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Ostkreis Polizist kappte Tripod-Seil
Landkreis Ostkreis Polizist kappte Tripod-Seil
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13:04 16.11.2020
(Symbolbild) Quelle: Andreas Arnold
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Niederklein

Soeben haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Unfall geäußert, bei dem eine 20-jährige Frau am Sonntagmorgen von der Plattform eines sogenannten Tripods im Dannenröder Wald stürzte. Ein Tripod ist ein dreibeiniges Konstrukt, in dessen Spitze sich Personen auf kleinen Plattformen aufhalten.

Frau liegt in Klinik

Die Frau liegt weiterhin verletzt in einem Krankenhaus. Nach bisherigen Ermittlungen hat offenbar ein 40 Jahre alter Beamter in 30 Metern Entfernung ein Seil durchschnitten, das mit dem Tripod und der Frau verbunden war. Jenes Seil war weder erkennbar mit der Plattform verbunden, noch war es besonders gekennzeichnet, wie bei vergleichbaren Konstruktionen üblich, erklären die Ermittler.

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Die Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt, dem Polizeipräsidium Südosthessen und der Staatsanwaltschaft Gießen geführt, da die Einsatzleitung beim Polizeipräsidium Mittelhessen liegt.

Kein Hinweis auf Vorsatz

In den vergangenen Tagen seien mehrfach Fallen wie Nageleimer oder Drahtseile in Kopfhöhe festgestellt worden, die eine Gefahr für Leib und Leben darstellten. Deshalb habe der Beamte das Seil zur Verhinderung von solchen Risiken durchschnitten.

Der Beamte meldete sich selbst bei den ermittelnden Polizisten. Die Staatsanwaltschaft Gießen hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangverdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Amt eingeleitet. Es gibt laut der Erklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft bisher keinen Hinweis darauf, dass der Beamte vorsätzlich das Seil durchschnitten habe.

Bereits am Sonntag hatten Waldbesetzer und Unterstützer wie das Bündnis "Wald statt Asphalt" schwere Vorwürfe erhoben.

Von Michael Rinde

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