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Ostkreis Mit Hilfe zu einem Brunnen
Landkreis Ostkreis Mit Hilfe zu einem Brunnen
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11:00 30.11.2019
Das Foto zeigt einen Jungen, der an einem Wasserloch in einiger Entfernung von Kawolokota Wasser holen musste. Quelle: Privatfoto
Stadtallendorf

In unseren Breitengraden ist es selbstverständlich, dass das Wasser nach dem Aufdrehen aus dem Wasserhahn kommt. In einem kleinen Dorf in Uganda holten die Bewohner, vor allem Frauen, das Lebensmittel Wasser aus einem Wasserloch. Sie trugen Zehn-Liter-Kanister teils auf ihren Köpfen über eine Entfernung von rund sechs Kilometern.

Das hat seit einigen Wochen ein Ende und das auch dank der Hilfe aus Stadtallendorf und der Region. Mit einem Vortrag beim Rotary Club (RC) Stadtallendorf fing vor Monaten alles an. Pfarrer Reinhard Berle war zu Besuch. Hans-Jürgen Schneider, der Präsident des RC Stadtallendorf, hatte ihn auf eine Anregung hin eingeladen.

Im Mittelpunkt stand das Trinkwasser

Schneider erinnert sich gut an den Vortrag Berles: „Schon nach wenigen Minuten waren wir alle von dem, was er berichtete und was er an Bildern zeigte, sehr bewegt“. Es habe schnell Einigkeit unter den Rotariern geherrscht, dass auch sie helfen wollten.

Pfarrer Berle hat mit seiner Frau den Verein „Tabitha Global Care“ gegründet. Er kümmert sich um konkrete Hilfsprojekte in Afrika, zum Beispiel auch in Uganda. In dem kleinen Dorf Kawolokota in Uganda fehlte ein Brunnen, es fehlte aber auch an etwas weiterem Lebensnotwendigen, an Ziegen.

„Sie sind für die Bewohner äußerst wichtig, sie können sie sich aber nicht leisten“, berichtet Schneider. Also kümmerte er sich um den Kauf von Ziegen. Eine Ziege kostet 50 Euro, Schneider sammelt das Geld und gibt es weiter, damit vor Ort die Tiere gekauft werden können.

„Jeder Spender kann dem Tier dann einen Namen geben und bekommt eine einfache Urkunde“, berichtet der Unternehmer. Doch im Mittelpunkt aller Bemühungen um Unterstützung stand das Trinkwasser. „Tabitha Global Care“ übernahm den Bau, 5.000 Euro steuerte die Bundesregierung bei.

Brunnen steht mitten im Dorf

Doch weiteres Geld war nötig. Schneider sammelte privat anlässlich seines Geburtstages bei Freunden und Geschäftspartnern von Elektroplan Schneider. Und der Rotary Club Stadtallendorf sammelte und gab ebenfalls Geld für die Menschen im ugandischen Kawolokota.

Die Bilanz: 1.300 Euro kamen bei Schneiders Geburtstag zusammen, weitere 1.500 Euro kamen von den Stadtallendorfer Rotariern als Unterstützung. Baubeginn für den Brunnen war im Juni, Einweihung im Oktober. Der Brunnen steht jetzt mitten im Ort, die Bewohner holen sich das Wasser, das sie brauchen, nun dank Handpumpe aus der Tiefe.

„Die Bewohner sind uns so dankbar für das, was wir getan haben“, berichtet Schneider, der ständig Kontakt zu Pfarrer Berle und seinem Team hat. Es soll nicht bei einer einmaligen Aktion bleiben. Hans-Jürgen Schneider will im Februar selbst nach Uganda fahren, sich ein Bild von der Situation in Kawolokota machen.

Das war eigentlich schon in diesem Herbst geplant, musste aber wegen Krankheit von Pfarrer Berle verschoben werden. Schneider denkt an den Bau von Quartieren für die Menschen in Kawolokota, an eine Art kleines, sehr einfaches Reihenhaus. „Tabitha Global Care“ baut solche einfachen Quartiere. Rund 10.000 Euro kosten sie laut Schneider. Und Ziegen brauchen die Dorfbewohner auch weiterhin zum Überleben. Es geht also um kleine und größere Hilfen.

  • Wer die Projekte in Uganda unterstützen möchte, kann sich direkt an Hans-Jürgen Schneider, Telefon 0 151 /  54 45 00 00, wenden.
  • Der RC Stadtallendorf wird auch in der kommenden Adventszeit die Kindertafel Stadtallendorf wieder mit einer Aktion unterstützen. Am 13. Dezember heißt es wieder „Kauf eins mehr“, dieses Mal am Rewe-Markt im Einkaufszentrum Herrenwaldstraße. Beginn ist um 15 Uhr.

von Michael Rinde