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Landkreis Ostkreis Naturerlebnisse – real und digital
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13:58 19.03.2021
Astrid Wetzel präsentierte gemeinsam mit Michael Plettenberg das Niza-Programm und einen präparierten Steinkauz – einen Neuzugang der Einrichtung.
Astrid Wetzel präsentierte gemeinsam mit Michael Plettenberg das Niza-Programm und einen präparierten Steinkauz – einen Neuzugang der Einrichtung. Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Alle Jahre wieder präsentiert Leiterin Dr. Astrid Wetzel einen bunten, liebevoll geknüpften Strauß an Exkursionen, Vorträgen, Radtouren und anderen Veranstaltungen, die sie mit dem Naturschutz-Informationszentrum Amöneburg (Niza) anbietet.

Auch für 2021 hat sie wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt – mit dem Unterschied, dass aufgrund der Corona-Pandemie nicht klar ist, was wie stattfinden kann. Zwei Veranstaltungen, die sonst fester Bestandteil des Programm sind – die „Knospenreise“ und „Von wegen: Mauerblümchen“ (Thema Moose und Flechten) – finden dieses Jahr beispielsweise nicht statt, beziehungsweise setzte Wetzel alleine um.

Virtuelle Bilderreisen

Damit dennoch Menschen daran teilhaben können, veröffentlichte sie auf der Homepage des Niza zehnminütige, virtuelle Bilderreisen, die sie mit zusätzlichen Informationen garnierte. Ähnliches ist auch für „Huhuuu oder Uhuuu“ und die Kräuterwanderung an Gründonnerstag vorgesehen.

„Seit einem Jahr bin ich eigentlich nur mit dem Smartphone unterwegs“, berichtet Wetzel und erinnert sich, dass schon im vergangenen Jahr zahlreiche Veranstaltungen nur virtuell umgesetzt werden konnten. Vielleicht könnten dieses Mal zumindest einige Termine mit ein paar Gästen stattfinden: „Gleichzeitig werde ich diese aber entweder bei Facebook oder bei Instagram live für diejenigen übertragen, die zu Hause bleiben müssen.“

An den kommenden beiden Samstagen

Die Niza-Leiterin hofft sogar, dass „vielleicht irgendwann im Mai“ auch wieder Veranstaltungen mit mehr Gästen umgesetzt werden könnten. Aus diesem Grund habe sie beispielsweise die extrem beliebte Eselwanderung auf der Amanaburch-Tour in den Wonnemonat gelegt (22. Mai).

An den kommenden beiden Samstagen (20. März und 27. März, jeweils 13 bis 16 Uhr) bietet das Niza Obstbaum-Schnittkurse an: am 20. März mit einem Fachmann für Hochstämme. Dabei stehe die Frage im Mittelpunkt, wie man sicher in Bäume klettert und sich dort anschließend sichert, erläutert Wetzel. Eine Woche später ist dann wieder Michael Stahl vom Kreisverband für Obstbau, Garten und Landschaft zu Gast, um den „naturgemäßen Obstbaumschnitt“ zu erläutern. Beide Termine finden auf der Streuobstwiese „Auf der Gosse“ statt – um die sich das Niza seit einigen Jahren kümmert.

Plettenberg: Obstbäume brauchen Pflege

„Die Fläche hat sich mächtig verändert“, sagt Bürgermeister Michael Plettenberg und ergänzt, dass in der Vergangenheit der ein oder andere Wanderer sich über gestutzte oder gar gefällte Obstbäume gewundert habe: „Aber auch das ist Naturschutz. Obstbäume brauchen Pflege!“ Um die Bodenpflege auf der Streuobstwiese sollen sich derweil Tiere kümmern: Viele Jahre waren Schafe und Ziegen immer mal wieder zu Gast.

Im vergangenen Jahr übernahmen dann Heidschnucken die Aufgabe, berichtet Wetzel und betont, dass diese den Vorteil hätten, die jungen Bäume nicht anzuknabbern. Inzwischen hat sie ein Beweidungsmanagement entwickelt. Wer das in Zukunft umsetzt, stehe aber noch nicht fest: Auch Pferde oder Jungvieh seien geeignet, stellt sie heraus.

Noch einige Streuobstwiesen

Der Rathauschef jedenfalls freut sich, dass sich wieder viele Menschen für Obstbäume interessieren und als Paten fungieren würden: „Das gab es früher schon mal – aber nun erlebt es eine Renaissance. Es gibt aber noch Luft nach oben, denn wir haben noch viele weitere Streuobstwiesen.“ Und wie sich das Thema in der Gesellschaft wieder etabliert habe, zeige sich beispielsweise daran, dass auch die Grundschule schon eine Pflanzaktion initiiert habe.

Doch zurück zum Programm: Ein prägendes Element ist die Zahl 13 – in Anlehnung an das Stadtjubiläum 1 300 Jahre Amöneburg. Für jeden Monat habe sie ein Thema rausgepickt, das typisch für die Stadt sei, berichtet Wetzel – ein Konzept, das bereits für das vergangene Jahr gegolten habe, in dem aber bekanntermaßen die meisten Aktionen Corona zum Opfer gefallen waren.

