei Autos

Eine weitere Neuerung ist, dass die Stadt ein Elektrofahrzeug für die Wasserversorgung (die im März noch einen dritten Mitarbeiter dazubekommt) erworben hat. Die Stadt sei mit den Erfahrungen, die sie seit dem Jahr 2018 allein schon über das Carsharing (das ebenfalls ein neues Fahrzeug hat) macht, sehr zufrieden, betont der Bürgermeister und ergänzt: Bei zwei Mitarbeitern seien auch zwei Autos nötig. Und so steckte sie 19 000 Euro in ein Elektro-Fahrzeug – bekam aber 7 500 Euro an Fördermitteln vom Hessischen Wirtschaftsministerium zurück.

Emmerich stellt heraus, dass dies über eine Sammelbestellung von mehr als 20 Kommunen gelaufen sei: Insgesamt waren 27 Fahrzeuge mit einem Gesamtwert von 777 000 Euro bestellt worden – 310 000 Euro flossen an Fördermitteln aus Wiesbaden. Das neue Auto hat eine Reichweite von 150 bis 170 Kilometern, was für die Wasserversorgung in Rauschenberg völlig ausreichend sei, freut sich der Bürgermeister. Es sei zwar kleiner als der Kastenwagen, der schon länger im Einsatz ist – allerdings handele es sich bei der Neuanschaffung ja auch eher um einen Zweitwagen, in dem nicht so viel Material transportiert werden müsse.

„Wir zeigen so, dass Elektromobilität auch im gewerblichen Bereich gut nutzbar ist“, lautet sein Fazit.

von Florian Lerchbacher

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