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Ostkreis Millionenförderung für Familienzentrum
Landkreis Ostkreis Millionenförderung für Familienzentrum
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15:58 10.12.2020
Eine Familie geht bei Sonnenuntergang über einen Weg. Quelle: Symbolfoto: Christian Charisius/dpa
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Stadtallendorf

„Eine vergleichbare Förderung durfte ich in den vergangenen Jahren nicht erleben – weder bei der Gesamtsumme noch der Förderquote“, freut sich Christian Somogyi, der es als Bürgermeister der Stadt Stadtallendorf eigentlich gewohnt ist, mit Millionenbeträgen zu hantieren. Aber die Mittel, die der Stadt nun zugesprochen wurden, sind selbst für einen erfahrenen Kämmerer ein richtiger Grund zur Freude.

Aus dem Programm „Soziale Integration im Quartier“, einem von fünf Programmen, die Bund und Länder für die Städtebauförderung aufgelegt haben, bekommt Stadtallendorf 3,389 Millionen Euro für den Bau eines Familienzentrums – und muss selbst lediglich ungefähr ein Zehntel dieses Betrages (also rund 350 000 Euro) beisteuern. „Ich habe mich richtig über die Nachricht gefreut“, sagt Somogyi entsprechend über die Mitteilung aus Wiesbaden, die darauf zurückzuführen ist, dass Stadtallendorf seit Jahren als „Soziale Stadt“ anerkannt ist.

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Während des Lockdowns in der ersten Hälfte dieses Jahres hätten sich Mitarbeiter im Rathaus unter Federführung Anke Fischers intensiv mit den verschiedenen Fördermöglichkeiten auseinandergesetzt und dann ein dazu passendes Konzept für ein Familienzentrum entwickelt, berichtet der Rathauschef und betont, dass Stadtallendorf unbedingt ein solches Angebot benötige – allein schon, um die Menschen unterschiedlicher Generationen, Nationalitäten oder Religionen einfach aber effektiv zusammenbringen zu können und den Austausch unter ihnen zu fördern. Es sei aber auch wichtig, die Gemeinschaft zu verbessern, damit sich die Menschen gegenseitig unterstützen: Viele, insbesondere ältere Bürger, hätten schließlich keine Angehörigen mehr vor Ort, seien aber auf Hilfe angewiesen – ein Punkt, der auch schon ein zentraler Grund für die Gründung der Stadtallendorfer Bürgerhilfe vor rund anderthalb Jahren wichtig gewesen war.

„Ein Familienzentrum hat großes Potenzial für die Verknüpfung der Bürger miteinander“, stellt Bürgermeister Somogyi heraus und ergänzt, dass Bürger den Wunsch nach solch einer Einrichtung auch schon gegenüber Markus Hirth, Projektleiter der Sozialen Stadt Stadtallendorf, während des „Wandercafés“ geäußert hätten: „Der Bedarf ist also da.“ Das Familienzentrum muss im Fördergebiet der Sozialen Stadt entstehen (den sogenannten Quartieren), also quasi in der Kernstadt zwischen DAG-Gebiet und Altem Dorf. Entsprechend gehen die Stadtallendorfer mit dem Projektnamen „FamilienImZentrum“ ins Rennen. Wo das Gebäude letztendlich errichtet wird, ob es (wie so oft) an eine Kindertagesstätte angegliedert wird oder nicht und wer es betreibt – all diese Fragen sind noch offen. Die Idee stehe, die Finanzierungsfrage sei geklärt, nun gehe es an die Ausgestaltung des Projektes, betont Somogyi und kündigt an, dass dies im Arbeitskreis Kindergartenentwicklung geschehen solle: „Es gibt keine Zwänge. Wir sind völlig offen.“ Die nächste Sitzung des Gremiums ist für Februar 2021 vorgesehen.

Weitaus konkreter wird der Rathauschef bei der anstehenden Entwicklung der Kindertagesstätten: An den Geburtenzahlen lasse sich absehen, dass in wenigen Jahren mindestens rund 60 neue Plätze in den Einrichtungen benötigt werden. Vorgesehen sei, einen Teil davon im Stadtteil Hatzbach einzurichten – der Rest ist noch nicht sicher: „In den nördlichen Teilen der Stadt sind wir gut ausgestattet, aber im Süden gibt es noch Bedarf“, so Somogyis Resümee.

Von Florian Lerchbacher