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Ostkreis Schwammspinner setzt Bäumen zu
Landkreis Ostkreis Schwammspinner setzt Bäumen zu
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11:59 09.07.2019
Nach Einbruch der Dämmerung machen sich die Raupen auf, um zu fressen. Quelle: Astrid Wetzel
Amöneburg

„Da unsere Bäume bereits von der Apfelgespinstmotte heimgesucht wurden, ist ein erneuter Befall mit blattfressenden Raupen sehr kritisch“, erklärte Astrid Wetzel, Projektleiterin der AG Streuobstwiese.

„Wie befürchtet waren fast alle Bäume, die einen Verbissschutz aus Schilfmatten hatten, massiv von Raupen des Schwammspinners befallen. Die Bäume sind allerdings schon so weit, dass sie den Schutz nicht mehr brauchen“, erzählte sie weiter.

Deshalb entfernten die Ehrenamtlichen den Verbissschutz und sammelten die Raupen von den Stämmen. Zum Teil fanden die Helfer 50 Raupen pro 100 Quadratzentimeter. Knapp 50 Bäume waren von der Plage betroffen, wobei die Raupen Apfelbäume scheinbar den Birnenbäumen vorziehen.

Hübsch, gefräßig und gefährlich

Die eigentlich ganz hübschen Tierchen sind leider sehr gefräßig und auch mit Brennhaaren versehen, ähnlich wie der Eichenprozessionsspinner. Je älter die Raupe ist, desto mehr dieser unangenehmen Haare hat sie. Daher waren die Helfer vorsichtshalber mit Handschuhen, Mundschutz und (Schutz-)Brille versehen.

Der Schwammspinner ist ein Nachtfalter, der zur Familie der Eulenfalter gehört. Die Falter spinnen über das Eigelege ein Netz, das aussieht wie ein Schwamm – daher haben sie ihren Namen. Die Raupen machen fünf bis sechs Häutungen durch bis sie sich verpuppen und werden dabei immer bunter. Sie haben eine schöne Zeichnung aus blauen und roten Punkten. Aus den Puppen schlüpfen beige­braune Nachtfalter.

Hintergrund

So gefährlich ist die giftige Raupe und wie man sie bekämpft

„Die Raupen sind jetzt fast ausgewachsen. Sie werden sich bald verpuppen, dazu an die Stammbasis ins Gras wandern und sind dann möglicherweise nicht mehr gut aufzufinden. Dann wird es im nächsten Jahr unter Umständen ein erneutes Massenauftreten geben. Deshalb war es höchste Zeit für die Sammelaktion“, erklärte Wetzel. Eine Spezialfirma holte dann die in Plastiktüten verpackten ­Materialien und Raupen zur fachgerechten Entsorgung ab.

Auf der Streuobstwiese „Auf der Gosse“ stehen etwa 250 Bäume. Darunter Apfel-, Birnen-, Zwetschgenbäume und Speierlinge. Etwa die Hälfte der Bäume sucht noch einen Paten. Es gibt auch noch zehn Plätze, die für eine Neubepflanzung zur Verfügung stehen. Wer sich beteiligen möchte, kann sich an Astrid Wetzel, Telefon 0151/64613390, E-Mail niza@amoeneburg.de, wenden.

von Stefanie Wellner