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Ostkreis Noch weniger Menschen gehen an die Urnen
Landkreis Ostkreis Noch weniger Menschen gehen an die Urnen
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17:58 22.03.2021
Hans-Georg Lang sortiert als Mitglied eines Briefwahlvorstandes am Wahlabend Stimmzettel.
Hans-Georg Lang sortiert als Mitglied eines Briefwahlvorstandes am Wahlabend Stimmzettel. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Bei der Kommunalwahl vor gut einer Woche hat es in Stadtallendorf politische Verschiebungen gegeben, ein Negativtrend ist geblieben: der der weiter sinkenden Wahlbeteiligung. In Stadtallendorf bestimmten gerade einmal 36,87 Prozent der Wahlberechtigten die Zusammensetzung des Stadtparlamentes mit. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Von 14.530 Wahlberechtigten gingen 5.357 an die Urnen oder nutzten die Möglichkeit der Briefwahl.

Corona-Pandemie nicht ausschlaggebend

Bei der Kommunalwahl 2016 lag die Wahlbeteiligung in Stadtallendorf bereits historisch niedrig, nämlich bei 39,8 Prozent. Das deutet zumindest darauf hin, dass die Corona-Pandemie wohl nicht allein ausschlaggebend für die Entwicklung sein dürfte.

Eine deutlich höhere Wahlbeteiligung auf kommunaler Ebene gab es in Stadtallendorf zuletzt im Jahr 2017 bei der Bürgermeisterwahl. Dort lag sie immerhin bei 64,31 Prozent. Allerdings fand am gleichen Tag auch die Bundestagswahl statt, bei der es immer höhere Wahlbeteiligungen gegeben hat. Zudem sind Personenwahlen mit Listenwahlen nur eingeschränkt vergleichbar.

Wahlbezirk Waldschule sticht heraus

Der Trend zu einer immer geringeren Wahlbeteiligung hatte schon früher eingesetzt. Lag die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2006 noch immerhin bei 42,6 Prozent, so sank sie bei der Kommunalwahl 2011 bereits leicht auf 41,6 Prozent.

Wo war die Wahlbeteiligung in Stadtallendorf am 14. März am niedrigsten und wo am höchsten? Im Wahlbezirk Waldschule mit immerhin 1.054 Wahlberechtigten war die Beteiligung mit 9,3 Prozent besonders schlecht. In Hatzbach mit 450 Wahlberechtigten war sie mit 34,89 Prozent am höchsten. Bei allen Zahlen ist die Briefwahl mit einberechnet.

Besorgte Stimmen auch bei der Wahl vor fünf Jahren

Nach der Kommunalwahl 2016 hatte es in Stadtallendorf mit Blick auf die seinerzeit schon rasant gesunkene Wahlbeteiligung bereits viele besorgte Stimmen der heimischen ehrenamtlichen Kommunalpolitiker gegeben. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) betont im Gespräch mit der OP, dass die Stadt in den zurückliegenden Jahren vieles getan habe, um Verwaltungshandeln und Politik transparenter zu machen. Nach der Wahl im Jahr 2016 hatten Bürgermeister und Vertreter der Fraktionen solche Schritte auch angekündigt, etwa Bürgerinformation auch über soziale Medien.

„Ein großer Teil der Gesamtwählerschaft hat das Angebot nicht angenommen, die Politik in Stadtallendorf mitzubestimmen“, ärgert sich Somogyi angesichts der weiter gesunkenen Wahlbeteiligung. Die Demokratie lebe davon, dass sich Menschen aufrafften, zur Wahl gingen und sich positionierten.

Somogyi: Positiv sind Neu-Gewählte

Positiv bewertet Somogyi, dass bei der Kommunalwahl durch das Kumulieren und Panaschieren auch viele junge Menschen ins Parlament gewählt worden seien. Das werde ein generationenübergreifendes Arbeiten in den politischen Gremien leichter machen. Alle in diesem Beitrag genannten aktuellen Zahlen sind dem im Internet zu findenden „Votemanager“ entnommen. Über ihn wurden landesweit sämtliche Kommunalwahlergebnisse von Städten und Gemeinden veröffentlicht.

Von Michael Rinde

22.03.2021
21.03.2021