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Ostkreis Jetzt fehlt nur noch das grüne Licht
Landkreis Ostkreis Jetzt fehlt nur noch das grüne Licht
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13:58 19.04.2022
Ein Wagen lädt an einer Ladesäule für Elektroautos. Unter anderem müsse die Infrastruktur bei der E-Mobilität verbessert werden, sagt Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD).
Ein Wagen lädt an einer Ladesäule für Elektroautos. Unter anderem müsse die Infrastruktur bei der E-Mobilität verbessert werden, sagt Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD). Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Kirchhain

Einstimmig hatten die vier Stadtverordnetenversammlungen von Kirchhain, Amöneburg, Neustadt und Rauschenberg sowie die Gemeindevertreterversammlung von Wohratal bei der gemeinsamen Verpflichtung von zwei Klimaschutzmanagern oder Klimaschutzmanagerinnen zugestimmt. Nun besiegelten die fünf Bürgermeister im Kirchhainer Bürgerhaus die Interkommunale Zusammenarbeit mit ihrer Unterschrift unter den Vertrag zur Klimaschutzkooperation.

„Erst dachte ich: Heute muss ich schon wieder nach Kirchhain“, gab Thomas Groll (Neustadt) einen Einblick in seine Gedanken. „Doch dann fiel mir auf, dass es die falsche Formulierung ist: Ich darf viel eher wieder nach Kirchhain“, ergänzte er und betonte, wie sinnvoll die Kooperation bei diesem wichtigen Thema sei: Es müsse sich auf dem Weg zur Energiewende schließlich etwas tun – und zwar in allen Kommunen. Jedoch seien die Verwaltungen eigentlich zu klein und die Mitarbeitenden bereits ausgelastet, sodass bisher das Thema Klimaschutz höchstens nebenher habe behandelt werden können.

Amtskollege Michael Emmerich sieht das genauso: In Rauschenberg habe sich in den vergangenen Jahren zwar einiges in diesem Bereich getan, aber es gelte, auch die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. „Wenn wir klimaneutral werden wollen, geht das nur, wenn alle etwas unternehmen. Wir müssen den Menschen also Unterstützung anbieten, zum Beispiel durch Beratung und Infoveranstaltungen.“

Amöneburgs Rathauschef Michael Plettenberg ergänzt: „Wir können die bundesweiten Klimaziele nur erreichen, wenn auf allen Ebenen etwas unternommen wird.“ Veränderungen würden in den Kommunen, mit den Kommunen und vor allem nur mit den Bürgerinnen und Bürgern bewirkt. „Und da viele Bemühungen und Projekte der Kommunen sich ähneln, ist es naheliegend, zusammenzuarbeiten.“ Es gelte also, Infos und Impulse in die Bevölkerung zu geben, fügt Heiko Dawedeit (Wohratal) hinzu: „Nur in Verwaltungsgebäuden etwas zu verändern, ist zu wenig. Eine grundlegende Reduzierung des CO2-Ausstoßes ist schließlich das Ziel.“

Die Federführung in Sachen Klimaschutzmanagement wird die Stadt Kirchhain um Bürgermeister Olaf Hausmann innehaben. Im dortigen Verwaltungsgebäude werden auch die beiden Klimaschutzmanagerinnen oder -manager in einem barrierefrei zu erreichenden Büro sitzen – die aber eigentlich weniger in dem Gebäude als vielmehr draußen bei den Menschen sein sollen, wie er hervorhebt: „Wir wollen es den Bürgerinnen und Bürgern so einfach wie möglich machen, ihre Klimaschutzziele zu erreichen.“

Die Ansätze sollen unterschiedlich sein und von der Beratung zur energetischen Sanierung von Gebäuden über den Aufbau von Solaranlagen auf Dächern bis hin zu den Möglichkeiten des Carsharings reichen. Er sehe großes Potenzial zu Veränderungen bei Mobilität und Wärmeversorgung, sagt Plettenberg. In diesem Zusammenhang verweist Hausmann unter anderem darauf, dass beispielsweise bei der E-Mobilität die Infrastruktur verbessert werden müsse. An vielen Stellen sei das nicht so schwierig: „Aber was ist beispielsweise dort, wo sozialer Wohnungsbau ist? Wir müssen sehen, wie wir dies auch in die Fläche bringen.“ In Großstädten sei das einfacher, kommentiert Groll: „Aber der ländliche Raum ist eben mit Großstädten nicht zu vergleichen.“

Zunächst gilt die Kooperation rund um die Klimaschutzmanager oder -managerinnen für zwei Jahre. Doch sowohl die Rathauschefs als auch die anderen Kommunalpolitiker sind sich einig, dass diese Stellen eher langfristig gedacht werden müssen. Zunächst soll es Fördermittel in Höhe von 50 Prozent vom Bund geben – 150 000 Euro an Kosten sind für die kommenden zwei Jahre eingeplant. Die Kosten teilen sich die Kommunen (prozentual nach Größe geteilt). Eigentlich ist geplant, die Stellen zum 1. Juli zu besetzen – doch noch fehlt der entsprechende Bescheid von der Förderstelle. Trotzdem läuft derzeit bereits das Auswahlverfahren: Acht qualifizierte Personen haben sich beworben, berichtet Hausmann.

Von Florian Lerchbacher

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