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Ostkreis Für zwei Häuser gilt eine Quarantäne
Landkreis Ostkreis Für zwei Häuser gilt eine Quarantäne
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19:31 14.01.2022
Für zwei Gebäude der Erstaufnahmeeinrichtung gilt eine Quarantäne – aber nicht für die ganze Anlage. 
Für zwei Gebäude der Erstaufnahmeeinrichtung gilt eine Quarantäne – aber nicht für die ganze Anlage.  Quelle: Thorsten Richter
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Neustadt

In Büdingen hat das Gesundheitsamt die gesamte Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge Hessen (EAEH) unter Quarantäne gestellt. Bei rund 200 der 600 Geflüchteten war das Coronavirus festgestellt worden. In der Einrichtung in Neustadt ist die Lage nicht ganz so schlimm, wie die OP auf Nachfrage beim Regierungspräsidium in Gießen erfuhr: Dort haben sich (Stand Freitag) 91 Geflüchtete infiziert – die ebenso wie ihre Kontaktpersonen isoliert werden, wie Pressesprecher Thorsten Haas berichtet. Dies geschehe in zwei Gebäuden, die unter Quarantäne gestellt werden. „Eine Gesamtquarantäne wurde seitens des zuständigen Gesundheitsamtes bislang nicht verfügt“, teilt Haas mit und ergänzt: „Personen, welche über vollständigen Impfschutz verfügen, werden bei negativem Testergebnis nicht von der Quarantäne betroffen sein.“

Derzeit leben 764 Menschen in der Neustädter EAE. In einem Haus, in dem vorwiegend Familien mit Kindern untergebracht sind, habe es eine Häufung von positiven Schnelltests gegeben. Deswegen habe das Gesundheitsamt Reihentestungen angeordnet. „Reihentestungen erfolgen generell in Häusern, in welchen ein gehäuftes Auftreten von Infektionen zu verzeichnen ist, um hier einen adäquaten Überblick über das Infektionsgeschehen zu bekommen“, erklärt Haas und zählt auf, was in Einrichtungen dieser Art bei größeren Ausbruchsgeschehen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt umgesetzt wird: Unter anderem komme es zu einer Aufstockung des Sicherheits- und des Sozialdienstes und zu einer Intensivierung der Reinigungsintervalle in den betroffenen Bereichen. Außerdem gelte am gesamten Standort eine FFP2-Maskenpflicht.

Das letzte größere Infektionsgeschehen in der EAEH am Standort Neustadt, bei dem auch eine Gesamtquarantäne verhängt wurde, hatte es im Januar 2021 gegeben. Insgesamt habe es seit Beginn der Pandemie vor nunmehr fast zwei Jahren vereinzelte Covid-19-Infizierte in der Einrichtung gegeben, die aber keine Infektionsketten auslösten, sagt Haas und berichtet: „Mit Beginn des Impfangebots konnten wieder moderate Öffnungen stattfinden.“ Es habe also beispielsweise wieder Aktivitäten, Kinderbetreuung und Sprachkurse gegeben – unter 2G-Regelung und stetige Einhaltung und Überwachung des geltenden Hygienekonzepts.

Die Bewohnerinnen und Bewohner werden über Corona und die geltenden Regeln über mehrsprachige Informationsblätter in Kenntnis gesetzt. Zudem erfolgt die Aufklärung durch Sozialarbeiter und medizinisches Personal. „Die Bewohnerinnen und Bewohner reagieren in deutlich überwiegendem Maße verständnisvoll und verhalten sich kooperativ“, lobt Haas.

Auch von Bürgermeister Thomas Groll kommen lobende Worte: Regierungspräsidium und Gesundheitsamt hätten ihn frühzeitig informiert und würden ihn auf dem Laufenden halten. Er begrüßt die Verstärkung des Wachdienstes zur Überwachung der verhängten Quarantäne. Im Hinblick auf die steigenden Fallzahlen in der Einrichtung verweist er darauf, dass dort im vergangenen halben Jahr kaum eine Corona-Infektion aufgetreten sei. Durch Omikron sei dies nun leider anders. „Wo viele Menschen auf engem Raum leben, gebe es eben gegenwärtig hohe Infektionsraten, resümiert er.

Von Florian Lerchbacher