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Ostkreis Freie Fahrt für die Ohmtalbahn?
Landkreis Ostkreis Freie Fahrt für die Ohmtalbahn?
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18:00 01.08.2022
Ein Güterzug mit Schotter aus Ober-Ofleiden passiert Amöneburg auf der einstigen Ohmtalbahn-Trasse.
Ein Güterzug mit Schotter aus Ober-Ofleiden passiert Amöneburg auf der einstigen Ohmtalbahn-Trasse. Quelle: Michael Rinde
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Die Entscheidung für eine Machbarkeitsstudie für die Wiederbelebung der Ohmtalbahn fiel heimischerseits Ende März im Kreistag mit breiter Unterstützung aus Amöneburg, Kirchhain und Stadtallendorf. Jetzt scheint ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Start getan. Zumindest sieht das Vizelandrat Marian Zachow (CDU) eindeutig so. Wie die OP berichtete, macht eine Reaktivierung der Strecke zwischen Kirchhain und Burg-Niedergemünden nur in ganz engem Zusammenhang mit der Aufwertung der Vogelsbergbahn Sinn. Die eingleisige Strecke verläuft von Gießen über Alsfeld nach Fulda.

Deshalb sollen auch Aufwertung und mögliche Wiederbelebung in einem Paket, also in einer Studie untersucht werden. Im Vorfeld gab es die Befürchtung, dass die Reaktivierung der Ohmtalbahn dann nur unter „ferner liefen“ erfolgen könnte. Nach einem Treffen der Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Vogelsbergbahn scheint das vom Tisch. Dort wurde laut Zachow das Konzept der Studie vom Rhein-Main-Verkehrsverbund vorgestellt. Die Ohmtalbahn ist dabei als eine wichtige Säule im Gesamtpaket vorgesehen – also kein „Anhängsel“. „Damit hat sich genau die Auffassung durchgesetzt, die wir vertreten haben“, freut sich Zachow im Gespräch mit der OP.

Info zu drei Strecken

Die Vogelsbergbahn, so die jetzige Bezeichnung, ist exakt 105 Kilometer lang. Ihr Problem ist ihre hohe Auslastung, es gibt zu wenige Überholstrecken. Deshalb steht der zweigleisige Ausbau, etwa bei Gießen, im Raum, um Kapazität für den Deutschlandtakt (stündliche Verbindungen mit verlässlichen festen Anschlüssen) zu gewinnen.

Von der 20,1 Kilometer langen einstigen Ohmtalbahn sind noch 12 Kilometer für den Gütertransport in Betrieb. Dieses Stück liegt zwischen Kirchhain und Nieder-Ofleiden.

Die Salzbödebahn wurde 2001 stillgelegt. Aktuell wird über eine Teil-Reaktivierung der Strecke zwischen Hartenrod (Bad Endbach) und Niederwalgern gesprochen. Die Machbarkeitsstudie sollte ursprünglich schon im vergangenen Jahr vorliegen.

Schließlich soll die Ohmtalbahn einmal Teil eines „Hessen-Y“ werden, so die Vorstellung im Kreis und bei Zachow. Diese Idee hatte auch die Vorstudie aufgegriffen und eigentlich zur zentralen Voraussetzung gemacht, damit sich die Reaktivierung der Gesamtstrecke für den Personenverkehr überhaupt rechnen kann (diese Zeitung berichtete). Es geht um eine attraktive Ost-West-Verbindung von Marburg nach Fulda oder eben von Gießen nach Fulda. Dabei verkehrte – so die Idee bisher – die Ohmtalbahn durchgängig bis Marburg.

Soweit die Theorie, doch bis das Realität sein könnte, ist noch Vieles zu prüfen und mancher dicker Brocken beiseitezuräumen. Zuallererst muss die Machbarkeitsstudie die Frage klären, ob die Ohmtalbahn im Verbund mit der Vogelsbergbahn so viele Fahrgäste bekäme, dass sich die Kosten für ihre Reaktivierung auch lohnen. Bei der Modernisierung der Vogelsbergbahn steht der Deutschlandtakt im Vordergrund.

Wie viel Ausbau ist möglich?

Bis es mal so weit sein könnte, vergehen noch Jahre. Offen ist auch die Frage, in welchem Umfang die 105 Kilometer lange Strecke dabei in welchem Zeitfenster modernisiert wird. Welche neuen Haltepunkte wären dabei denkbar? Gibt es einzelne zusätzliche „Überholstrecken“, um auf der rappelvollen Strecke für Entlastung zu sorgen? Wie steht es um die Elektrifizierung? Das sind nur einige Fragen, die sich aufdrängen werden. „Es könnte mehr Zweigleisigkeit nötig sein“, mutmaßt auch Zachow.

Bei der Ohmtalbahn geht es bei dieser Studie um „Sekt oder Selters“, könnte sie die gerade neugefassten Kriterien der „standardisierten Bewertung“ erfüllen? Es geht um die Nutzen-Kosten-Analyse ebenso wie um die Folgekosten.

Wann könnte die große Machbarkeitsstudie starten? Zachow rechnet mit einem Zeitraum von November dieses Jahres bis März 2023, kosten wird sie wohl bis zu 200.000 Euro, verteilt auf mehrere Partner. Der Kreis rechnet mit einem Anteil von rund 20.000 Euro.

Das Ergebnis einer weiteren Machbarkeitsstudie zu einer möglichen Reaktivierung der Salzbödebahn wird inzwischen heiß erwartet. Doch es braucht noch etwas Geduld. Zachow rechnet mit dem Vorliegen nunmehr im dritten oder vierten Quartal. Der Grund: Die Festlegung der standardisierten Bewertung durch den Bund hatte sich drastisch verzögert, ist aber entscheidend für das Ergebnis bei der Nutzen- und Kostenanalyse.

Von Michael Rinde

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