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Ostkreis Paten können Bienen helfen
Landkreis Ostkreis Paten können Bienen helfen
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10:58 29.04.2020
Rosi Müller und Christian Gombert hoffen auf viele Patinnen und Paten, die ihr Projekt der Wildblumenwiese unterstützen, um so vielen bedrohten Insektenarten den dringend benötigten Lebensraum bieten zu können. Quelle: Foto: Manuel Lesch
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Großseelheim

Während pragmatische Zeitgenossen sich mitunter wundern, dass sie selbst nach längeren Fahrten auf der Autobahn kaum Insektenreste von der Windschutzscheibe putzen müssen, machen sich andere gerade deswegen große Sorgen und sehen die tieferen Zusammenhänge. Es gibt tatsächlich immer weniger Insekten. Was erst einmal nach einer gar nicht so schlechten Nachricht klingt, kann auf den zweiten Blick allerdings dramatische Auswirkungen haben. So sind Insekten nicht nur als Bestäuber für die Fortpflanzung unzähliger Pflanzenarten unerlässlich. Sie spielen auch im Nahrungsnetz insgesamt eine überragende Rolle.

Die Ursachen für den Rückgang der Insektenpopulation sind vielfältig. Eine davon liegt aber in den weitgehenden Monokulturen auf den Feldern, es fehlt schlicht das Nahrungsangebot.

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Ein Umstand, dem sich relativ schnell etwas entgegensetzen lässt, dachten sich im letzten Sommer die beiden Großseel­heimer Rosi Müller und Christian Gombert, der als Nebenerwerbslandwirt recht große Flächen bewirtschaftet. Trotz unterschiedlicher Ansichten über sinnvollen Naturschutz waren sich beide schnell einig, dass für Wildbienen und Insekten mehr getan werden müsse. Statt Weizen oder Mais sollen in diesem Jahr auf einem von Gomberts Feldern Wildblumen ausgesät werden und so für Wildbienen, Hummeln und Co. eine dringend benötigte Nahrungsquelle bieten. Ganz nebenbei finden dort auch Singvögel, Rebhühner und Feldhasen einen willkommenen Unterschlupf.

Inzwischen wurde ein geeignetes Feld an der Landesstraße 3088 zwischen Kirchhain und Marburg, direkt am Abzweig Großseelheim, ausgewählt und mithilfe von Experten passende Pflanzenarten gefunden. Und um auf einer möglichst großen Fläche Wildblumen säen zu können, sind die beiden Initiatoren nun auf der Suche nach Patinnen und Paten, die das Naturschutzprojekt unterstützen möchten.

Die Idee ist recht simpel: Schon mit einem Euro pro Quadratmeter können sich Naturfreunde an der Aktion beteiligen und erhalten darüber auch eine Paten­schaftsurkunde. So können auch Menschen, die gerne aktiv den Naturschutz vor Ort unterstützen möchten, selbst aber keine Möglichkeiten dazu haben, Nachhaltiges bewirken. Das eingenommene Geld werden Müller und Gombert zu einhundert Prozent in das Projekt stecken, fällige Verwaltungs- und Feldarbeiten übernehmen sie unentgeltlich. Im Sommer, wenn die Wildblumenwiese voll erblüht ist, wird für die Patinnen und Paten eine kostenlose Führung durch die Blütenpracht und das eifrige Gesummse stattfinden.

Patenschaften kann man online übernehmen. Auf wildblumenpaten.de finden sich weitere Informationen darüber.

Von von unseren Redakteuren

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