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Ostkreis Ohne Mast bleibt alles beim Alten
Landkreis Ostkreis Ohne Mast bleibt alles beim Alten
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10:57 25.08.2021
Ein Mobilfunkmast in Ockershausen. Hertingshausen bekäme einen 30-Meter-Mast mit zunächst einer Antennenanlage der Telekom.
Ein Mobilfunkmast in Ockershausen. Hertingshausen bekäme einen 30-Meter-Mast mit zunächst einer Antennenanlage der Telekom. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Hertingshausen

Ein erheblicher Teil des kleinsten Ortsteils von Wohratal ist bisher vom Mobilfunkempfang komplett abgeschnitten. In höher gelegenen Teilen von Hertingshausen gibt es zumindest rudimentär Funknetz, wie Ortsvorsteher Günter Scheufler der OP berichtet. Ein Grund für den Ortsbeirat seinerzeit, sich bei der Aktion des Mobilfunkanbieters Deutsche Telekom „Wir jagen Funklöcher“ zu bewerben. Hertingshausen hatte Erfolg. Die Telekom setzte Hertingshausen auf die Liste der Gebiete, die bei dieser Aktion mit aktueller Mobilfunktechnik werden sollten.

Jetzt geht es an die Umsetzung. Doch die wird wohl schwieriger als zunächst erwartet. Eigentlich, so der Plan, sollte auf dem Feuerwehrgerätehaus Hertingshausen ein Mast auf das Dach gesetzt werden. Er hätte wohl eine Höhe von etwa acht Metern gehabt. Doch bei der Baubegehung im Juni mit der Deutschen Funkturm GmbH, einer Telekom-Tochter, zeigte sich, dass das nicht möglich sein wird. Denn das Dach des Gebäudes, das in Leichtbauweise errichtet wurde, lässt das Anbringen des Mastes von der Statik her nicht zu. Das teilte Bürgermeister Heiko Dawedeit dem Gemeindeparlament danach auch als Zwischenstand mit und das bestätigt auch Telekomsprecher George-Stephen McKinney der OP.

Doch mit dem Aus eines Funkmastes auf dem Gebäudedach ist das Thema noch nicht abgehakt, es gibt zumindest noch eine weitere Option für den Ort mit aktuell 170 Einwohnern. Die bestünde in einem freistehenden 30 Meter hohen Mobilfunkmast an einem noch festzulegenden Standort in oder direkt bei Hertingshausen. Den Mast errichtete die Deutsche Funkturm für die Telekom. Das Unternehmen übernimmt dann auch die künftige Vermarktung des Standortes, falls sich dort weitere Mobilfunkbetreiber mit Antennenanlagen an den Mast „anhängen“ wollten.

Telekomsprecher McKinney macht deutlich, dass es wohl keine andere Option für eine Mobilfunkanbindung von Hertingshausen mehr geben wird. „Sollte die Gemeinde das ablehnen, ist eine Realisierung – mangels geeigneter Alternativstandorte – schwierig bis unwahrscheinlich“, erklärt er gegenüber der OP. Jetzt wartet das Unternehmen Deutsche Funkturm beziehungsweise die Telekom auf ein Signal aus Wohratal, um den nächsten Schritt zu planen.

Dawedeit will sich nach Bürgern richten

„Wenn wir um eine Stellungnahme gebeten werden, werden wir uns auch positionieren“, sagt dazu Heiko Dawedeit als Wohratals Bürgermeister. Dawedeit war im Juni auch bei der Baubegehung dabei.

Die Gemeinde werde das Aufstellen eines Mobilfunkmastes in Hertingshausen nur mit einer klaren Zustimmung der Bevölkerung befürworten, erläutert Dawedeit. Dabei gehe es etwa um den Einfluss des Mastes auf das Ortsbild.

Hertingshausens Ortsvorsteher will das Thema noch einmal im Ortsbeirat behandeln. Bisher hat er positive Rückmeldungen zu einem möglichen Mast am Ort. „Ich bin sicher, dass es uns gelingen wird, gemeinsam mit dem Unternehmen einen Standort zu finden, der das Ortsbild nicht beeinträchtigt“, sagt Scheufler. Er erinnert daran, dass sich der Ort seinerzeit gezielt und bewusst bei der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ beworben hatte.

Nach früheren Angaben zu Beginn dieses Jahres betreibt die Telekom als einer von drei Mobilfunkbetreibern etwa 70 Standorte im Kreis Marburg-Biedenkopf, eine Zahl, die das Unternehmen bis 2022 um weitere 41 erhöhen will. Die Errichtung eines Mobilfunkmastes – in Hertingshausen wäre einer mit oberirdischem Fundament geplant – kostet zwischen 120 000 und 250 000 Euro.

Von Michael Rinde

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