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Ostkreis Mutmaßlicher Messerstecher steht vor Gericht
Landkreis Ostkreis Mutmaßlicher Messerstecher steht vor Gericht
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20:58 14.06.2020
Der versuchte Totschlag soll sich in Stadtallendorfs beliebtem Park ereignet haben. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Am Montag (9 Uhr, Raum 101) beginnt am Marburger Landgericht unter dem Vorsitz von Richter Gernot Christ die Verhandlung gegen drei Männer, die sich wegen versuchten Totschlages verantworten müssen. Wie das Landgericht mitteilt, sollen sie am Abend des 10. Oktober 2019 in einer Stadtallendorfer Parkanlage „entsprechend einem zuvor gefassten Tatplan“ zunächst eine Person aus „nichtigem Grund“ attackiert und mit Faustschlägen traktiert haben.

„Den angeklagten Taten soll eine verbale Auseinandersetzung vorausgegangen sein. Ein mutmaßliches Opfer der Angeklagten soll in diesem Rahmen einen der Angeklagten und eine weitere Person beleidigt haben“, erklärt Dr. Marcus Wilhelm, Vorsitzender Richter am Landgericht und Pressesprecher in Personalunion, auf Nachfrage dieser Zeitung. Der „zuvor gefasste Tatplan“ bedeute nicht, dass sie die Attacke von langer Hand geplant hätten. Laut Anklage sei diese aus der verbalen Auseinandersetzung entstanden. Die Schläge waren also quasi Strafe für die gewählten Worte. „Weitere Angaben hierzu kann ich – auch aus rechtlichen Gründen – vor Anklageverlesung nicht machen“, so Wilhelm.

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Von versuchtem Totschlag kann aber bis zu dieser Stelle noch lange nicht die Rede sein. Einer der drei Angeklagten, die 19, 26 und 33 Jahre alt sind und im „Raum Stadtallendorf" wohnen, soll ein Messer bei sich geführt haben, ohne dass die anderen Männer dies wussten. Und das kam dann offenbar auch zum Einsatz: Laut Landgericht kamen der Person, die attackiert wurde, zwei weitere Personen zu Hilfe – die dann von den Angeklagten ebenfalls Prügel bezogen. Der das Messer bei sich führende Angeklagte soll mit selbigem mehrfach gezielt in Richtung zweier Personen gestochen haben. Die Männer trugen Schnittwunden an den Extremitäten, am Gesäß und am Hals davon. „Bei den Stichen in Richtung des Halses soll der Angeklagte tödliche Verletzungen billigend in Kauf genommen haben“, heißt es in der Ankündigung der Verhandlung. Dieser Punkt ist Grund, dass es bei der Anklage um versuchten Totschlag geht.

Zwei der Angeklagten befinden sich zurzeit auf freiem Fuß, einer sitzt in Untersuchungshaft, berichtet Wilhelm.

Als Verhandlungstage sind neben Montag, 15. Juni, noch Donnerstag, 16. Juni, sowie Dienstag, 7. Juli, und Donnerstag, 9. Juli, vorgesehen. Verhandlungszeit in Saal 101 ist jeweils um 9 Uhr.

Von Florian Lerchbacher

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