Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Niederwälder See bleibt ein Problem
Landkreis Ostkreis Niederwälder See bleibt ein Problem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:58 21.06.2020
Das Baden im Niederwälder See ist verboten. Foto: Michael Rinde
Das Baden im Niederwälder See ist verboten. Quelle: Michael Rinde
Anzeige
Niederwald

Das Problem ist uralt. Angesichts noch geschlossener Bäder gewinnt es wieder an Aktualität: das verbotene Schwimmen im Niederwälder See. Schilder weisen seit Jahren klar darauf hin, dass das Gewässer kein Badesee und das Schwimmen dort verboten ist.

Die Warnung auf den Schildern am Uferrand fällt deutlich aus. Von „Lebensgefahr“ ist dort zu lesen. Was allerdings immer wieder und an wirklich heißen Tagen auch in größerem Umfang ignoriert wird. Für die Stadt Kirchhain ein großes Ärgernis.

Ein Hauptproblem war in der Vergangenheit auch der Müll, den die Schwimmer am Ufer und in der Umgebung hinterlassen. Um dem Herr zu werden, entschied sich die Stadt im vergangenen Jahr, eine Parkfläche und Zufahrt zum See durch eine Schranke abzusperren.

Doch das hat offenbar auch Nachwehen ausgelöst. Denn nun parken immer mehr Autos an „Badetagen“ an der Straße in Höhe des Kieswerkes und auf dem Weg in Richtung Niederwald. Die Freifläche, die eigentlich in Privatbesitz ist, wird dabei auch immer wieder zugeparkt. Stadtverordneter Ulrich Balzer (B 90/Die Grünen) wies in einer Ausschuss-Sitzung bereits auf das Unfallrisiko hin.

Bürgermeister: keine Alternative zur Schranke

„Die Gefahr steigt, dass Leute dort einfach über die Fahrbahn rennen und angefahren werden“, so seine Befürchtung. Zumal auf der Kreisstraße deutlich höhere Geschwindigkeiten zulässig sind. „Wie wir es machen, machen wir es falsch“, räumte Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) in der Ausschuss-Sitzung ein.

Bei der Meinung bleibt der Verwaltungschef auch im Gespräch mit der OP. Er sieht keine Alternative zur Schranke, um das wilde Parken in den Griff zu bekommen. Es habe viele Beschwerden über die Umweltverschmutzung durch die Seebesucher gegeben. „Das zumindest hat sich durch die Schranke etwas gebessert“, zieht er Zwischenbilanz.

Laut Polizei bisher keine Auffälligkeiten

Ansonsten verweist Hausmann auf das Risiko, in dem Gewässer schwimmen zu gehen. Das liegt allein beim Schwimmer selbst, der gegen ein geltendes Verbot verstößt. Der Niederwälder See hat Untiefen, außerdem fällt das Ufer steil ab. „Und die Wasserqualität wird nicht überwacht“, mahnt Hausmann. Anders, als bei freigegebenen Badegewässern gibt es am Niederwälder See auch keine Aufsicht etwa durch die DLRG. Pächter des Sees sind die Surf- und Segelabteilung des TSV Kirchhain und der Fischereiverein.

Hausmann kündigt weitere Kontrollen durch die städtischen Ordnungsbehörden und in unregelmäßigen Abständen auch durch den Einsatz eines privaten Wachdienstes an, so wie in der Vergangenheit. Zudem hat das Ordnungsamt auch wegen der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie einen verstärkten Blick auf das Gewässer.

Aus Sicht der Polizei hat es bisher noch keine Probleme durch die parkenden Autos an den Fahrbahnrändern gegeben. „Der Niederwälder See hat für uns im Moment keine Auffälligkeiten“, sagt Polizeisprecher Martin Ahlich. Für die Polizei ist zunächst auch primär das städtische Ordnungsamt an dieser Stelle am Zuge. Das werde bei Bedarf auch Bußgelder verhängen, wenn es nötig sei, so Bürgermeister Olaf Hausmann.

Von Michael Rinde

20.06.2020
Ostkreis Bahnhof Kirchhain - RP gibt grünes Licht
20.06.2020
Ostkreis Demos gegen A 49 - Angst um Wasser und Wald
20.06.2020