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Ostkreis Albshausens größtes Bauprojekt hat begonnen
Landkreis Ostkreis Albshausens größtes Bauprojekt hat begonnen
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17:00 07.03.2021
Die Vorfreude auf das Bauprojekt ist groß – nicht nur bei Albshausens Wehrführer Markus Weigel (links).
Die Vorfreude auf das Bauprojekt ist groß – nicht nur bei Albshausens Wehrführer Markus Weigel (links). Quelle: Florian Lerchbacher
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Albshausen

Lange mussten die Albshäuser warten, nun war Baubeginn für das größte Projekt, das in dem Rauschenberger Dorf jemals umgesetzt wurde: der Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Ein Gebäude, das rund 1,2 Millionen Euro kostet (rund 200 000 Euro steuert das Land Hessen bei) – im Preis enthalten ist dabei noch nicht einmal das Außengelände. Darum würden sich die Mitarbeiter des Bauhofs und die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr kümmern, sagt Bürgermeister Michael Emmerich.

15 Jahre lang war das alte Feuerwehrgerätehaus immer wieder Thema. Die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung war nicht möglich – sprich: die Spinde standen in der Fahrzeughalle –, es gab keine Umkleiden für Frauen und nicht genügend Parkplätze.

Das Areal ist rund 900 Quadratmeter groß

„Es gibt Unfallkassen, die hätten die Halle schon früher zugemacht“, sagt Kreisbrandinspektor Lars Schäfer und stellte heraus, dass dem Landkreis durchaus bewusst sei, was für ein finanzieller Kraftakt der Neubau bedeute – insbesondere anhand der Tatsache, dass ja auch schon das Gerätehaus in der Kernstadt ordentlich Geld gekostet hatte. Ein Umbau des alten Gebäudes hatte sich als nicht umsetzbar erwiesen. Und so sprach er den Stadtverordneten Lob aus, dass sie ihr „Magengrummeln“ überwunden und dem Neubau zugestimmt hätten: „Das ist gut investiertes Geld“, versicherte er und lobte anschließend auch noch die Feuerwehrleute: Dass sie sich in das Bauprojekt mit Eigenleistung einbringen, zeige „die große Verbundenheit des Ehrenamts mit dem Brandschutz“.

Stadtverordnetenvorsitzender Norbert Ruhl betonte, die Parlamentarier seien sich durchaus ihrer großen Verantwortung für die Stadtkasse bewusst und hätten sich beispielsweise auch gefragt, ob es die Feuerwehr in Albshausen weiter geben werde. Eine Frage, die sich letztlich mit Ja beantworten ließ. „Wir sehen die Notwendigkeit und haben uns überzeugen lassen, dass die Größenordnung sein muss“, sagte er – wobei Architekt Hermann Koch aus Bracht herausstellte, dass er überall nur die vorgegebenen Mindestgrößen gewählt habe: „Der einzige Luxus ist die zweite Halle.“

Das neue Gerätehaus wird nämlich nicht nur das Albshäuser Feuerwehrfahrzeug beherbergen, sondern auch noch einem zweiten Fahrzeug Platz bieten.

In das Gebäude kommen ein Schulungsraum mit Teeküche, ein Raum für die Jugendfeuerwehr, das Büro des Wehrführers, ein Raum für Technik und Notstromversorgung, eine Werkstatt, Umkleiden, Duschen und Toiletten für Frauen und Männer, ein Trockenraum sowie die Fahrzeughalle. Das Haus entsteht in Holzfertigbauweise und bekommt ein Pultdach. Der Rest des rund 900 Quadratmeter großen Areals wird Hof beziehungsweise Parkfläche.

Ursprünglich war geplant gewesen, dass schon im vergangenen Jahr die Bodenplatte gelegt wird. Es sei aber zu Verzögerungen gekommen, sagte Emmerich und berichtete, dass beispielsweise noch die Bauleitplanung gemacht werden musste: „Wir hängen ein wenig hinterher – aber so tragisch ist das nicht.“ Er gehe davon aus, dass das Gebäude bis Ende des Jahres stehen werde.

Die Freude im Dorf ist groß – auch bei Wehrführer Markus Weigel: „Es wurde Zeit“, kommentierte er und gab zu, auch ein bisschen stolz und aufgeregt zu sein. Als Wehrführer erlebe man es schließlich höchstens einmal, dass im Heimatort ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr gebaut wird.

Von Florian Lerchbacher