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Ostkreis Neustädter Narren wollen sehen, was möglich ist
Landkreis Ostkreis Neustädter Narren wollen sehen, was möglich ist
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09:07 11.11.2021
Sitzungspräsident Michael Launer: „Die Menschen sind ausgehungert und wollen wieder feiern.“
Sitzungspräsident Michael Launer: „Die Menschen sind ausgehungert und wollen wieder feiern.“ Quelle: Florian Lerchbacher
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Neustadt

Aufgrund des Abrisses des ehemaligen Soldatenheims und des Neubaus des Kultur- und Bürgerzentrums hatten die Neustädter Vereine in den Jahren 2019 und 2020 gemeinsame Feiern ausgerichtet. 2021 fiel alles der Pandemie zum Opfer. „Die Menschen sind ausgehungert und wollen wieder feiern“, sagt Sitzungspräsident Michael Launer und kündigt an, dass er und der Elferrat vom VfL Neustadt am 12. Februar 2022 wieder eine Prunksitzung ausrichten und ein Prinzenpaar (das bereits feststeht) küren wollen.

„Unsere Gruppen sind durchgeimpft – uns hält nichts mehr ab“, ergänzt er und erinnert daran, dass 2.500 Menschen „Wetten, dass …?“ live in der Halle verfolgten. „Wer Zweifel hat, soll eben zuhause bleiben“, resümiert Launer. Ein weiteres Mal den Karneval ausfallen lassen – das komme nicht in Frage: „Dann geht alles kaputt, und niemand wird mehr zu unseren Veranstaltungen kommen.“

Etwas zurückhaltender ist Andreas Gnau, der Sitzungspräsident der Kolpingfamilie, die für den 19. Februar 2022 eine Prunksitzung plant. Ganz sicher sei aber noch nicht, dass die Pläne auch umgesetzt werden – zum einen, weil nicht alle Gruppen die 2-G-Voraussetzungen komplett erfüllen könnten, zum anderen, weil angesichts der steigenden Corona-Zahlen sowohl bei Aktiven als auch bei potenziellen Zuschauern Unsicherheit herrsche. „Die Räder stehen zu lange still, die Leute wollen etwas machen“, erklärt er die Entscheidung pro Karneval: „Aber wir werden die Entwicklung beobachten und Augen und Ohren offenhalten.“ Notfalls müsse eben ein Umdenken erfolgen.

„Schweren Herzens“ und nach langem Hin- und Herüberlegen haben sich die Frauen von Sankta Maria gegen ein Ausrichten des Weiberfaschings entschieden. „Wir haben zu große Bedenken“, sagt Sitzungspräsidentin Felicitas Trebes-Börner. Die Garden würden aber weiterhin trainieren – und vielleicht gebe es ja die Möglichkeit, am Rosenmontag auf dem Rathausplatz ihr Können zu präsentieren. Eine Rathaus-Erstürmung werde es aber keinesfalls geben, das habe Bürgermeister Thomas Groll den Narren bereits mitgeteilt, berichtet sie: „Und vielleicht können wir ja im Freien noch etwas anderes veranstalten. Aber wir müssen sehen, was im Februar überhaupt möglich ist.“

Dem schließt sich Michaela Gies, Sitzungspräsidentin des Frauenvereins, an: „Wir würden natürlich auch alle gerne mal wieder feiern – aber eben auch nichts übers Knie brechen. Auch wir Geimpften müssen nicht glauben, dass wir Narrenfreiheit haben und uns nichts mehr passieren kann.“ Hinzu kämen die wirtschaftlichen Gründe: „Bekämen wir überhaupt genügend Zuschauer?“, fragt sie sich und ergänzt, dass auch Programmpunkte fehlen würden, weil Gruppen aus benachbarten Kommunen ebenfalls schon angekündigt hätten, keine Auftritte geben zu wollen.

Angst um die Zukunft habe sie aber keine, denn die Garden würden beispielsweise weiter trainieren, und auch ansonsten würden die Kontakte gepflegt – so wie am 11.11., an dem auch die Mitglieder des Frauenvereins ebenso wie die anderen Neustädter Karnevalisten untereinander etwas feiern.

Kinderfasching wird es auch keinen geben: Den Verantwortlichen vom Neustädter Blasorchester ist das Risiko ebenfalls zu hoch. Jede Menge bunt verkleideten und gut gelaunten Kindern dürfte es auch schwer zu vermitteln sein, Corona-konform Fasching zu feiern.

  • In Niederwalgern planen die Verantwortlichen Stand Mittwoch (10. November) ihre traditionelle Sitzung am Samstag vor dem eigentlichen Karnevalswochenende unter 2-G-Bedingungen stattfinden zu lassen, teilt Stefan Oberhansel mit.

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Von Florian Lerchbacher

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