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Ostkreis Ohmtalbahn konkurriert mit einem Radweg
Landkreis Ostkreis Ohmtalbahn konkurriert mit einem Radweg
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11:58 13.11.2019
Ein Teilstück der Ohmtalbahn wird zwischen Kirchhain und Nieder-Ofleiden genutzt – nur für den Güterverkehr.  Quelle: Mayer
Kirchhain  / Homberg/Ohm

Die Stadt Homberg/Ohm hat bereits 2012 die komplette Trasse zwischen dem Ende des Gleises am Ortseingang von Ober-Ofleiden und dem Ende der Trasse gekauft, um auf dieser einen Radweg zu bauen. Eine Reaktivierung der kompletten Ohmtalbahn sei in Homberg kein Thema gewesen, auch wenn es aus heutiger Sicht wohl besser gewesen sei, die Strecke in den 80er-Jahren für den Personenverkehr stillzulegen. Das berichtete die Homberger Bürgermeisterin Claudia Blum gestern auf Anfrage dieser Zeitung.

Der Kirchhainer Bürgermeister Olaf Hausmann habe sie telefonisch über den Plan informiert. Dabei sei man übereingekommen, mit allen betroffenen Kommunen über Für und Wider des Projekts zu reden. Dann werde für den Vogelsbergkreis der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Jens Mischak mit im Boot sein, sagte die Bürgermeisterin.

Zahlreiche nicht mehr benötigten Trassen sind zu Radwegen geworden. In Homberg soll ein Teilstück des 404 Kilometer langen Hessischen Fernradwegs R6 von Nordhessen bis ins Rheintal entstehen. Auf Wirtschaftswegen sind 2017 und 2018 bereits Teile des Radweges entstanden, erklärte Bürgermeisterin Claudia Blum.

Alternative zum Radweg 

Unmittelbar hinter dem Prellbock am Ortseingang von Ober-Ofleiden liegen Richtung Osten keine Gleise mehr. Zwischen Ober-Ofleidener Prellbock und dem Kamax-Werk, dem größten Arbeitgeber der Stadt, soll auf der Ohmtaltrasse ein weiteres Teilstück des Radwegs entstehen.

Das Bauleitverfahren sei weit vorangekommen. Die Ergebnisse der Offenlage würden ausgewertet und dann den städtischen Gremien vorgelegt, sagte Claudia Blum. Den zuständigen Ausschüsse und der Stadtverordnetensitzung werde sie als Alternative zum Radweg aus dem Teilstück der Trasse auch die Reaktivierung der Ohmtalbahn für den Personenverkehr zwischen Kirchhain und Burg- und Nieder-Gemünden vorstellen. Es sei dann Sache der Parlamentarier, für welchen Weg sie sich entschieden.

Sie gehe mit dem Projekt offen um, sehe aber aus ihrer Sicht für die Stadt mehr Nutzen im Radweg, als in der noch ungewissen Zukunft der Ohmtalbahn.

Der neue Radweg, der noch 2021 gebaut werden könne, sei ein Anreiz für Kamax-Mitarbeiter, aufs Rad umzusteigen. Sie wolle aber keineswegs der Willensbildung der Parlamentarier in dieser Angelegenheit vorgreifen, stellte Bürgermeisterin Blum klar.

von Matthias Mayer