Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Polizei wappnet sich für Amok-Lage
Landkreis Ostkreis Polizei wappnet sich für Amok-Lage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 28.07.2022
Spezialkräfte der Polizei übten auf dem Gelände und in Gebäuden der Mittelpunktschule Wohratal.
Spezialkräfte der Polizei übten auf dem Gelände und in Gebäuden der Mittelpunktschule Wohratal. Quelle: Polizei
Anzeige
Halsdorf

Sie trainieren Ausnahmesituationen. Was genau, das bleibt geheim. Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Frankfurt nutzen dafür die Gebäude und das Gelände der Mittelpunktschule in Halsdorf. Das geschah am Montag und das geschieht heute im Laufe des Tages noch einmal, wie die Polizei auf Anfrage der OP berichtet.

Was auf dem Gelände genau für mögliche Schreckensszenarien geübt werden, soll vertraulich bleiben. Potenzielle Gewalttäter sollen sich kein Bild über Einsatztaktiken der Spezialkräfte machen können. Nachbarn, Schule und Gemeinde hatte die Polizei weit im Vorfeld informiert, wie Sprecher Martin Ahlich der OP berichtet. Damit sollte verhindert werden, dass sich jemand wegen des Großaufgebotes sorgt oder gar verängstigt ist. Das hat ganz offenbar auch gut funktioniert, Beschwerden gab es wohl keine.

Auf den Bildern der Polizei ist deutlich zu sehen, wie realitätsnahe die Beamten üben. Sie tragen ihre volle Schutzausrüstung wie in einem realen Einsatz Helm, Westen und die persönliche Ausrüstung. Nur eines ist dabei anders. „Es kommen ausschließlich Übungswaffen zum Einsatz“, sagt Martin Ahlich.

Es sind etwa 30 Beamte des Überfallkommandos und der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit aus Frankfurt, die dort üben, vor allem ihr Zusammenspiel im Ernstfall, wie die Polizei erläutert. Überfallkommandos und Festnahmeeinheiten sind dann vor Ort, wenn die Lage als gefährlich eingestuft wird. Das kann auch bei einer Demonstration oder Kundgebung sein, die eskalieren könnte oder bei besonderen Vorkommnissen.

Die Beamten trainieren auf für sie unbekanntem Terrain

„Bei einer Gefahrenlage in einer Schule sind sie mit die Ersten, bevor weitere Spezialisten eintreffen“, sagt Sprecher Martin Ahlich. Auf den von der Polizei zur Verfügung gestellten Bildern ist erkennbar, was im Einzelnen zu den Übungen gehört. Das Abstimmen untereinander, das sichere Annähern an das Gebäude etwa oder das Öffnen einer Tür, wenn unklar ist, was dahinter geschieht. Unter Gefahrenlage versteht die Polizei dabei natürlich auch einen möglichen Amoklauf an einer Schule, wie Sprecher Ahlich erläutert.

Die Beamten aus dem Rhein-Main-Gebiet trainierten und trainieren dabei bewusst auf für sie unbekanntem Terrain. Man sei der Schulleitung und allen Beteiligten sehr dankbar für diese Möglichkeit, in der ferienbedingt leeren Schule zu üben.

Das Fazit vom ersten Übungstag ist aus Polizeisicht in jedem Fall erfreulich. „Bereits nach dem ersten Tag ließ sich feststellen, dass es sich um eine äußerst gelungene und nachhaltige Aus- und Fortbildungsmaßnahme mit wichtigen Erkenntnissen handelte“, heißt es von der Polizei gegenüber der OP.

Nachbarn jedenfalls scheint die Übung nicht weiter gestört zu haben. Es sei spannend gewesen, das mal zumindest von Weitem zu sehen, auch wenn die Details natürlich verborgen geblieben seien, sagt ein Anwohner fast bedauernd gegenüber der OP. „Aber es ist mal was Besonderes in Halsdorf los“, sagt er dann auch.

Von Michael Rinde

Ostkreis Hitze und Trockenheit - Feuerwehr löscht Flächenbrand
13:50 Uhr
27.07.2022
26.07.2022