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Ostkreis Nach 515.000 Kilometern ist Schluss
Landkreis Ostkreis Nach 515.000 Kilometern ist Schluss
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17:07 24.07.2020
Feuerwehrmitglieder stellten mit Vertretern von Politik und Verwaltung die Fahrzeuge in Dienst: einen Wechsellader und einen Mannschaftstransportwagen. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Es war sichtbar ein besonderer Termin am Feuerwehr-Stützpunkt in der „Straße des 17. Juni“ in Stadtallendorf. Am Korb der Drehleiter baumelte die Stadtfahne, links und rechts zwei funkelnagelneue Fahrzeuge, in der Mitte sauber in Rollcontainern und Kisten verpackte Ausrüstung von Scheinwerfern bis Löschschläuchen. Am Mittwoch übernahm die Feuerwehr Stadtallendorf ein neues Wechsellader-Fahrzeug samt „Container Logistik“ und einen Mannschaftstransportwagen. Letzterer dient den Feuerwehren in den nördlichen Stadtteilen und wird in Wolferode stationiert. Der Transporter ist für die Arbeit von Jugend- und Kinderfeuerwehren und natürlich für Einsätze gedacht. Mit diesem mit moderner Funktechnik ausgestatteten Transportwagen kommen zusätzliche Einsatzkräfte zum jeweiligen Ort des Geschehens. Er ersetzt den früheren Einsatzleitwagen, der vorübergehend in Wolferode stationiert war und in die Jahre gekommen ist.

Das eindeutig spannendere Fahrzeug an diesem Nachmittag ist der sogenannte Wechsellader. Auf ihn lassen sich in ganz kurzer Zeit verschiedene Aufbauten aufsetzen, angepasst an die jeweilige Einsatzsituation. Mit dem neuen Lastwagen erhielt die Feuerwehr zugleich einen Aufbau, der vielseitiger kaum verwendbar sein wird, einen „Container Logistik“. Zunächst ist dieser „Container“ leer. „Er lässt sich mit all dem bestücken, was wir bei einem Einsatz zusätzlich brauchen“, sagt Stadtbrandinspektor Uli Weber. Das können zusätzliche Schläuche bei größeren Bränden sein, Pumpen bei Unwettern oder schlicht Kästen und Gitterboxen, um verbrauchtes, dreckiges Material abtransportieren zu können. Der Wechsellader mit dem Container Logistik bringt all das, was nicht auf einem der übrigen Feuerwehrfahrzeuge geladen ist, zum Einsatzort. Die Ausrüstung, die Feuerwehren vorhalten müssen, ist im Laufe der Jahre immer größer geworden.

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Über das Konzept für den Wechsellader wurde vor fünf Jahren erstmals nachgedacht, wie auch Kreisbrandinspektor Lars Schäfer hervorhob. In Stadtallendorf ist bereits eine ausreichend große Mulde vorhanden, damit sich beispielsweise belastetes Erdreich transportieren lässt. In Planung ist auch der Kauf eines neuen Umwelt-Moduls. Das ersetzte das vorhandene Umwelt-Fahrzeug, was der Stadt viel Geld sparen könnte. Denn sie müsste nicht auch noch in ein neues Fahrgestell investieren.

Bisher war in Stadtallendorf ein hochbetagtes Wechsellader-Fahrzeug im Einsatz. Als es 2003 nach Stadtallendorf kam, hatte das bisherige Baustellen-Fahrzeug schon 485.000 Kilometer auf dem Tacho, inzwischen sind es 515.000 Kilometer – Reparaturen lohnen nicht mehr.

Vorbauen für den Einsatz auf der A49

Der moderne, neue Wechsellader verfügt auch über eine Waage, damit die Last nicht das zulässige Gesamtgewicht überschreitet. Zugleich ist er mit dem nötigen Assistenzsystem ausgestattet, etwa einem Abbiegeassistenten. Bürgermeister Christian Somogyi erinnerte bei der offiziellen Indienststellung daran, dass die Stadt konsequent ihren „Masterplan Feuerwehr“ umsetze. So gab es bereits Investitionen in die Gerätehäuser in Hatzbach und Erksdorf und in Fahrzeuge unter anderem in Schweinsberg und Niederklein. Für die Erksdorfer Wehr ist das fällige neue Fahrzeug bestellt. Außerdem steht die größte Investition unmittelbar bevor: der Bau eines neuen Stützpunktes für die Kernstadt-Feuerwehr, Kostenpunkt rund 9,8 Millionen Euro bei einem Landeszuschuss von etwa 420.000 Euro. „Wir sind Industrie- und Garnisonsstadt, diese Ausgaben müssen wir uns leisten. Sie dienen der Sicherheit“, sagt Somogyi. Er erinnerte daran, dass es klare Signale gibt, dass die Feuerwehr Stadtallendorf auch einen Abschnitt der Autobahn 49 betreuen wird.

Auch daran sei bereits gedacht worden. „Und das alles mit ehrenamtlichen Feuerwehrleuten“, unterstrichen Somogyi und Kreisbrandinspektor Schäfer.

Allein das Wechsellader-Fahrzeug kostet 238.000 Euro, der Container Logistik noch einmal 71.000 Euro und der Mannschaftstransportwagen weitere 63.000 Euro.

Von Michael Rinde