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Ostkreis Die „Berger“ kommen zum Propheten
Landkreis Ostkreis Die „Berger“ kommen zum Propheten
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16:00 25.01.2021
Janette Grün (rechts) und Verena Herrmann bilden das Leitungsteam von Süd- und Waldschule – der Dritte im Bunde fehlt noch.
Janette Grün (rechts) und Verena Herrmann bilden das Leitungsteam von Süd- und Waldschule – der Dritte im Bunde fehlt noch. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Die Grundschule II – bestehend aus Süd- und Waldschule – hat ein neues Leitungsteam: Neue Leiterin ist die aus Michelbach gekommene Janette Grün, ihr zur Seite steht Verena Herrmann, die schon seit zwölf Jahren in Stadtallendorf tätig ist. Der Dritte im Bunde fehlt noch. Diese Stelle ist zurzeit ausgeschrieben, berichtet Grün.

Sie ist seit einem Jahr an der Schule und trat zunächst als kommissarische Leiterin die Nachfolge von Elfriede Wollmer an, die vor rund anderthalb Jahren ebenso wie Konrektor Gereon Muckelmann in den Ruhestand gegangen war. Es sei ihr Wunsch gewesen, zurück nach Stadtallendorf zu kommen, betont Grün, die einst ihr Referendariat an der Grundschule I gemacht hatte. Dabei habe sie sich bewusst für eine größere Schule als jene im familiären Michelbach entschieden – und eben auch die Herausforderung gesucht. „Ich möchte mit einer anderen Schülerschaft arbeiten als der im Speckgürtel Marburgs“, erklärt sie und freut sich über die vielfältigeren Aufgaben: „Das ist doch das, was den Beruf des Lehrers aus- und interessant macht.“

„Viel Spaß“ am Arbeiten in Stadtallendorf

Janette Grün ist 42 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Nieder-Ofleiden. Sie ist verheiratet und Mutter einer 23 Jahre alten Tochter. Ihr Abitur hatte sie 1998 in Amöneburg gemacht – wo sie inzwischen übrigens wohnt. Danach studierte sie Grundschullehramt in Gießen. Warum genau, kann sie heute nicht mehr sagen: „Ich war etwas ziellos“, gibt sie zu – wobei die Betonung auf der Vergangenheitsform liegt. Sie unterrichtet entsprechend ihres Studiums Deutsch und Sachunterricht, aber – nach einer Fortbildung – auch noch Englisch.

Im Referendariat habe sie gemerkt, wie viel Spaß ihr das Arbeiten in Stadtallendorf macht. Allerdings sei das in einer Zeit gewesen, in der keine Grundschullehrer eingestellt wurden. So kam sie an die Mittelpunktschule Perftal in Breidenbach, wo sie auch als Konrektorin tätig war. Beim Hineinschnuppern in die Leitungsfunktion habe sich gezeigt, dass sie nicht nur am Unterrichten großen Spaß hat, sondern auch an der Verwaltungsarbeit und der Schulentwicklung. Als dann ihre Schule mit anderen zur Hinterlandschule zusammengelegt wurde, wechselte Grün nach Michelbach (2014) – um aber bald zu merken, dass es ihr dort zu klein und zu beschaulich ist. „Die sozialpädagogische Arbeit hat mir gefehlt“, erklärt sie und gibt zu, dass ihr die Herausforderungen gefehlt hätten. Doch das dürfte in Stadtallendorf nun anders sein.

Herrmann ist bereits seit zwölf Jahren an der Schule

Ihr zur Seite steht Verena Herrmann, die seit zwölf Jahren bereits an der Grundschule II ist. Sie kommt und lebt weiterhin in Amöneburg und bezeichnet sich auch als „richtiges Berger Kind“. Auch sie hatte in Gießen studiert – aber erst nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin. Inzwischen unterrichtet die 48-Jährige Deutsch, Mathe und katholische Religion.

Ziel der beiden Frauen ist es, die Grundschule II gemeinsam mit der Schulgemeinde, den Kollegen und den Eltern weiterzuentwickeln. Ein wichtiges Thema sei dabei die Digitalisierung – wobei die Bildungseinrichtung erst im Dezember das Gütesiegel als „Internet-ABC-Schule“ erhielt. „Das digitale Arbeiten ist an Grundschulen vielleicht nicht so wichtig wie an weiterführenden Schulen“, sagt Grün: „Aber wir schaffen die Basis.“

Außerdem ist geplant, an der Förder- aber auch der Forderkonzeption weiterzuarbeiten. „Fördern ist ja klar – aber wir dürfen nicht nur an die schwächeren Schüler denken“, betont die Leiterin und stellt heraus, dass der Schulanfang noch etwas ist, das im Mittelpunkt stehen solle. Sie sei stolz, dass die Grundschule II eine der letzten rund 50 Schulen in Deutschland ist, die eine Eingangsstufe hat. Das bedeutet, dass Eltern ihre Kinder, die noch keine sechs Jahre alt und nicht schulpflichtig sind, ein Jahr früher als üblich einschulen können. Diese Schüler gehen sozusagen zwei Jahre lang in die erste Klasse. Vorteile seien beispielsweise, dass die Schüler besser auf das Schulleben vorbereitet würden, verstärkt in ihrer Sprache gefördert werden könnten und die Gemeinschaft als Gruppe gestärkt werde. Außerdem ist etwa die Hälfte der Zeit neben einem Lehrer noch ein Sozialpädagoge im Raum, des Weiteren arbeitet die Grundschule dabei eng mit der Landgräfin-Elisabeth-Schule zusammen.

Tanzvideo

Auf der Homepage der Grundschule II Stadtallendorf (www.g2-stadtallendorf.de) beziehungsweise auf Youtube ist ein Video zu sehen, in dem sich Schüler und Lehrer der Süd- und der Waldschule der extra für Corona-Zeiten erfundenen Jerusalema-Challenge stellen. Die einzelnen Klassen haben dafür Videos gedreht, wie sie einen bestimmten Tanz aufführen – natürlich unter Einhaltung von der Abstandsregeln. Diese Videos wurden zu einem großen Video zusammengeschnitten, das sich inzwischen rund 5 000 Menschen angeschaut haben. Passend dazu lautet das Motto der Aktion „Gemeinsam auf Abstand zusammen“, denn die Klassen tanzten zwar alleine, doch durch das Zusammenfügen auch wieder gemeinsam, wie Schulleiterin Janette Grün erläutert.

von Florian Lerchbacher

25.01.2021
19.01.2021