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Ostkreis Das Warten hat ein Ende
Landkreis Ostkreis Das Warten hat ein Ende
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12:00 09.06.2022
Wie auch 2018 sind bei der Trinitatis-Kirmes auch in diesem Jahr wieder Trachtengruppen dabei.
Wie auch 2018 sind bei der Trinitatis-Kirmes auch in diesem Jahr wieder Trachtengruppen dabei. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Neustadt

Zwei Jahre lang mussten die Neustädterinnen und Neustädter Corona-bedingt auf das ältestes Volksfest verzichten, doch nun ist die Zeit des Wartens vorbei: Heute beginnt die 518. Auflage der Trinitatis-Kirmes.

Entsprechend groß ist die Vorfreude bei den Bürgerinnen und Bürgern. „Natürlich haben wir die Kirmes vermisst – genauso wie den Karneval“, sagt beispielsweise Daniela Korell von der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt und gibt zu, jedes Jahr aufs Neue gehofft zu haben, dass doch zumindest ein kleines bisschen gefeiert werden kann. Das ging zwar nicht, doch jetzt ist es ja wieder so weit.

Festumzug am Sonntag, 14 Uhr

Optischer Höhepunkt wird natürlich, wie jedes Jahr, der Festumzug, der sich am Sonntag ab 14 Uhr durch Neustadts Straßen schlängelt. 36 Zugnummern kündigt René Spatzier von der Stadtverwaltung an und freut sich, dass auch die musikalische Untermalung gesichert ist: Neben zwei Kapellen aus Neustadt und einer aus der Schwalm hat sich auch die Schalmeienkapelle Haiger angekündigt – eine Gruppe, zu der die Stadt über den Hessischen Musikverband den Kontakt knüpfte. Mit dabei sind außerdem zwei Trachtengruppen und jede Menge Neustädter Vereine und Initiativen. So auch die freiwillige Feuerwehr, die mit „Gewalt gegen Rettungskräfte“ ein Thema aufgreift, dem sie sich schon vor zwei Jahren widmen wollte. Die Idee sei von der Kinderfeuerwehr gekommen, betont Korell und ergänzt, dass die Betreuer der Jugendfeuerwehr initiiert hätten, dazu einen Themenwagen zu gestalten. Und so kümmerten sich zu Beginn der Woche rund 15 Mitglieder der Einsatzabteilung um die Umsetzung. „Wir hatten noch nie so tolle Schilder“, gibt Korell einen kleinen Einblick und spricht in diesem Zusammenhang Ann-Kristin Wölk und Martina Zinser großes Lob aus.

Einen konkreten Auslöser für die Themenwahl haben die hessischen Neustädterinnen und Neustädter nicht. Es sei nur immer wieder schockierend, in den Medien zu hören, dass Retterinnen und Retter attackiert werden. Selbst Kinder wüssten doch, dass dies ein absolutes No-Go sei, sagt Korell und berichtet von den Reaktionen aus der „Löschbande“: Die Jungen und Mädchen seien sich einig gewesen, dass niemand angegriffen werden dürfe, der anderen Menschen helfen wolle: „Kindern leuchtet das ein, manchem Erwachsenen nicht. Das ist ein Armutszeugnis.“ Aus diesem Grund will Neustadts Feuerwehr mit dem Motivwagen ein Zeichen setzen. Doch die Rettungskräfte sind auch noch mit einer Fußgruppe am Umzug beteiligt, zudem fährt die Alters- und Ehrenabteilung auf dem historischen Löschfahrzeug aus dem Jahr 1952 mit. Und nicht vergessen werden darf, dass sich die Feuerwehr auch noch mit Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen um den Brandsicherheitsdienst kümmert.

Rund 30 Beschicker hat Konrad Ruppert, der Vorsitzende des Schaustellerverbandes Kassel-Göttingen und seit Jahren Generalpächter der Trinitatis-Kirmes für den Festplatz in der Lehmkaute gewonnen. Er ist zuversichtlich, dass die Besucherinnen und Besucher das bunte Angebot gut annehmen werden – dies sei zumindest bei anderen Volksfesten in diesem Jahr der Fall gewesen.

Gottesdienst im Kultur- und Bürgerzentrum

Allerdings sei es gar nicht so einfach gewesen, den Festplatz zu füllen: Das Problem seien nicht die Eigentümer der Fahrgeschäfte, sondern der Personalmangel: „Die Schausteller haben die Corona-Hochphase gut überstanden – aber die Helferinnen und Helfer fehlen.“ Den Auftakt der Kirmes hat die Stadt angesichts der Wetterprognosen verschoben: Der ökumenische Gottesdienst mit anschließendem Fassanstich, Neubürgertrunk und der Einführung des Junker Hans und seiner Burgfräulein findet ab 18.30 Uhr nicht am Wallgrabenpavillon im Park, sondern im Kultur- und Bürgerzentrum statt.

Das Programm

Donnerstag, 9. Juni (verlegt ins Kultur- und Bürgerzentrum) – 18.30 Uhr: Ökumenische Andacht mit Pfarrerin Kerstin Kandziora und Pfarrer Andreas Rhiel und den Trinitatisbläsern – 19.15 Uhr: Neubürgertrunk – 20 Uhr: Einführung des Junker Hans und seiner Burgfräulein – mit musikalischer Untermalung durch die „Coronas“

Freitag, 10. Juni (Festplatz Lehmkaute) – 17 Uhr: Öffnung des Vergnügungsparks – 21 Uhr: DJ Thomas Rottmann (bekannt aus dem „Mega Park“ in Palma de Mallorca) legt auf

Samstag, 11. Juni (Festplatz Lehmkaute) – 14 Uhr: Öffnung des Vergnügungsparks – 20.30 Uhr: Auftritt der Steigerwälder Knutschbären (der „bärenstarken Show- und Partyband“) – 22.30 Uhr: Feuerwerk

Sonntag, 12. Juni (verschiedene Orte) – 10 Uhr: Festgottesdienst mit Pfarrer Andreas Rhiel und den Trinitatisbläsern (Marktplatz) – 14 Uhr: Festzug (Innenstadt) – 15 Uhr: Öffnung Vergnügungspark (Festplatz)
15.45 Uhr: Musikschau der Kapellen (Festzelt Lehmkaute)
19 Uhr: Partyband Hessentaler tritt auf

Montag, 13. Juni (verschiedene Orte) – 9 Uhr: Gottesdienst Friedhofskapelle, anschließend (gegen 10 Uhr) Ehrung der Toten durch den VfL Neustadt – 9 Uhr: Krammarkt in der Lehmkaute – 11 Uhr: Vergnügungspark öffnet, zudem beginnt der Frühschoppen mit den Lechis und Mike Münnich – 19 Uhr: Auftritt der Partyband „Bayernmän“

Von Florian Lerchbacher