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Ostkreis Stadt verliert ein prägendes Gesicht
Landkreis Ostkreis Stadt verliert ein prägendes Gesicht
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16:00 31.01.2022
Helmut Rohm ist im Alter von 83 Jahren verstorben.
Helmut Rohm ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Quelle: Archivfoto
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Stadtallendorf

Die Stadt Stadtallendorf hat in Helmut Rohm eine ihrer über viele Jahrzehnte prägenden Figuren verloren: In der vergangenen Woche verstarb der Ehrenvorsitzende der Stadtverordnetenversammlung und Ehrenpräsident der Eintracht im Alter von 83 Jahren.

1949 war Rohm als Kind – mit seiner Familie aus dem Egerland vertrieben – nach Allendorf gekommen. Es dauerte nicht lange, dann begann eine seiner politischen Laufbahnen: im Jahr 1954 beim „Bund der katholischen Jugend“. Zehn Jahre später kam er dann in die Stadtverordnetenversammlung. Er wollte am Aufbau der damals noch jungen Stadt Stadtallendorf mitwirken – und das tat er dann auch nach allen Regeln der Kunst. Besonders stolz war er, wie er einst im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte, am Aufbau der Stadtmitte, des Hallenbades und des Gemeinschaftszentrums mitgewirkt zu haben.

Zahlreiche Ehrungen

Im Jahr 2002 schied er aus dem Parlament aus nach fast 38 Jahren ehrenamtlicher kommunalpolitischer Tätigkeit für die CDU, in der er Stadtverordneter, Stadtrat und vor allem 28 Jahre lang Stadtverordnetenvorsteher war. Entsprechend ernannten ihn die Mitglieder des Gremiums zum „Ehrenvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung“. Die höchste Auszeichnung der städtischen Gremien ist nur eine der zahlreichen Ehrungen, die ihm im Laufe seines Lebens zuteilwurden. Er war unter anderem Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und der Verdienstmedaille der Stadt und bekam den Ehrenbrief des Landes Hessen. Politische Weggefährten lobten besonders seine Herzlichkeit und sein sachliches, ausgleichendes Handeln.

Am Herzen lagen ihm neben seiner Familie die Städtepartnerschaften mit St. Ives und Coswig/Anhalt und vor allem die Stadtallendorfer Eintracht, deren Geschicke der einstmals aktive Fußballer 19 Jahre lang (von 1990 bis 2009) als Vorsitzender leitete. 1951 war er dem damaligen „Blau-Weiß Allendorf“ beigetreten – gemeinsam mit seinem Freund und langjährigen Weggefährten Roland Kreissl, dessen Familie mit den Rohms aus Neusattl, dem heutigen Nové Sedlo, geflohen war.

Einsatz für Modernisierung

Helmut Rohm prägte die 1956 aus einer Fusion entstandene Eintracht ebenso wie zuvor schon die Stadt. Vor allem sein Einsatz für die Modernisierung des Herrenwaldstadions sei nicht hoch genug zu loben, betont Bernd Weitzel, der im Jahr 2009 den Vorsitz von Rohm übernahm: „Er war ein beeindruckender, sehr gradliniger Mensch. Auf ihn war zu 100 Prozent Verlass“, betont Weitzel und ergänzt, dass für Rohm immer „die Sache“ im Vordergrund gestanden habe: So seien ihm persönliche als auch politische Freundschaften egal gewesen, wenn es darum ging, sich für das Wohl des Vereins einzusetzen. „Er hat auch den Begriff ,die Eintracht-Familie’ geprägt“, ergänzt der heutige Vorsitzende und sagt über seinen Vorgänger: „Er war mit Sicherheit kein einfacher Mensch – aber wer ist das schon! Ich habe ihn sehr geschätzt.“ Im Jahr 2009 ernannten die Vereinsmitglieder den scheidenden Vorsitzenden in Anerkennung seiner Leistungen für die Eintracht und den Sport im Allgemeinen zum Ehrenpräsidenten.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch ab 14 Uhr in der Friedhofshalle Stadtallendorf statt. Es gelten die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen. Zum Betreten der Halle ist ein 2G-Nachweis notwendig. Die Urnenbeisetzung erfolgt später im engsten Familienkreis.

Von Florian Lerchbacher

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