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Ostkreis Bonifatius in modern
Landkreis Ostkreis Bonifatius in modern
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16:00 17.09.2021
Um den Heiligen Bonifatius wird es während der ökumenischen Nacht der offenen Kirchen, die am Samstag in Amöneburg unter anderem in der Stiftskirche stattfindet, auch gehen.
Um den Heiligen Bonifatius wird es während der ökumenischen Nacht der offenen Kirchen, die am Samstag in Amöneburg unter anderem in der Stiftskirche stattfindet, auch gehen. Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Kirchhain und Amöneburg veranstaltet am Samstag (18. September) von 19 Uhr bis Mitternacht ihre dritte Ökumenische Nacht der offenen Kirchen. „Wir haben uns entschlossen, sie anlässlich des dortigen Jubiläumsjahres in Amöneburg auszurichten“, sagt Dekan Hermann Köhler und verweist darauf, dass der Heilige Bonifatius dort vor 1300 Jahren ein Kloster gründete.

Passend dazu stelle die ACK die Frage in den Mittelpunkt, wie Mission heute gelebt werden beziehungsweise wie Kirche auf die Menschen zugehen könne. Bonifatius habe die Menschen damals missioniert. Doch teilweise sei das Missionieren eher ein Überstülpen des Glauben gewesen, erklärt Köhler: „Das wollen wir natürlich nicht mehr.“ Viel eher sei es Ziel, sich an der „missionalen Kirche“, von der Prof. Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, spreche, zu orientieren: „Wir möchten dahin gehen, wo die Menschen Kirche brauchen. Wo sie Hilfe benötigen – und diese auch von der Kirche wollen.“

Vortrag in der Stiftskirche

„Wie wollen wir in Zukunft miteinander Kirche sein?“, lautet dann auch die Überschrift des Vortrages, den die Bischöfin am Samstag ab 19.40 Uhr in der Stiftskirche hält. In dem Gotteshaus, dessen 150-jähriges Bestehen die Amöneburger in diesem Jahr auch noch feiern, beginnt die dritte Ökumenische Nacht um 19 Uhr mit Worten des Dekans und Musik einer Auswahl von Bläsern unter Leitung von Uwe Henkel.

Um 19.15 Uhr gibt Pfarrer Marcus Vogler den Impuls „Bonifatius – ein unerschrockener und mutiger Verkünder der Frohen Botschaft“. Für die Begleitung sorgt ein Vokalensemble unter Leitung von Kilian Gottwald – das auch den folgenden Vortrag der Bischöfin untermalt, die im Anschluss für Fragen zur Verfügung steht.

Von 20.30 bis 21.15 Uhr steht eine Pause mit Essen und Getränken an, ehe der Abend um 21.15 Uhr dreigeteilt fortgesetzt wird. Im Speisesaal des Rabanushauses findet ein Austausch mit der Bischöfin unter Moderation von Pastor Rolf Held von der evangelisch-methodistischen Kirche Niederwald statt. In der Kapelle des Rabanushauses trägt die Musikgruppe „Pusteblume“ unter Leitung von Pater Erhard von der Pfarrei St. Elisabeth Kirchhain Taizé-Lieder vor. In der Evangelischen Kapelle Amöneburgs steht der Programmpunkt „Atempause – Lieder, Gebete und Texte“ mit Pfarrerin Katrin Rouwen aus Wetter (Gesang und Texte) und Annemarie Göttsche (Klavier) an. Dort greift die 3G-Regel. „Nur so können sich in dem kleinen Gebäude bis zu 25 Gläubige aufhalten. Sonst müssten es viel weniger sein“, sagt Köhler und verweist darauf, dass vor allen Veranstaltungsorten Menschen darauf achten werden, dass die Corona-bedingte Maximalanzahl von Gästen nicht überschritten wird.

Digitale Schnitzeljagd zu Bonifatius

In diesem Zusammenhang verweist er sozusagen als Alternative zu den Veranstaltungspunkten darauf, dass Rouwen einen „Actionbound“ zu Bonifatius erstellt hat. Das ist eine Art digitale Schnitzeljagd, mit der sich die Menschen anhand einer App auf die Spuren des Heiligen in Amöneburg machen können. Die Wetteraner Pfarrerin habe bereits mehrere solcher „Actionbounds“ für insbesondere Kinder und Jugendliche entwickelt, beispielsweise an Ostern zum Thema Kreuzwege. Und dass eine evangelische Pfarrerin nun ein solches Angebot auch noch für das katholisch geprägte Amöneburg entwickelt habe, sei eben gelebte Ökumene, freut sich der Dekan. Die digitale Schnitzeljagd steht natürlich auch nach dem Samstagabend weiterhin zur Verfügung.

Um 22.15 Uhr geht es dann weiter unter der Überschrift „Die beste Botschaft der Welt!? Wie geht Mission heute?“ Diesen Fragen widmeten sich unter Moderation durch Pfarrer Vogler drei Männer, die mit ihren Herangehensweisen eher jüngere Menschen ansprechen wollten. Auf dem Podium sitzt dann Thorsten Riewesell, der Gründer der Jumpers GmbH – Jugend mit Perspektive, einer „christlichen Organisation, die gerade in sozialen Brennpunkten tolle Arbeit macht“, wie Köhler betont. Hinzu kommen Kaplan André Lemmer, der mit theologischem Poetry-Slam ganz neue Wege beschreite, sowie Pastor Rolf Held, der unter dem Motto „Vom Klettergarten zur Kirchengemeinde“ agiere.

Zum Abschluss der Ökumenischen Nacht der offenen Kirchen gibt es dann Musik, Gebet und Segen mit Vogler und der Lobpreisband „Connect to God“.

„Lebendige Ökumene“

Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden aus Kirchhain beteiligen sich auch die evangelisch-methodistische Kirche Niederwald und die evangelische Kirchengemeinde Schweinsberg um Pfarrer Dierk Brüning an der AKC, hebt Köhler hervor und freut sich über eine „sehr lebendige Ökumene“ – die zwar ebenfalls unter der Corona-Pandemie stark gelitten habe, weil viele Veranstaltungen nicht möglich gewesen waren: „Aber solche Signale wie die dritte Nacht der offenen Kirchen sind nun umso wichtiger für die Gläubigen.“

Von Florian Lerchbacher

16.09.2021
16.09.2021