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Ostkreis Hilfsaktion für Opfer in Neustadt gestartet
Landkreis Ostkreis Hilfsaktion für Opfer in Neustadt gestartet
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17:52 14.02.2020
In der Nacht zum 14. Februar wurden durch einen Wohnungsbrand in der Neustädter Karl-Braun-Straße acht Menschen verletzt. Quelle: Feuerwehr Neustadt
Neustadt

Nachbarn sahen in der Nacht zu Freitag den Feuerschein am Mehrfamilienhaus in der Karl-Braun-Straße, wie die Polizei berichtet. Die Feuerwehren aus Neustadt und Stadtallendorf verhinderten dann eine Katastrophe.

Hilferufe und Feuerschein hatten die Nachbarn auf den Brand in der Erdgeschosswohnung in Neustadt aufmerksam gemacht. Gegen 1.20 Uhr ging der Alarm bei der Leitstelle ein. Ein Großeinsatz für die Neustädter Feuerwehr, die Drehleiter der Stadtallendorfer Wehr und den Rettungsdienst begann.

Vier Bewohner mussten über die Drehleiter gerettet werden, drei hatten sich selbst in Sicherheit gebracht. Bei einer Bewohnerin setzte die Feuerwehr eine sogenannte Fluchthaube ein, um sie aus dem Haus zu holen. Dramatische Minuten in der Karl-Braun-Straße, es ging um Menschenleben.

Alle acht Verletzten im Krankenhaus

„Das war eine tolle Zusammenarbeit mit der Drehleiter-Mannschaft aus Stadtallendorf“, lobte am Freitagmittag Einsatzleiter Frank Bielert, Neustadts Stadtbrandinspektor gegenüber der OP.

Am Anfang waren die Kernstadt-Feuerwehr und die Momberger Wehr vor Ort, im Laufe des Einsatzes kamen auch die Wehren aus Speckswinkel und Mengsberg hinzu sowie der Rettungsdienst und Notärzte. Die acht Bewohner hatten allesamt giftiges Rauchgas eingeatmet und mussten auf umliegende Krankenhäuser in Ziegenhain, Marburg und auch Biedenkopf zur weiteren Beobachtung verteilt werden.

Erdgeschoss komplett ausgebrannt

Laut Neustadt Bürgermeister Thomas Groll wohnten eine fünfköpfige Familie und drei Mieter in dem Mehrfamilienhaus in der Karl-Braun-Straße. Das Erdgeschoss wurde komplett ein Raub der Flammen. Das Feuer fraß sich an der Fassade hoch, was dann auch zu Hitzeschäden im Obergeschoss führte, wie Alexander Stein, Pressesprecher der Neustädter Feuerwehren, der OP berichtete.

Insgesamt acht sogenannte Angriffstrupps mussten den Brand von innen bekämpfen, um die Flammen schließlich unter Kontrolle zu bringen. Um genügend Atemschutzgeräte zur Verfügung zu haben, kam der „Abrollcontainer Atemschutz“ der Marburger Feuerwehr zum Einsatz.

Noch keine Aussage 
zur Brandursache

In ihm lagern Reservegeräte für derartig langwierige große Einsätze. Für die Feuerwehren dauerte der Einsatz bis 5.20 Uhr. Dann rückte das letzte Fahrzeug ab. Neben dem Großaufgebot der Feuerwehren waren allein vom Rettungsdienst zehn Fahrzeuge vor Ort, außerdem Notärzte und der Führungsdienst des Landkreises.

Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens 200.000 Euro. Ermittlungen zur Brandursache laufen. Mit Ergebnissen rechnet Polizeisprecher Martin Ahlich aber nicht vor Montag.

Groll lobt Stadtallendorfer Wehr

Die gute Nachricht in der Not hatte Neustadts Bürgermeister am Freitagvormittag: „Alle Bewohner kommen bei Familienangehörigen oder Freunden unter.“ Neustadts Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg und Groll waren schon in der Nacht vor Ort, um bei Bedarf Hilfe zu organisieren. „Wir stehen mit den Betroffenen in Kontakt und werden als Kommune helfen, wo in den nächsten Tagen Bedarf besteht“, so Groll gegenüber der OP.

Groll dankte ausdrücklich den Neustädter Feuerwehren und ihren Unterstützern aus Stadtallendorf für die Leistung in der Brandnacht. „Es ist Schlimmes verhindert worden“, so Groll. Die Stadt sicherte mit ihren Mitarbeitern zunächst das Haus in der Karl-Braun-Straße.

Sach- und Geldspenden benötigt

Die Betroffenen sollen mit ihrem Unglück nicht alleine bleiben: Eine privat organisierte Hilfsaktion lief schon am Freitagvormittag an. Zwei Freundinnen einer Betroffenen aus dem Mehrfamilienhaus wollen allen Bewohnern helfen und sammeln nun für die acht Menschen, die ihre Bleibe und zum Teil auch ihr komplettes Hab und Gut verloren haben.

Es sind Fabienne Diebel und Jana Maleen Klein aus Neustadt. Noch können die beiden nicht absehen, was die Bewohner, die am Freitag noch im Krankenhaus behandelt wurden, genau brauchen. Klar ist, das wohl Sach- und Geldspenden benötigt werden in den folgenden Tagen. Sie haben bereits ein privates Spendenkonto eingerichtet.

von Michael Rinde

Hilfsaktion

Wer die acht Betroffenen gezielt unterstützen möchte, kann sich mit Fabienne Diebel, Telefon 0171/4310685, oder Jana Maleen Klein, ­Telefon 0151/70848528 oder per E-Mail 
janamaleenklein@web.de, in Verbindung setzen.