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Ostkreis Starkes Signal in Richtung Bahn AG
Landkreis Ostkreis Starkes Signal in Richtung Bahn AG
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15:58 11.02.2021
Wird der Haltepunkt in Anzefahr verlegt?
Wird der Haltepunkt in Anzefahr verlegt? Quelle: Michael Rinde
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Anzefahr

Ein steiler Weg führt zum Bahn-Haltepunkt hinab, für ältere Menschen selbst bei trockenem Wetter nicht leicht zu bewältigen. Der Fahrradständer ist ebenso in die Jahre gekommen wie das Wartehäuschen, vom Bodenbelag mal ganz zu schweigen. Zeit für eine Modernisierung oder möglicherweise auch für eine Verlegung um einige hundert Meter?

Zumindest wenn es nach der Kirchhainer Politik geht, unterstützt vom Anzefahrer Ortsbeirat und dem Regionalen Nahverkehrsverband, dann findet der Haltepunkt in den nächsten Jahren auch einen anderen Standort.

Am Freitagabend entscheidet Kirchhains Stadtparlament über einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, der im Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr bereits einstimmig angenommen wurde.

Kernforderung: Die Stadt Kirchhain erarbeitet zusammen mit Ortsbeirat und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) einen neuen Standort. Der soll der Bahn dann vorgeschlagen und entsprechend beplant werden. Ein Standort scheint favorisiert, nämlich im Ortsmittelpunkt nahe einer Brücke.

Zachow drängt auch seit Langem

Der Bahnhaltepunkt in Cölbe-Bürgeln soll ab April von der Bahn-Tochter DB Station&Services umgebaut werden. Auch dieser Standort wird verlegt. Das Cölber Gemeindeparlament hatte dem zuletzt Anfang Januar zugestimmt.

Reiner Nau (B90/Die Grünen) leitete die Ausschuss-Sitzung, in der es das klare Votum für den Antrag seiner Fraktion gab. Im Ausschuss habe es Einigkeit darüber gegeben, jetzt alles zu versuchen, auch für den Anzefahrer Bahnhaltepunkt eine Verlegung zu erreichen. Die jetzige Lage des Haltepunktes am Rande von Anzefahr sei ausgesprochen ungünstig, so Nau. Es gibt keine nahe Bushaltestelle, zu Fuß und per Rad ist der Haltepunkt auch nicht gut erreichbar. Und wer mit dem Auto ankommt, findet maximal in Anliegerstraßen einen Parkplatz. Ganz zu schweigen von den eingangs geschilderten Wegeverhältnissen.

Sollte der Haltepunkt verlegt werden, so wären möglicherweise auch noch Grundstücksflächen hinzu zu kaufen. „Der auch vom Ortsbeirat favorisierte neue Standort nahe jener Brücke wäre per Bus, zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut zu erreichen“, wirbt Nau. Er setzt jetzt auf ein starkes politisches Signal der Stadt Kirchhain, gemeinsam mit Partnern wie dem RMV und dem Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow (CDU). Bei Zachow stößt das Vorhaben auf offene Ohren. Er ist mit dem Thema Anzefahr schon lange vertraut und bemüht sich um Veränderung. Insbesondere der Haltepunkt in Richtung Kassel sei extrem ungünstig gelegen und für die Bahnkunden nur mit Mühe erreichbar.

„Ich habe bei dem Thema immer wieder Druck gemacht“, sagt Zachow. Zuletzt wurde der Punkt bei der Verbandsversammlung des Regionalen Nahverkehrsverbandes diskutiert. Und inzwischen, so Zachow, prüfe die Bahn nicht nur eine Modernisierung, sondern auch eine Variante mit einer Verlegung.

An einem anderen Standort seien künftig dann auch Park-&-Ride-Flächen und eine zeitgemäße Busanbindung möglich.

Verzahnung mit Busverkehr

Zachow hat dabei auch die Verknüpfung mit der Bahnlinie MR 75 im Blick. Er will sich nun noch einmal an die Bahn wenden und dabei für einen ortsnahen Standort wie den des Ortsbeirates werben.

Eine Antwort auf eine Anfrage der OP an die Pressestelle der Bahn steht seit der vergangenen Woche aus. Nach Recherchen dieser Zeitung werden aktuell wohl drei verschiedene Versionen für die Modernisierung seitens der Bahn untersucht, eine davon mit einer Standortverlegung. Reiner Nau hält es für denkbar, dass sich die Verlegung und Neugestaltung des Haltepunktes theoretisch vielleicht im nächsten Jahr verwirklichen ließe.

Das hätte den Vorteil, dass sich die schon geplanten Sperrungen auf der Main-Weser-Bahn für die Sanierung des Kirchhainer Bahnhofes mitnutzen ließen.

Das Kirchhainer Stadtparlament tagt Freitag, 12. Februar, ab 19 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses. Aus Gründen des Infektionsschutzes sollten sich Besucher im Vorfeld bei Dirk Lossin, Telefon 0 64 22 /808-120, E-Mail d.lossin@kirchhain.de, anmelden.

Von Michael Rinde