Studie ist durch eine Bachelorarbeit entstanden

„Wir versuchen, immer 13 Dinge zu finden – beispielsweise Moose, Flechten, Bäume oder eben auch Kräuter für die Amöneburger Grie Soß’.“ Insgesamt stehen 20 Veranstaltungen auf dem Programm.

In Sachen Sanierung des Gebäudes, in dem Niza und Stadtmuseum angesiedelt sind – ein von den Leiterinnen schon vor Jahren aufs Tableau gebrachtes Thema – sagt Plettenberg, dass alles länger als geplant dauere. Im Zuge einer Bachelorarbeit sei aber zumindest bereits eine Studie entstanden, was machbar sein könnte.

Praktikant in der Einrichtung sind Willkommen

Als nächstes will die Stadt einen Architekten finden, der Entwürfe entwickelt, wie sich Rathaus, das Nebengebäude, das Niza/Museum und gegebenenfalls Nachbargebäude gemeinsam mit Wärme versorgen lassen könnten.

Im Gespräch mit dem Bürgermeister stellte Wetzel noch heraus, dass sie durchaus wieder Interesse hätte, einen Praktikanten oder eine Praktikantin in der Einrichtung willkommen heißen zu dürfen. Es gebe viele Themen, die sich für eine wissenschaftliche Begleitung oder als Thema für eine Masterarbeit eignen würden.

Das Programm im Überblick

Samstag, 20. März, 10 Uhr: Obstbaumschnittkurs für Hochstämme.

Samstag, 27. März, 13 bis 16 Uhr: Naturgemäßer Obstbaumschnitt mit Michael Stahl.

Sonntag, 28. März, 10 Uhr: Huhuuu oder Uhuuu – Bilderreise zu den Eulen mit Gerd Wagner.

Donnerstag, 1. April, 10 Uhr: Kräuter am Gründonnerstag – eine virtuelle Reise zu 13 Kräutern für eine „Grie Soß“.

Samstag, 15. Mai, 20.30 bis 21.30 Uhr: Das Nachtkonzert – Wanderung am Brücker Wald zu den Laubfröschen.

Sonntag, 16. Mai, 6 Uhr: Die Meistersänger vom Berg – Wanderung mit Tobias Ochmann unter dem Motto „Wenn die Nachtigall endlich mal die Klappe hält“.

Samstag, 22. Mai, 11 bis 15.30 Uhr: Eselwanderung auf der Amanaburch-Tour.

Samstag, 29. Mai, 10.30 bis 16 Uhr: Pfingstochsentour – Radtour mit Astrid Wetzel und Roland Schmidt zu „Kuhlen Orten“.

Sonntag, 20. Juni, 14 bis 17 Uhr: Kreativer Lindentag – „Workshop für die Schönheit“:

Sonntag, 27. Juni, 14 bis 15.30 Uhr: Blick auf ein Storchennest mit Tobias Ochmann.

Sonntag, 4. Juli, 14 bis 16 Uhr: Zweibeiner suchen Sechs- und Achtbeiner – Vortrag und Exkursion im Naturschutzgebiet mit Astrid Wetzel und Monika Schütz.

Sonntag, 15. August, 14 bis 16.30 Uhr: Würzwische – Workshop mit Wanderung.

Sonntag, 19. September, 14 bis 17 Uhr: „Äppel Time“ – kulinarische Wanderung durch die Streuobstwiesen.

Sonntag, 26. September, 14 bis 15 Uhr: Pilzwanderung.

Sonntag, 3. Oktober, 14 bis 18 Uhr: Phänomen Vogelzug mit Robert Cimiotti und Tobias Ochmann.

Sonntag, 10. Oktober, 11.30 bis 16.30 Uhr: „Nizaround“ – Radtour auf der Kulinaria-Route.

Sonntag, 7. November, 14 bis 16 Uhr: Fruchtige Winterwanderung mit Verköstigung.

Sonntag, 12. Dezember, 11 bis 15 Uhr: Wintermärchenwanderung.

Noch nicht terminiert (soll in den Sommerferien stattfinden): 13-mal Tierisches – Vortrag und Exkursion mit Jagdpächter Christof Skirlo.

Anmeldungen sind aufgrund der durch Corona eingeschränkten Möglichkeiten zu allen Veranstaltungen notwendig: per E-Mail an niza@amoeneburg.de. Auf der Homepage nizamuseum.deund auf der Seite der Einrichtung bei Facebook gibt es weitere Informationen. Dort sind auch Videos über die Knospenwanderung und eine Wanderung zu Moosen und Flechten Amöneburgs zu sehen – traditionelle Niza-Veranstaltungen, die dieses Jahr Corona zum Opfer fielen. Live-Übertragungen beziehungsweise Videos soll es auch von der Reise zu den Eulen und der Gründonnerstagswanderung geben.

Von Florian Lerchbacher

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