Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Umschichten für die neue Kita
Landkreis Ostkreis Umschichten für die neue Kita
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 23.05.2021
Die Container an der Kirchhainer Kinderkrippe bleiben länger stehen.
Die Container an der Kirchhainer Kinderkrippe bleiben länger stehen. Quelle: Michael Rinde
Anzeige
Kirchhain

Der aktuelle Haushalt der Stadt Kirchhain ist inzwischen genehmigt. Allerdings führen äußere Zwänge dazu, das Zahlenwerk via Nachtrag noch einmal aufzumachen und zu ändern. Der Zwang entsteht aus der millionenschweren Kostensteigerung bei der Freibadsanierung. Die ist jetzt erstmal auf das Jahr 2023 verschoben, da sie statt rund 6 Millionen Euro jetzt 9 Millionen Euro kosten dürfte (die OP berichtete).

Am Montagabend brachte Kämmerer und Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) seinen Nachtragsentwurf ein. Bei den Investitionen in diesem und im nächsten Jahr sind einige Umschichtungen geplant. Zugleich kommen neue Ausgaben hinzu.

Der überraschende Munitionsfund an der Mühlenwohra hat weitere Folgen. Wie schon befürchtet, muss auch die Mühlenwohra Zug um Zug trockengelegt und auf Wehrmachtsmunition hin untersucht werden. Das Ufer nahe der Papiermühle hatte eine Fachfirma bereits abgesucht (die OP berichtete). Für die Trockenlegung ist eine umfangreiche Planung nötig. Im Nachtrag sind dafür insgesamt 463 500 Euro veranschlagt. Die Stadt bekommt dafür voraussichtlich im nächsten Jahr eine Erstattung vom Bund in Höhe von 288 000 Euro. „Wir möchten das dieses Jahr noch angehen“, sagt Hausmann auf Nachfrage. Am Mittwochabend habe der Magistrat den Auftrag für die Planungen bereits vergeben.

Mehr Geld für Tests und Masken

Der Schutz vor Corona-Infektionen für die eigenen Mitarbeiter kostet die Stadt Kirchhain zusätzliches Geld. Zweimal in der Woche müssen den Mitarbeitern, die nicht im Homeoffice arbeiten können, Schnelltests angeboten werden. Für den Corona-Schutz sind 40 000 Euro zusätzlich nötig.

Ein großer Komplex betrifft die Kindertagesstätten-Entwicklung. Ursprünglich war vorgesehen, dass die neue Kita am Hallenbad in zwei Bauabschnitten mit je zwei Gruppen realisiert wird, vor allem aus Kostengründen. Denn neben der Freibadsanierung stehen auch die Ausgaben für den Bahnhofsumbau an. Da jetzt kein Geld für das Bad gebraucht wird, wollen Verwaltung und Magistrat die neue Kita in einem Stück realisieren. Die Gelder dafür werden umgeschichtet. Das betrifft den laufenden Haushalt und die Finanzplanung für das nächste Jahr. Das Projekt ist mit insgesamt 3,8 Millionen Euro veranschlagt. Es besteht Baurecht, ein Bauantrag ist gestellt. „Der ist so gestellt, dass sich das Gebäude auch an einem Stück realisieren lässt“, erklärt Bürgermeister Hausmann gegenüber der OP.

Noch an anderer Stelle im Nachtrag geht es um die Kindergärten und vor allem um perspektivisch fehlende Plätze. Im Etat ist das Geld für die Schaffung einer zusätzlichen Kindergartengruppe im Wohnhaus Röthestraße 6 vorgesehen, das zur Kindertagesstätte Auf der Röthe gehört. 25 Plätze entstehen dort neu. Um schnell handlungsfähig zu werden, hatte sich der Magistrat vom Stadtparlament am Montag vorab Ausgaben in Höhe von 130 000 Euro genehmigen lassen. Diese Entscheidung fiel einstimmig.

Gleichzeitig will die Stadt vorerst weiterhin mit den als sehr komfortabel geltenden Containern neben der Kinderkrippe am Freibad arbeiten, um den Bedarf an Plätzen zu decken.

Gegenüber der OP betont Hausmann erneut, dass es der Stadt bei allen Planungen darum gehen müsse, nicht nur die Zahl der Plätze zu erhöhen, sondern auch die Betreuungsqualität weiterhin zu verbessern. Perspektivisch ist auch erkennbar, dass in Kirchhain der Bedarf für Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren steigt. Hausmann erwartet, dass auch darauf noch reagiert werden muss. Bei den Kindern über drei Jahren fehlen laut Vorausberechnungen zwischen 50 und 75 Plätze. Geld stellt die Stadt jetzt auch für eine Sanierung von Teilen des Hallenbaddaches bereit, um handlungsfähig zu sein, wenn der Förderantrag erfolgreich sein sollte. Für das Jahr 2022 ist eine Verpflichtungsermächtigung über 500 000 Euro vorgesehen.

Und wie geht es mit der Freibadsanierung weiter? Sie ist ab dem Jahr 2023 geplant. Und was wird mit den schon zugesagten Zuschüssen von Bund und Land? „Wir sind mit den Zuschussgebern darüber im Gespräch, ob sie übertragen werden können“, sagt Hausmann dazu. Möglicherweise müsse man aber nach neuen Fördermöglichkeiten schauen.

Über den Nachtrag berät und entscheidet jetzt das Stadtparlament.

Von Michael Rinde

22.05.2021
21.05.2021