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Ostkreis Für das Provisorium ist alles bereit
Landkreis Ostkreis Für das Provisorium ist alles bereit
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08:58 30.05.2021
Bäume und Sträucher sind verschwunden, die Parkplatzfläche ist für das große Feuerwehrzelt vorbereitet worden.
Bäume und Sträucher sind verschwunden, die Parkplatzfläche ist für das große Feuerwehrzelt vorbereitet worden. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Absperrbaken und Trassierband trennen inzwischen etwas mehr als ein Drittel des Parkplatzes vor Herrenwaldstadion und Freibad ab. Alle Grünflächen und Bäume und Sträucher sind im abgesperrten Teil verschwunden. Die Flächen sind allesamt vorbereitet für die Ankunft der großen Zelthalle. Sie wird für etwa zwei Jahre das Zuhause für die Stadtallendorfer Feuerwehr Mitte. Zumindest für den größten Teil davon.

Das Zelt kann die Stadt günstig vom Unternehmen Ferrero übernehmen. Dort war es bereits in Sachen Feuerwehr im Einsatz. Es diente der Werkfeuerwehr als vorübergehende Unterkunft, als deren Domizil auf dem Firmengelände saniert wurde. Für die Stadt ist das auch kostenmäßig ein Glücksfall.

Start ist am 1. Oktober

Dass die Feuerwehr vorübergehend auf den Parkplatz ausweicht, liegt am wohl größten Bauvorhaben der Stadt seit Fertigstellung der Hallenbadsanierung. Dem Neubau des Stützpunktes an seinem bisherigen Standort. Losgehen soll es dort am 1. Oktober. Bis dahin muss die Feuerwehr umgezogen sein.

Nun ist der Umzug einer Institution wie einer der größten Wehren des Landkreises keine Sache von wenigen Tagen. Darum ist Susanne Fritsch, die Projektleiterin in der Stadtverwaltung für das Vorhaben, auch froh, dass das Zelt frühzeitig verfügbar sein wird. Es soll voraussichtlich Ende Juni aufgestellt werden. Dann bietet dieses Zelthalle Platz für die Unterbringung von sechs Einsatzfahrzeugen. Am Interims-Stützpunkt werde dabei nur das untergebracht, was die Feuerwehr unmittelbar für ihre Einsätze benötige.

Umzug in Eigenregie

Zusätzliches Material müsse auf andere städtische Liegenschaften verteilt werden, erläutert Bürgermeister Christian Somogyi beim Ortstermin auf dem Parkplatz. Alle Fäden laufen bei der Feuerwehr selbst zusammen, die für den Umzug eigens Arbeitsgruppen gebildet hat. „Die Feuerwehr organisiert das in eigener Regie, sie weiß am besten, was wie verteilt werden muss“, so Somogyi.

Die Zelthalle wird vom eigentlichen Parkplatz sauber abgetrennt und eingezäunt, die Feuerwehr bekommt eine eigene, nur ihr vorbehaltene Zufahrt, um ungestört ausrücken zu können. „Alarmparkplätze“, die nur der Feuerwehr vorbehalten sind, sind auch vorhanden. Denn schließlich zählt jede Minute im Einsatzfall.

Verlust an Parkplätzen

Das ist auch der Grund dafür, dass die Zelthalle an diesem Standort aufgebaut wird. Er liegt nur etwa 200 Meter vom bisherigen Standort entfernt. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich von dort aus die gesetzlichen Hilfsfristen weiterhin exakt einhalten lassen können.

„Der Rasenplatz im Stadion wäre auch geeignet gewesen, sonst aber nichts“, scherzt Somogyi an dieser Stelle. Wohlwissend, dass der Verlust von einigen Parkplätzen an dieser Stelle durchaus wehtun wird, vor allem, wenn im Sommer auch der Freibadbetrieb läuft – immer vorausgesetzt, die Pandemie lässt das zu. Auch bei einem Heimat- und Soldatenfest werde der Vergnügungspark eben nicht so üppig ausfallen können wie bisher.

13 Container mit Duschen und Sanitäranlagen

Bei der Zelthalle allein wird es nicht bleiben. Sie reicht nicht aus. Deshalb stellt die Stadt auch 13 Container auf, etwa mit Duschen und Sanitäranlagen und Platz für eine Einsatzleitung. Denn die Feuerwehr muss und soll auch in der Übergangszeit voll funktionsfähig bleiben.

Die Stadt wird den Parkplatz nach dem Ende der Interimslösung wieder so herrichten, wie er vorher gewesen ist, einschließlich der Baumpflanzungen. Auch ein jetzt entferntes Stück Gehweg kommt dann zurück. Im Moment wird der Platz dort für Container gebraucht.

Kosten liegen bei 9,8 Millionen Euro

9,8 Millionen Euro soll der Neubau des Feuerwehrstützpunktes kosten. Daran gemessen fällt die Interimslösung mit etwa 300.000 Euro vergleichsweise günstig aus. Derzeit wartet die Stadtverwaltung noch auf die nötigen Baugenehmigungen, die Ausschreibungen sind vorbereitet. „Der Startschuss ist aber jetzt eigentlich mit dem Herrichten der Fläche gefallen“, freut sich Somogyi. Der lobt das große Engagement der freiwilligen Feuerwehr bei allen Vorarbeiten.

Von Michael Rinde